15.10.2019 - 10:17 Uhr
NabburgOberpfalz

Nabburger Lebensretter im neuen Quartier

Wo im alten Krankenhaus Patienten operiert wurden, erholen sich nun die Rettungskräfte von ihrem Einsatz. Dort hat das BRK seine neue Wache. Dass sie auf der anderen Naab-Seite arbeiten, ist für die Sanitäter kein Thema.

von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Der Umzug ist geschafft: Die Rettungswache des BRK hat sein neues Quartier im Gesundheits-und Betreuungszentrum in der Krankenhausstraße bezogen. Im Gegensatz zum alten Standort in der Perschener Straße, befindet sich dies auf der anderen Seite der Naab - und, was seit der Bekanntmachung des Umzugs eine noch größere Rolle spielte, auf der anderen Seite des Bahnübergangs.

"Mit dem neuen Standort hat sich für Nabburg nichts Wesentliches verändert", erklärt Joachim Seeliger, stellvertretender Kreisgeschäftsführer des BRK. Der neue Standort sei bereits 2016 ausgiebig geprüft worden. Das Problem liege woanders: "Der Bahnübergang gehört sich weg", betont Seeliger. Hoffnung legen er und die Einsatzkräfte in die geplante Ortsumgehung. "Der Standort ist ja nicht auf die nächsten fünf Jahre ausgerichtet. Wir wollen hier schon länger bleiben", so der zweite Kreisgeschäftsführer. Zudem biete die neue Wache den Rettungskräften viele Vorteile und erleichtere das Arbeiten. "Es ist schöner, moderner. Wir haben mehr Platz und der ein oder andere Handgriff ist leichter", erzählt Roland Lebrecht, der seit 1. Januar neuer Wachleiter ist. Der Einsatzablauf sei gleich geblieben. Die Vorteile überwiegen ganz klar. "Auch das Hochwasser ist kein Problem mehr...und das Dach ist dicht", ergänzt Lebrecht schmunzelnd.

Vom Kämmerchen zum profesionellen Desinfektionsraum

In der neuen Wache haben die fünf hauptberuflichen Frauen und die 18 Männer nun separate Duschmöglichkeiten, und müssen nach einem Einsatz nicht nacheinander in die Nassräume. Es gibt eine Hygieneschleuse, die besonders wichtig ist, um die Verbreitung von Infektionen zu vermeiden. Ein großzügiger Desinfektionsraum ist im Vergleich zum früheren "Kämmerchen" ein großer Schritt nach vorne, was vor allem die Hygienebeauftragte und Rettungsassistentin Sandra Kropf freut. Der gesamte Funktionsbereich mit Lagermöglichkeiten aller Utensilien ist in der ehemaligen Krankenhausküche untergebracht. Hier war vieles schon gegeben, was für den sensiblen Bereich nötig ist. Überhaupt wurde beim Instandsetzen der Wache viel aus dem alten Krankenhausbestand wiederverwendet, wie zum Beispiel Schränke, rutschfeste Fliesen und die sanitären Anlagen.

Entspannen im ehemaligen OP-Saal

Im oberen Stockwerk sind der Aufenthaltsraum, die Küche und Büros. Früher war das der Operations-Saal. "In unserer Küche wurden schon so einige narkotisiert", meint Lebrecht. Die OP-Türen aus Metall sind geblieben. Den Mitarbeitern gefällt's. "Das hat irgendwie was", sagt die Rettungsassistentin. Vom etwa 45 Quadratmeter großen Aufenthaltsraum hat man einen tollen Ausblick über Nabburg. "Leider können wir den nur selten genießen", sagt Lebrecht. Die Einsatzfrequenzen und -zeiten hätten in den vergangenen Jahren drastisch zugelegt. Grund dafür sei die immer älter werdende Bevölkerung. Viele rufen auch aus Hilflosigkeit den Notruf, statt den Notarzt. "80 oder 90 Prozent müssen ins Krankenhaus. Die Nächsten sind Amberg, Schwandorf und Weiden. Für einen normalen Einsatz sind wir also locker zwei Stunden unterwegs", führt der Wachleiter aus. Da bleibt kaum Zeit zur Regeneration. Die wenigen Minuten müssen die Lebensretter nun zumindest nicht mehr in einem beengten und vom Hochwasser bedrohten Gebäude verbringen.

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