"Ihre Ohren werden Augen machen", kündigte Joseph Ferstl von der Jugendblaskapelle das knapp 60-köpfige Gebirgsmusikkorps aus Garmisch-Partenkirchen in der Nordgauhalle an. Das "musikalische Überraschungsmenü", wie er es titulierte, werde vom "Chefkoch", Oberstleutnant Karl Kriner persönlich, und seinem "Küchenteam", den Musikern des Militärorchesters, serviert. Geboten waren in den mehr als zwei Stunden Marschmusik, aber auch sinfonische Werke mit großer Bandbreite.
Herkunft und Geschichte
Der Dirigent hatte für den Abend in Nabburg Werke ausgesucht, welche das Wort "Zauber" beinhalteten. Er leitete mit sichtlichem Vergnügen durch das kurzweilige Programm, erläuterte Herkunft und Geschichte der einzelnen Werke. Los ging es mit "Zauber der Montur", einem flotten Marsch aus der Feder von Carl Ziehrer, seines Zeichens Kapellmeister am Hof der österreichisch-ungarischen Monarchie in Wien.
Es waren nicht nur die "zackigen Töne", die in der Nordgauhalle ein einzigartiges Flair zauberten. Bei der Ouvertüre zur Mozart-Oper "Die Zauberflöte" brillierten die Holzbläser mit Feingefühl. Und dass die Musiker wirklich "Meister" ihres Faches sind, das wurde im Anschluss bei der wohl populärsten Ballade von Johann Wolfgang von Goethe deutlich - "Der Zauberlehrling". Als besonders authentischen Fanfarenmarsch und einem der ältesten Armeemärsche präsentierte das Ensemble "Herzog von Braunschweig". Vor allem die vier Fanfaren und die Pauken gaben hierbei den Ton an. Wundervoll beschwingt ging es dann mit bekannten Melodien aus dem Musical "Der Zauberer von Oz" in die Pause. Deutlich dabei herausragend die Musik "Over the Rainbow" von Harold Arlen, einem der erfolgreichsten Schreiber für Filmmelodien.
Solisten glänzen
Auch im zweiten Teil des Abends legte das symphonische Blasorchester viel Wert auf konzertante Themen. Beim ungarischen Marsch von Hector Berlioz (auch Rákóczi-Marsch") intonierten die Musiker ein populäres Stück ungarischer Volksmusik. Mitten in die Zauberwelt entführt wurden die Zuhörer bei "Harry Potter Simphonic Suite". Gekonnt musikalisch umgesetzt wurde der "Manegenzauber" von Manfred Gätiens. Die witzigen Soli der Posaune kündeten die vielen "Attraktionen" an. Da hörte man Pferde galoppieren, Elefanten trampeln und grazile Seiltänzer am imaginären Trapez durch die Lüfte wirbeln. Mit dem "Solothurner Marsch" entführte die Formation in die freiheitsliebende Schweiz. Beim "Alphornzauber" aus der Feder von Hans-Reiner Schmidt verarbeitete der Komponist seine Eindrücke von Altrei, wobei Johannes Mimler als Solist am Alphorn das Publikum begeisterte. Der schwungvolle Marsch von Julius Fucik spiegelt "Erinnerungen an Trient" wider - und großartige Erinnerungen an einen ungewöhnlichen Konzertabend. Zwei Zugaben konnten die Zuhörer dem Orchester mit Standing Ovationen entlocken, dann wartete schon der Bus und die vierstündige Heimreise auf die Musiker. Zum krönenden Abschluss des Abends zelebrierten 150 Bläser aus Garmisch, Fensterbach und Nabburg die Erkennungsmelodie der Gebirgsmusiker, den "Kaiserjäger-Marsch" vor einem begeisterten Publikum.















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