13.12.2018 - 13:34 Uhr
NabburgOberpfalz

"Netztip" erscheint letztmals

Sein 25. Erscheinungsjahr wird auch das letzte: Pünktlich zum Fahrplanwechsel der DB gibt es nochmal den praktischen "Netztip" für 2019 in Nabburg und Pfreimd.

Mit einer „Endparty“ reagierten die Macher des „Netztip“ auf das Erscheinen der letzten Ausgabe des Faltblatts. Es wurde von Franz Grundler (vorne rechts) im Beisein von Dr. Johanna Mertins, der zweiten Bürgermeisterin von Pfreimd (vorne links), und dem Bürgermeister von Nabburg, Armin Schärtl (dazwischen) vorgestellt.
von Externer BeitragProfil

Es war 1991, als die Nabburger ÖDP mit der Erstellung handlicher Gratis-Fahrpläne begann. Erklärtes Ziel: Den umweltfreundlichen Bahn- und Busverkehr fördern und mehr Transparenz herstellen mit hohen Auflagen. Der Faltplan kam gut an, die erste Auflage reichte nicht. Was dieses Fahrplankonzept so neu und attraktiv machte: Dass Bahn- und Busverbindungen gemeinsam aufgelistet wurden, war benutzerfreundlich.

1993 dann die Gründung der Firma "Netztip-Fahrplanservice", denn die aufwendige Arbeit konnte auf Dauer kaum mittels Spenden und Freizeit geleistet werden. Beim DB-Generalvertreter fand die Idee sofort Anklang, möglichst viele Orte sollten "Netztips" erhalten. Finanziert wurde die Herstellung der Fahrpläne nun nicht mehr mit Spenden, sondern mit Werbung.

"Anfangs war es hart, mit so einem Öko-Start-Up sein Geld zu verdienen, viele Geschäfte standen dem Thema Bahn eher fern, das DB-Image war schon im alten Jahrtausend dank verfehlter Verkehrspolitik schlecht", erinnerte sich "Netztip"-Gründer Franz Grundler. Doch es festigte sich eine Stammkundschaft. Die DB, der RVV, drei Landkreise, der VCD und bald 20 Städte förderten "Netztip", dazu über 150 Inserenten. 2005 lag die Oberpfalz-Gesamtauflage bei 62 000 Stück, in 21 individuell gestrickten Ortsausgaben.

Jüngst mussten diese Zahlen aber zu oft abwärts korrigiert werden. Das war kein gutes Argument für Werbekunden, das Internet bremste das Printmedium aus. "Statt Netztip im Geldbeutel hat man nun Smartphone in der Hosentasche", brachte es Klaus Mrasek, der Amberger Landesvorsitzende der ÖDP, auf den Punkt. Er ließ es sich nicht nehmen, bei der "Netztip"-Endparty am Nikolaustag im Gasthaus Kulm mit dabei zu sein, nachdem vor 25 Jahren die Initiative von den Ökologen ausgegangen war.

Im Kreis der letzten Mitarbeiter - erfahrene Ex-"Bahnerer", die immer mit Korrektur und Ausarbeitung halfen - feierte man das Jubiläum gehörig. Mraseks und Grundlers Dank an die "Netztipper" galt auch den Inserenten, dem Bund Naturschutz, den Druckern Obendorfer und Eisenreich, den Städten Nabburg und Pfreimd und dem Landkreis Schwandorf, die alle den "Netztip" seit Jahren förderten. Etwas Wehmut schwang mit, denn vor allem älteren Leuten wird der "Netztip" fehlen, meinte Drucker Hermann Eisenreich. Trotzdem: Es wird im Dezember 2019 keinen neuen "Netztip" mehr geben.

Die "Netztip"-Ausgabe liegt auf in den Rathäusern von Nabburg, Pfreimd, Oberviechtach und Schönsee, beim Tourismus-Zentrum Nabburg, in der Bund-Naturschutz-Geschäftsstelle, bei den Schreibwarenläden Eisenreich und Obendorfer, im Reisebüro Wild, Schuhhaus Bauer und Haustechnik Deml in Schmidgaden.

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