24.03.2019 - 14:34 Uhr
NabburgOberpfalz

Lohn und Umlage steigen

Die Verwaltungsgemeinschaft (VG) Nabburg gibt mehr Geld aus. Das Haushaltsplus ist dem Vorsitzendem, Bürgermeister Armin Schärtl zufolge, Lohnerhöhungen geschuldet. Es steigt auch die Umlage. Hier mahnt Altbürgermeister Josef Fischer.

Die Verwaltung kostet jeden Einwohner der VG Nabburg 213,86 Euro.
von Irma Held Kontakt Profil

Bürgermeister Armin Schärtl nennt in der 111. Sitzung seit Gründung der VG 1974 die wichtigsten Eckdaten des Etats 2019. Der Haushalt hat ein Gesamtvolumenvon 2 115 600 Euro (Vorjahr 2 079 200 Euro). Er schließt im Verwaltungshaushaltmit 2 075 900 (2 000 100 Euro) und im Vermögenshaushaltmit 39 700 Euro (79 100 Euro). "Die gute wirtschaftliche Situation auf allen Ebenen schlägt auch bei uns durch." Schärtl meint damit die höheren Personalkosten und Lohnerhöhungen, um den öffentlichen Dienst attraktiv zu machen. Kreditaufnahmen sind nicht vorgesehen.

Die vorgeschriebene Mindestrücklage von 19 141 Euro ist gegeben. Nach der beabsichtigten Entnahme von 39 700 Euro hat die VG zum Jahresende 2019 voraussichtlich noch 53 051,21 Euro auf der hohen Kante. "Die Steuerkraft steigt nach wie vor. Ich bin gespannt wie lang es noch anhält", sagte Schärtl. "Sieben fette Jahre sind es und wir hoffen auf weitere sieben." Er möchte nicht, dass sich die alttestamentarische Prophezeiung von den sieben mageren Jahren bewahrheitet.

213,86 Euro pro Einwohner

Der ungedeckte Bedarf im Verwaltungshaushalt beträgt 1 669 600 Euro, der sich je nach Größe auf die drei Mitgliedsgemeinden Nabburg, Altendorf und Guteneck aufteilt. Jeder Einwohner zahlt 213,86 Euro (Vorjahr 201,15 Euro). Das sind insgesamt für Nabburg 1 310 316,28, für Altendorf 184 132,91 und für Guteneck 175 150,81 Euro. Bei den Investitionen fließt das meiste Geld in die Hardware und in Lizenzen.

Altbürgermeister Josef Fischer (ABU) legte wie alle Jahre die Wunde in die stetig steigende Umlage, deren Betrag seiner Ansicht nach nicht nur auf die Lohn- und Gehaltserhöhungen zurückzuführen ist Das Organisationsgutachten, das im nichtöffentlichen Teil der Sitzung vorgestellt und diskutiert wurde, habe eine Überbesetzung offenbart .und müsse sich auch bezahlt machen. 50 00 Euro hat das Gutachten gekostet. "Die öffentliche Hand kann nicht auf Dauer diese Kosten schlucken", meinte er im Hinblick auf die Umlage. Er räumte ein, dass zwei Kämmerer die Kosten mitverursachten. Das werde sich im nächsten Jahr ändern. Andernfalls werde er dem Haushalt nicht mehr zustimmen.

Von einer Überbesetzung, widersprach Schärtl, sei nicht die Rede, nur von einer dauerkranken Kollegin, "die viel lieber arbeiten würde". Im externen Vergleich hätte Nabburg abzüglich dieser halben Stelle "nahezu eine Punktlandung hingelegt". Für Hans-Georg Dobler (CSU) war das Gutachten sinnvoll. Bei der Umlage sei er auch der Meinung, dass sie sich auf hohem Niveau einpendeln müsse und nicht noch weiter steigen dürfe. "Es muss der Deckel drauf."

Neue Vorhänge

Der Stellenplan sieht für 2019 sechs Beamte, 19,39 Arbeitsplätze für Angestellte und vier Azubis vor. Dieser sowie der Finanz- und Investitionsplan und die Haushaltsatzung wurden einstimmig gebilligt. Geschäftleiter Hans Sorgenfrei informierte über den Austausch von Bankauflagen im Sozialraum für 775,30 Euro und den Kauf von Vorhängen für das Rathaus, Nach 21 Jahren seien sie verblasst, brüchig und verschlissen. Sie werden 6632,80 Euro kosten. Diese Posten müssen nicht ausgeschrieben werden. Zum Zug kommen wird die Firma Dost. Hier hakte erneut der Altbürgermeister ein. "Es gebe noch eine Frau, die in Nabburg Vorhänge verkaufe und man hätte wenigstens ein Vergleichangebot einholen können." Auf Anregung von Hans-Georg Dobler werden die Sitzungsladungen künftig auch per E-Mail verschickt.

Einwohnerzahlen:

Jahr für Jahr weniger

Für die Umlageberechnung wird die Einwohnerzahl vom 30. Juni 2018 zugrunde gelegt. Diese betrug am Stichtag 7807. Das ist ein Rückgang von 24 Einwohnern. Nabburg verlor im Vergleich zum 30, Juni 2017 zehn, Altendorf 13 und Guteneck einen. Am 31.Dezember 2009 lebten in der VG noch 7898 Menschen, das waren 91 mehr.

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