21.01.2020 - 14:20 Uhr
NabburgOberpfalz

"Neuer Kindergarten" schon ab Herbst

Eltern und Großeltern können aufatmen. Nachdem die Kapazitäten in den beiden kirchlichen Kindergärten nicht mehr ausreichen, fasst der Nabburger Stadtrat eine Interimslösung ins Auge.

Bürgermeister Armin Schärtl (von rechts) begutachtet zusammen mit Stellvertreter Kurt Koppmann, Stadtpfarrer Hannes Lorenz, Amtsleiter Reinhard Schlosser und BRK-Kreisgeschäftsführer Otto-Josef Langenhan den Vorentwurf für die Übergangslösung des städtischen Kindergartens in Modul-Bauweise.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Rund 60 Plätze fehlen ab September bei der Betreuung der jüngsten Stadtbürger in Krippe und Kindergarten. Ein Problem, welches die Stadt zum Handeln zwingt. Denn das Jahr 2017 (69 Geburten) war kein Ausreißer, sondern setzte einen Trend: Seit drei Jahren werden jährlich rund 20 Geburten mehr beurkundet, vorher waren es 40 bis 45. Der Babyboom führte dazu, dass schon 2019 auf Kindergärten der Umgebung ausgewichen werden musste. "Bis 2018 hat es keinerlei Überkapazitäten gegeben. Seit der Eröffnung des Ersatz-Neubaus von St. Marien im Jahr 2013 lief es fünf Jahre lang optimal", stellte Stadtpfarrer Hannes Lorenz beim Pressegespräch im Rathaus fest. Dazu hatte Bürgermeister Armin Schärtl auch seinen Stellvertreter Kurt Koppmann, Amtsleiter Reinhard Schlosser und BRK-Kreisgeschäftsführer Otto-Josef Langenhan eingeladen.

In den beiden Kindergärten der katholischen Pfarrgemeinde (St. Marien und St. Angelus) stehen acht Gruppen (fünf Kindergartengruppen, zwei Krippengruppen und eine altersgemischte Gruppe) zur Verfügung. Wie Lorenz erinnerte, habe die Diözese im Jahr 2016 mitgeteilt, dass jede Pfarrei nur noch einen Kindergarten haben darf. "Das führt dazu, dass wir irgendwann auch St. Angelus abgeben", so der Pfarrer. "Wir haben nicht geschlafen", betonte Bürgermeister Armin Schärtl und sprach die Beratungen in nichtöffentlichen Stadtratssitzungen an, darunter die Bedarfsfeststellung im November.

Auf der Wiese neben der Grundschule in Diendorf stellt die Stadt 40 Module auf, um ab September Krippen- und Kindergartenkinder übergangsweise betreuen zu können. Der Neubau des städtischen Kindergartens ist an der Otto-Hahn-Straße (Fläche hinter der Grundschule, im Anschluss an den Sportplatz) geplant.

Für Träger entschieden

Nachdem die benötigten Kapazitäten durch einen Neubau nicht zeitnah zu schaffen sind, habe sich das Gremium am 19. Dezember auf eine Interimslösung in Modulbauweise - ebenfalls in Diendorf - verständigt. Als Träger erhielt der BRK-Kreisverband den Zuschlag. Schärtl stellte die Entwurfsplanung des Nabburger Architekten Hermann Hösl für die Übergangslösung vor und betonte: "Hösl arbeitet parallel auch an einem Vorschlag für den Neubau." Diese Kindertageseinrichtung (geplant sind acht Gruppen) soll an der Otto-Hahn-Straße in Diendorf (Fläche hinter der Grundschule, im Anschluss an den Sportplatz) entstehen und in etwa zweieinhalb Jahren bezugsfertig sein. Für die Zwischenzeit gibt es ab September 2020 eine Übergangslösung. Dafür werden an der Schulstraße (Grundstück neben der Grundschule) 40 Module aufgestellt. Auf einer Grundfläche von 625 Quadratmetern ist Platz für zwei Kindergartengruppen und eine Krippengruppe. Dazu kommen die Außenspielflächen (780 Quadratmeter). Die Module - Architekt Hösl will nicht von Containern sprechen - mietet die Stadtverwaltung an. Die Anmeldungen für die städtische Kindertageseinrichtung werden am Dienstag, 4. Februar, von 10 bis 14 Uhr im Rathaus angenommen.

