Seit annähernd tausend Jahren hat die Karpfenzucht in der Oberpfalz Tradition. Für viele Land- und Teichwirte sind die Fischweiher ein wichtiger Erwerbszweig. Im Oberpfälzer Freilandmuseum steht mehr die Ökologie und das Bewahren einer alten Tradition im Vordergrund. Am vergangenen Wochenende war es wieder soweit: Im Mühlental wurden die beiden Weiher abgefischt. Während der untere Weiher als Überwinterungsweiher dient und bereits einige Tage vorher abgelassen wurde, öffneten im oberen Weiher die Helfer erst am Sonntagmorgen den Mönch. So um die Mitttagszeit begann dann das Wasser am Mönch "zu brodeln". Hier, an der tiefsten Stelle im Teich, hatte sich der gesamte Fischbestand versammelt. Jetzt begann für die Helfer Schwerstarbeit. Mit Netzen und Käscher wurden die Fisch gefangen und zu den bereitstehenden Behältern gebracht. Dies musste ziemlich schnell passieren, damit die Fisch nicht unnötig leiden mussten. Die Schleien und Karpfen wurden sortiert, gewogen, gezählt und in den Überwinterungsweiher verfrachtet. Jetzt kam die aufregendste Zeit für die Kinder.
Ausgerüstet mit Gummistiefel, und Käscher durften sie unter Anleitung der Erwachsenen nach den restlichen Jungfischen suchen. Bei einigen Jungfischern war nach kürzester Zeit nur noch das Gesicht erkennbar. Der Rest war mit einer dicken Schlammschicht bedeckt. Wenn dann die Gummistiegel noch in der "Lette" steckenblieben, war das Chaos perfekt. Bei den sommerlichen Temperaturen war dies alles kein Problem. Am Ufer stand meist schon der Papa mit dem Wasserschlauch bereit und versuchte zumindest den größten Dreck zu entfernen. Für Jung und Alt war dies gleichermaßen eine Gaudi. Die im Museum gewässerten Karpfen wurden dann zum Kauf angeboten. Auch eine Räucherkammer stand im Garten der Rauberweihermühle, und viele Besucher probierten an Ort und Stelle ein Stück. In der Mühle lieferte die Dauerausstellung "Unsere Teiche, unser Karpfen, unsere Geschichte" Informationen über die Oberpfälzer Teichwirtschaft.

















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