Wirtschaft, Klimawandel, Naturschutz, Tierwohl: Hinter diesen Schlagworten stecken die täglichen Herausforderungen für die Bauern. "Doch angesichts der zurzeit gut gefüllten Regale bei Discountern und in Kaufmärkten scheint man sich dafür nicht groß zu interessieren", bedauerte der Kreisobmann am Samstag. Angesichts der Tatsache, dass die Produktionskosten stärker steigen als die Produktpreise, forderte Josef Irlbacher eine Stärkung der heimischen Landwirtschaft.
Doch die Realität sehe anders aus: "Eine satte Wohlstandsgesellschaft, getrieben von ständigen Aktionen der immer einflussreicher werdenden Natur- und Tierschutzverbände sieht in der Land- und Forstwirtschaft das Problem." Man gewinne den Eindruck, "als ob die Diskussion um die Zukunft unseres Planeten in erster Linie auf dem Rücken der Bauern ausgetragen wird." Gesetzliche Auflagen würden Kosten verursachen, die der Markt nicht honoriert. Die Margen für die Bauern würden somit immer kleiner und der Druck zum Wachstum größer, um die Einbußen auszugleichen. Doch Wachstum könne nicht die Lösung sein: "Wir sind an den Grenzen angelangt."
Zu viel Bürokratie und Kritik
Irlbacher wusste zu berichten: "Es brodelt unter der Decke des bäuerlichen Berufsstandes." Immer mehr werden auf den Höfen und in den Bauernfamilien die Fragen gestellt: Macht das Ganze noch einen Sinn? Wie lange können wir uns aufgrund dieser Entwicklung noch halten? Als Hauptprobleme würden dabei die überbordende Bürokratie und die ständige, undifferenzierte und pauschale Kritik an der Arbeit der Landwirte gesehen. Irlbacher betonte. "Wir brauchen mehr Wertschätzung und mehr Wertschöpfung!" Hier stünden alle in der Politik, in den Natur- und Tierschutzverbänden, in der Lebensmittelindustrie, im Lebensmitteleinzelhandel sowie im Besonderen die Verbraucher in der Verantwortung.
Politik reagiert
In einem Grußwort versicherte MdL Alexander Flierl auch im Namen von MdB Karl Holmeier die politische Unterstützung. "Unsere 107 000 landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern sind notwendig, um den ländlichen Raum zu gestalten", unterstrich er. Auch Landrat Thomas Ebeling will auf Kreisebene ein offenes Ohr haben. "Wir stehen in ständigem Kontakt mit der BBV-Kreisvorstandschaft, um Probleme zu besprechen." Leitender Landwirtschaftsdirektor Johannes Hebauer freute sich, dass die Politik das Rad der Zeit zurückgedreht und die bei einer früheren Verwaltungsreform abgeschafften Landwirtschaftsabteilungen an den Bezirksregierungen nun zum 1. Oktober 2018 wieder aktiviert hat. Mit den zwei kleinen Sachgebieten für Agrarstruktur und Bildung gebe es zumindest wieder ein zartes Pflänzchen, das die Landwirtschaft auf Augenhöhe mit anderen Bereichen wachsen lässt. Man habe offenbar erkannt, dass die Landwirtschaft ein Sprachrohr im Staat braucht. Abteilungsleiter Hebauer appellierte an die Bauern, den Heiligen Sebastian, den Pfeile durchbohrten und der als Märtyrer starb, als Vorbild zu sehen: "Je mehr Pfeile abgeschossen werden, umso mehr sollten Sie zu Ihrer eigenen Überzeugung stehen."
Bürgermeister Armin Schärtl dankte dem Bauernverband dafür, dass er die Tradition der Sebastiani-Bauerntage in Nabburg am Leben hält. Der Referentin Eva-Maria Haas schenkte er einen Bildband über die Stadt, "damit sie weiß, wo sie überhaupt gewesen ist." Bezirksbäuerin Rita Blümel wiederholte den Ruf nach breiter Unterstützung. Denn ohne Landwirtschaft geb es keine Ernährungssicherheit und somit auch keine Zukunft.
Dank für Mitgestaltung
Während der Kundgebung dankte BBV-Kreisobmann Josef Irlbacher dem Nabburger Pfarrvikar John Oguche für den voraus gegangenen Gottesdienst in der Pfarrkirche und schenkte ihm einen kleinen Präsentkorb. "Es ist immer schön, unter Bauern zu sein", erwiderte der Geistliche den Dank. Zur Gestaltung des Sebastiani-Bauerntages hatten auch der Landfrauenchor in der Kirche und das Jagdhornbläser-Ensemble der Jäger-Kreisgruppe Nabburg im Jugendwerk beigetragen.














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