"Der Stadt Nabburg kann kein Vorwurf gemacht werden. Es läuft auch in anderen Gemeinden so", stellte BRK-Kreisgeschäftsführer Otto-Josef Langenhan fest. Er sprach die vom BRK geführte Interimslösung in Burglengenfeld an. "Wir orientieren uns an diesem Modell und übernehmen das Raumprogramm", informierte Schärtl. Denn bei der Besichtigung sei er sehr überrascht gewesen: "Wenn die Kinder spielen, erkennen sie nicht, das sie in keinem festen Gebäude sind. Es ist keine Kiste, sondern es sind schöne Räume." Zweiter Bürgermeister Kurt Koppmann ergänzte: "Auch die Übergangslösung ist bereits ein neuer Kindergarten." Die Stadt kaufe im Hinblick auf den Neubau moderne Möbel und Spielsachen an.

Das ist auch gut so, denn im September drängt nicht nur der starke 2017er-Jahrgang in den Kindergarten, sondern es ist auch mit mehr Krippenkindern zu rechnen. Denn ab 2020 zahlt der Freistaat monatlich bis zu 100 Euro als Zuschuss an Eltern von Krippenkindern. Auch in Nabburg gehe der Trend hin zur Drei-Kind-Familie, wie Hannes Lorenz feststellte und Amtsleiter Reinhard Schlosser sprach die Zuzüge an: "Der Speckgürtel von Regensburg wandert bis ins Naabtal herauf." Das Fazit des Stadtpfarrers im Hinblick auf gesellschaftliche und gesetzliche Entwicklungen: "Da hat sich etwas geändert, wofür man nicht gleich eine Lösung parat haben konnte." Er sei sich sicher, dass nicht nur die zwei Kindergärten der Kirchenstiftung, sondern auch die städtische Übergangslösung "brechend voll sein werden". "Wir werden in dieselbe Richtung gehen", bekräftigte der Pfarrer. Dies gelte laut Bürgermeister auch für die Gebühren. Hier wolle man "sich angleichen".

Der Vorentwurf für das Raumprogramm der Übergangslösung zeigt, wie sich die 40 Module zu einem zweigruppigen Kindergarten (links, grün) und der eingruppigen Krippe (rechts, pink) zusammenfügen. Dazu kommen die Flächen für die gemischte Nutzung (Mitte, beige).

Gründung einer Arbeitsgruppe

Die Zeitschiene für den Neubau ist noch nicht festgezurrt; eine Eröffnung wird frühestens für 2022/23 angepeilt. "Wir müssen noch abwarten, denn jetzt ist gerade ein Förder-Vakuum", so Bürgermeister Schärtl. Er wolle trotzdem nicht untätig sein: Der nächste Schritt ist die Bildung einer fraktionsübergreifenden Arbeitsgruppe im Stadtrat, welche die Bauplanungsphase begleitet. Auch der Vorentwurf soll zeitnah bei ersten Gesprächen mit dem Landratsamt und der Regierung vorgestellt werden.

Hintergrund:

Anmeldetermine

Die Anmeldungen für das Kindergartenjahr 2020/21 sind wie folgt möglich:

St. Marien

Montag, 27. Januar, von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr. Dienstag, 28. Januar, von 9 bis 12 Uhr.

St. Angelus

Donnerstag, 30. Januar, von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr. Freitag, 31. Januar, von 8 bis 13 Uhr.

Kindergarten Diendorf

Für den städtischen Kindergarten am Dienstag, 4. Februar, von 10 bis 14 Uhr im Rathaus (Sitzungssaal). Josef Schmid, Leiter Kindertagesstätten im BRK-Kreisverband Schwandorf, nimmt die Anmeldungen entgegen.

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