18.10.2020 - 08:48 Uhr
NabburgOberpfalz

Von Provisorium keine Spur: Kinderhaus in Diendorf eingeweiht

Normalerweise wird ein Storchennest im Frühjahr von seinen Bewohnern bezogen. Beim gleichnamigen Kinderhaus in Diendorf gibt es eine Ausnahme.

von Richard BraunProfil

Bei der Vorstellung, ein Kindergarten in Modulbauweise, rümpfte so mancher Bürger die Nase. „Was soll schon Gutes dabei herauskommen, wenn Kinder in Containern untergebracht werden?“, lautete eine der meistdiskutierten Fragen. Selbst wenn der Interimskindergarten nur bis zum geplanten Bau des neuen „Haus für Kinder“ in zwei Jahren geplant ist, blieben viele Fragen unbeantwortet.

Alle diese Skeptiker wurden nun eines besseren belehrt. Das Kinderhaus „Storchennest“, wie es nach einen Wettbewerb benannt worden ist, erfüllt alle Voraussetzungen, die an eine moderne Kindertagesstätte gestellt werden. Kindergartenleiterin Andrea Stadler und ihre acht Mitarbeiterinnen sind begeistert von den vielen Möglichkeiten, welche das Kinderhaus bietet. Mit ein Grund für diese Begeisterung dürfte darin liegen, dass bei der Einrichtung und Gestaltung auf ihre Wünsche eingegangen worden ist. Dafür sagte die Leiterin den Verantwortlichen der Stadt Nabburg besonderen Dank.

Viel Platz für die Kinder

Nabburg

Das „Storchennest“ wurde bereits am 7. September von seinen Bewohnern bezogen. Jetzt, sechs Wochen später, stand die offizielle Eröffnung an, verbunden mit der Segnung des Gebäudes. Bedauerlicherweise musste ein Rahmen ohne die Hauptpersonen, die Kinder, gewählt werden – die Pandemie lässt nichts anderes zu.

Rotes Kreuz als Träger

Zu dieser kleine Feierstunde im Freien konnte Bürgermeister Frank Zeitler neben dem Stadtrat eine Reihe von Ehrengäste begrüßen. An vorderer Stelle stand die Geistlichkeit, Pfarrerin Heidi Gentzwein und Pfarrer Johannes Lorenz. Sein weiterer Gruß galt Brigitte Laqua als Gönnerin der örtlichen Kindergärten über die Laqua-Stiftung und den Mitarbeiterinnen des „Storchennest“. Träger des Kindergartens ist das Bayerische Rote Kreuz, dessen Geschäftsführer Otto-Josef Langenhan zu den Gästen zählte, ebenso wie das Planerteam Christian Haberl und Hermann Hösl.

Bürgermeister Frank Zeitler und der Stadtrat vertraten die Auffassung, dass auch ein Übergangskindergarten eine offizielle Weihe erhalten sollte, damit die Mitarbeiter und Kinder unter dem Schutz Gottes stehen. Der Bürgermeister gab in einer Ansprache einen Überblick über Bauzeit, Kosten und technische Daten des Kinderhauses. In der denkbar kurzen Zeit von nur vier Monaten wurde das „Storchennest“ errichtet.

Verschiedene Spielplätze

Es bietet Platz für 49 Kinder, die sich in zwei Krippengruppen zu je zwölf Kinder und eine Kindergartengruppe mit 25 Kinder aufteilen. Krippe und Kindergarten sind räumlich getrennt. Dies beginnt bereits bei den Spielplätzen. Die ein- bis dreijährigen Krippenkinder können hinter dem Gebäude spielen, während die älteren Kinder davor ihren Spielplatz haben. Alle Gruppen verfügen über einen eigenen Gruppenraum, Gruppennebenräume und die Krippenkinder über zusätzliche Ruheräume. Dazu kommt noch ein Speiseraum mit Küche und sollte es einmal regnen ein geräumiger Mehrzweckraum.

Dies alles hat natürlich seinen Preis. Die ursprünglichen Kostenschätzung in Höhe von 970 000 Euro konnte um 50 000Euro unterboten werden. Das Inventar kann später einmal in den neuen Kindergarten mit umziehen, so das am Ende eine Summe von 820 000 Euro an der Stadt hängen bleiben. In den Baukosten sind bereits die 342 000 Euro Miete für die Container enthalten.

Mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Gottes Liebe ist so wunderbar“ begann der kirchliche Teil der Einweihung. In einer kurzen Predigt brachte Pfarrerin Gentzwein ihre Gedanken zu den Kinder von heute zum Ausdruck. „Kinder sind spontan und impulsiv, neugierig und offen. Sie können in vielen Dingen ein Vorbild für Erwachsene sein.“ Pfarrer Johannes Lorenz spendete den kirchlichen Segen.

"Wichtigstes Element unserer Gesellschaft"

BRK-Geschäftsführer Otto-Josef Langenhan brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass seit fünf Jahren wieder ein Anstieg der Kinderzahlen zu verzeichnen ist. Zwar stellt dies die Kommunen vor großen Herausforderung auch finanzieller Art, doch „Kinder sind das wichtigste Element unserer Gesellschaft“ ist die Überzeugung des BRK-Geschäftsführers. Für die Mitarbeiterinnen hatte er ein kleines Geschenk mitgebracht. Nach dem offiziellen Teil stand die Besichtigung des Kinderhauses in kleinen Gruppen an.

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