18.11.2019 - 19:46 Uhr
NabburgOberpfalz

Ludwig Ehrls letzte Feldpost

Gemeinsam gedachten die Soldaten- und Kriegerkameradschaft und die Stadt Nabburg anlässlich des Volkstrauertages in der Nikolauskirche der Opfer beider Weltkriege. Das Schicksal eines gefallenen Nabburgers berührte die Teilnehmer.

Bürgermeister Armin Schärtl (Vierter von links) berichtete bei der Gedenkfeier in der Nikolauskirche über das Schicksal des Nabburger Soldaten Ludwig Ehrl.
von Richard AltmannProfil

Gemeinsam gedachten die Soldaten- und Kriegerkameradschaft und die Stadt Nabburg anlässlich des Volkstrauertages in der Nikolauskirche der Opfer beider Weltkriege, der gefallenen Soldaten der Bundeswehr sowie der im Dienst durch Gewaltverbrecher ermordeten Polizisten. Deshalb nahm auch eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei an der Feierstunde teil. Zwei junge Polizisten bildeten die Ehrenwache. Den kirchlichen Teil bestritten die evangelische Pfarrerin Irene Friedrich und Stadtpfarrer Hannes Lorenz. Ebenfalls anwesend waren die Nabburger Stadträte. Bürgermeister Armin Schärtl betonte, dass der Zweite Weltkrieg heute noch nachwirkt und Spuren hinterlassen hat, was die kürzlich gefundenen Fliegerbomben in Kümmersbruck und Regensburg gezeigt haben. Nur noch wenige hochbetagte Mitbürger haben noch eine persönliche Erinnerung an diese Zeit "und es kommt der Tag, am dem die letzten Augen- und Ohrenzeugen nicht mehr unter uns sein und wir nur mehr sekundäre Quellen haben werden", gab Schärtl zu bedenken.

Er schilderte das Schicksal eines jungen Nabburger Gefallenen, des Gefreiten Ludwig Ehrl, katholisch, Zinngießer bei der Firma Schreiner in Nabburg. Geboren wurde er am 3. Oktober 1921, zu Kriegsbeginn war er 18 Jahre alt, er fiel am 12. September 1942 in Russland. Die Angehörigen des Toten überließen der Stadt einen Feldpostbrief des Gefallenen, den er kurz vor seinem Tod geschrieben hatte.

Darin drückte er seine Hoffnung aus, dass der Krieg bald ende und er wieder nach Hause kommen könne. Die Ereignisse, die vor dem Krieg zur Gewaltherrschaft führten, "dürfen sich nicht wiederholen", mahnte Schärtl.

Bevor die Kränze am Ehrenmal niedergelegt wurden, verlasen noch zwei Schüler der Naabtal-Realschule Gedenktexte.

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