14.07.2019 - 10:28 Uhr
NabburgOberpfalz

Rendite nicht nur für die Umwelt

84 000 Euro Gewinn und nebenbei auch noch ein Plus für die Umwelt. Damit punktet die Bürgerenergie Mittlere Oberpfalz eG (Bemo). Doch eine Garantie dafür, dass weiterhin drei Prozent Dividende fließen, gibt es nicht.

Im Dezember hat die Bemo diese Solaranlage bei Schmidgaden an der A 6 übernommen. Damit will sie heuer auf deutlich über acht Millionen Kilowatt erneuerbare Energie kommen.
von Monika Bugl Kontakt Profil

Von einer Erfolgsgeschichte und einer stetigen Aufwärtsentwicklung war die Rede, als Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder am Freitag im Nabburger Rathaus die aktuelle Bilanz der Bürgerenergie Mittlere Oberpfalz (Bemo) der Öffentlichkeit präsentierten. 2011 war die Genossenschaft mit 150 Mitgliedern gestartet, inzwischen sind es etwa 350. "Darunter sind viele private Anteilseigner, aber auch viele Komunen", erläuterte Vorstandsmitglied Ernst Bräutigam am Freitag bei einem Pressegespräch im Nabburger Rathaus. Die Anteilseigner rekrutieren sich fast ausschließlich aus dem nördlichen Landkreis.

Große Schritte

Welch große Schritte die Bemo in acht Jahren gemacht hat, verdeutlichte Bräutigam an der Bilanzsumme: Mit 500 000 Euro war man 2011 gestartet, inzwischen geht es ums Zehnfache. Die Anteile stiegen von 1000 auf 5200, das Kapital wuchs von 500 000 Euro auf 2,6 Millionen Euro. Das bescherte 2018 einen Bilanzgewinn von rund 85 000 Euro - und Steuern in Höhe von 23 000 Euro. Die Verbindlichkeiten lagen 2018 bei 225 000 Euro. Seit 2014 konnte für die Anteilseigner eine Dividende von drei Prozent ausgeschüttet werden.

Diese Zahlen zeigen laut Bräutigam, dass "das Vertrauen in die Ziele der Bemo da ist und letztlich auch durch eine Ausschüttung belohnt wird". Er schränkte aber auch ein, dass es für diese Rendite keine Garantie geben kann: "Der Markt, den wir bedienen, ist Schwankungen unterworfen." Aufsichtratsmitglied Bernhard Werner verwies darauf, dass diese Schwankungen vor allem die Windkraft betreffen, bei den PV-Anlagen seien sie eher überschaubar. Drei Prozent, das sei in heutiger Zeit eine gute Rendite, stellte er fest und merkte an, dass die Bemo nicht zuletzt durch die erst vor wenigen Monaten übernommene PV-Anlage in Schmidgaden an der A 6 gut aufgestellt sei. Damit, so seine Prognose, werde man heuer deutlich über acht Millionen Kilowattstunden kommen und habe somit auch einen deutlichen Anteil an der regionalen Stromversorgung. "Wir stochern nicht mit der Stange im Nebel herum", beteuerte Aufsichtsratsvorsitzender Arnold Kimmerl und lenkte den Blick auf die Beteiligung der Geldinstuitute und deren finanztechnisches Fachwissen. "Ein Drittel Eigenkapital, das ist ein gesunder Mix", bestätigte in diesem Zusammenhang auch Bankdirektor Bernhard Werner.

Führung mit Idealismus

Man sei sich der hohen Verantwortung für das Kapital bewusst, betonte Kimmerl und gab auch die Ergebnisse der jüngsten Rechnungsprüfung bekannt, die der Bemo "geordnete Verhältnisse" bescheinigt hatte. Stolz ist man aber auch auf die Pflege des Genossenschaftsgedankens. "Da geschieht viel aus Idealismus", gab Bräutigam zu bedenken, der dabei auch die unentgeltliche Arbeit an der Spitze der Genossenschaft im Blick hatte.

Kimmerl berichtete außerdem von einem geplanten regionalen Energiemarkt im Landkreis. Nun, da die Verträge für viele PV-Anlagen auslaufen würden, überlege man auf Anregung des Bayernwerks, sich zusammenzuschließen, um den Strom gemeinsam zu vermarkten. Was die Ausschüttung in Höhe von drei Prozent betrifft, so strebe man danach, diese auch weiterhin aufrecht zu erhalten, verkündete Bräutigam und warb bei dieser Gelegenheit gleich um neue Mitglieder. Neue Mitglieder, das bedeute schließlich auch neue Projekte, so Bernhard Werner.

Arnold Kimmerl, stellvertretender Bürgermeister Kurt Koppmann, Ernst Bräutigam und Bernhard Werner (von links) sind zufrieden mit der Bilanz der Bemo, die in den vergangenen vier Jahren jeweils eine Dividende von drei Prozent ausschütten konnte.
Info:

Bürgerenergie Mittlere Oberpfalz eG

Bei der Bemo (Bürgerenergie Mittlere Oberpfalz) handelt es sich um eine Bürgergenossenschaft, die sich zum Ziel gesetzt hat, den Anteil regenerativer Energien an der Energieversorgung im Landkreis Schwandorf zu erhöhen. Sie will damit einen regionalen Betrag zur Energieversorgung leisten und gleichzeitig auch die Wertschöpfung hier belassen. Die Organisation in der Struktur einer Genossenschaft ermöglicht es, viele Bürger an den Projekten zu beteiligen. Jeder der aktuell rund 350 Genossen hat unabhängig von seinen Anteilen eine Stimme. Vorstand, Aufsichtsrat und Lenkungsgruppen arbeiten unentgeltlich, um Verwaltungskosten zu minimieren. "In Erneuerbare Energien investieren nicht nur überzeugte Klimaschützer, sondern auch viele Menschen und Unternehmen, denen es um eine zukunftsfähige Geldanlage geht", heißt es auf der Homepage der Bemo (www.bemo-sad.de). Wichtigste Projekte der 2011 gegründeten Genossenschaft: PV-Anlagen auf der Mittelschule Nabburg, auf dem Bauhof Oberviechtach und dem Feuerwehrhaus Wildeppenried sowie der ehemaligen Sparkasse Nabburg, PV-Freiflächenanlagen in Perschen und Schmidgaden, Beteiligungen an Windkraftanlagen in Berching und Penting bei Neunburg. Die Bemo hat außerdem eine Windkraftanlage in Trogen bei Hof erworben. Anteile gibt es ab 500 Euro. (bl)

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