Viele Besucher strömten zum Kartoffelacker, um das Erdpflgrobn aus früherer Zeit mitzuerleben. Der Kartoffelroder mit einem Deutz-Schlepper, Baujahr 1950, stand bereit, um die Knollen Reihe für Reihe aus dem Boden herauszuwühlen. Emsig klaubten Kinder, Mütter und Väter in Tüten. Eine gefüllte durfte als "Lohn" traditionsgemäß mit nach Hause genommen werden. Die restlichen Erdäpfl brachten die Erwachsenen in den Körben zu einem Truhenwagen. Sie werden später verlesen und im Museumsladen zum Kauf angeboten.
Die beiden Museumsmitarbeiter Karl Pirzer und Markus Wilhelm erläuterten die Arbeitsschritte des Kartoffelanbaus. Zu ihrer Überraschung hat die angebaute "Goldmarie" die Hitze gut verkraftet, so die beiden Fachleute. Diese Sorte ist eine goldgelbe, spät reifende und festkochende Kartoffel. "Früher mussten die Kinder Kartoffel klauben und jetzt dürfen sie es", meinten die beiden humorvoll.
Auch ein Rückblick verdeutlicht: Die Erdäpfel waren über 100 Jahre lang das wichtigste Nahrungs- und Futtermittel in der Oberpfalz. Nicht umsonst hieß es "Erdäpfel in alle Ewigkeit" - also früh und spät, jahrein und jahraus. Für viele arme Dorfbewohner waren die Kartoffeln der Lohn für verschiedene Arbeiten, die übers Jahr für größere Bauern verrichtet wurden. Danach erhielten sie die vereinbarte Menge Kartoffeln. Die Erdäpfel machten die Familien im Winter satt. Außerdem konnten eine Sau und das Geflügel davon gemästet werden. In einer kostenlosen Sonderführung unter dem Motto "Erdäpfl hama gestern g'habt, Erdäpfl hama heit" vermittelte Irene Ehemann anschaulich den Besuchern Wissenswertes über Kartoffel.
Auch das Backofenfest war in die Veranstaltung integriert. Die Bäckerei Paulus aus Pfreimd - sie bietet seit Jahren das vom Bäckerhandwerk ausgezeichnete Museumsbrot an - wartete mit Hefezöpfen, süßem und salzigem Brotkuchen auf, belegt mit Zwiebeln, Käse oder Gries.














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