Nabburg
16.10.2018 - 11:50 Uhr

Mal bis zum Knie im Schlamm

Pünktlich zur Landkirchweih beginnt in der Oberpfalz das Abfischen der Karpfenteiche. Im Freilandmuseum steht der Termin bei Jung und Alt dick im Kalender. Da steht der Spaß im Vordergrund - oft ohne Rücksicht auf Kleidung.

So viele Fische auf einmal. Die Kinder wussten nicht ,wo sie zuerst hinschauen sollten. Bild: bnr
So viele Fische auf einmal. Die Kinder wussten nicht ,wo sie zuerst hinschauen sollten.

Seit annähernd tausend Jahren hat die Karpfenzucht in der Oberpfalz Tradition. Für viele Land- und Teichwirte sind die Fischweiher ein wichtiger Erwerbszweig. Im Oberpfälzer Freilandmuseum steht mehr die Ökologie und das Bewahren einer alten Tradition im Vordergrund. Am vergangenen Wochenende war es wieder soweit: Im Mühlental wurden die beiden Weiher abgefischt. Während der untere Weiher als Überwinterungsweiher dient und bereits einige Tage vorher abgelassen wurde, öffneten im oberen Weiher die Helfer erst am Sonntagmorgen den Mönch. So um die Mitttagszeit begann dann das Wasser am Mönch "zu brodeln". Hier, an der tiefsten Stelle im Teich, hatte sich der gesamte Fischbestand versammelt. Jetzt begann für die Helfer Schwerstarbeit. Mit Netzen und Käscher wurden die Fisch gefangen und zu den bereitstehenden Behältern gebracht. Dies musste ziemlich schnell passieren, damit die Fisch nicht unnötig leiden mussten. Die Schleien und Karpfen wurden sortiert, gewogen, gezählt und in den Überwinterungsweiher verfrachtet. Jetzt kam die aufregendste Zeit für die Kinder.

Ausgerüstet mit Gummistiefel, und Käscher durften sie unter Anleitung der Erwachsenen nach den restlichen Jungfischen suchen. Bei einigen Jungfischern war nach kürzester Zeit nur noch das Gesicht erkennbar. Der Rest war mit einer dicken Schlammschicht bedeckt. Wenn dann die Gummistiegel noch in der "Lette" steckenblieben, war das Chaos perfekt. Bei den sommerlichen Temperaturen war dies alles kein Problem. Am Ufer stand meist schon der Papa mit dem Wasserschlauch bereit und versuchte zumindest den größten Dreck zu entfernen. Für Jung und Alt war dies gleichermaßen eine Gaudi. Die im Museum gewässerten Karpfen wurden dann zum Kauf angeboten. Auch eine Räucherkammer stand im Garten der Rauberweihermühle, und viele Besucher probierten an Ort und Stelle ein Stück. In der Mühle lieferte die Dauerausstellung "Unsere Teiche, unser Karpfen, unsere Geschichte" Informationen über die Oberpfälzer Teichwirtschaft.

Jetzt kam die Zeit für die Jungfischer. Dreck spielte dabei keine Rolle. Bild: bnr
Jetzt kam die Zeit für die Jungfischer. Dreck spielte dabei keine Rolle.
Schau mal, ich habe zwei Fische gefangen. Stolz zeigte die Jungfischerin ihrem Freund den Fang. Bild: bnr
Schau mal, ich habe zwei Fische gefangen. Stolz zeigte die Jungfischerin ihrem Freund den Fang.
Die gefangenen Fische wurde gezählt, gewogen und sortiert, ehe sie in den Überwinterungsteich umgesetzt wurden. Bild: bnr
Die gefangenen Fische wurde gezählt, gewogen und sortiert, ehe sie in den Überwinterungsteich umgesetzt wurden.
Das sieht ja köstliche aus. An Ort und Stelle konnte der geräucherte Karpfen verkostet werden. Bild: bnr
Das sieht ja köstliche aus. An Ort und Stelle konnte der geräucherte Karpfen verkostet werden.
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