"Die Aufgaben gehen uns nicht aus", betonte Bürgermeister Armin Schärtl am Donnerstagabend bei der Bürgerversammlung in der Nordgauhalle und stellte im Rückblick fest: "Es hat hier noch nie so viel Bautätigkeit gegeben." Chronologisch lieferte er vor knapp 200 Zuhörern einen Rückblick auf all das, was sich in einem Jahr in Nabburg und den Ortsteilen getan hat - vom Kanalbau bis hin zur Erschließung von neuen Baugebieten. Denn die Zahl der Einwohner, die hier ihren Erstwohnsitz haben, steigt. "Das widerspricht allen Prognosen", freute sich Schärtl angesichts der aktuellen Zahl von 6180.
26 Ortsteile seien mittlerweile an der Kanalisation, allein für zwölf Ortschaften habe die Stadt 8,2 Millionen Euro investiert. Der Freistaat Bayern gewährte Zuschüsse in Höhe von rund 3,2 Millionen Euro. Jetzt gehe es darum, im Stadtgebiet die Leitungsnetze zu erneuern, informierte der Bürgermeister und ging dann auf die Bauleitplanung für 2018 ein. "Wir haben jede Woche Anfragen für Betriebserweiterungen oder -ansiedlungen", berichtete Schärtl und zeigte sich zuversichtlich, dass auch es mit dem Einkaufszentrum auf dem Krankenhaus-Areal klappt. Hier werde immer wieder versucht, Gerüchte zu streuen, dass es im Sande verläuft. "Dem ist nicht so", widersprach er. Derzeit liegen außerdem Pläne für das Wohngebiet Krankenhausstraße aus. Zwei Industriegebiete, "Baderfeld" und Sauerzapfstraße", stünden zur Verfügung, für die Flächennutzungspläne "Diendorfer Graben" und das "Baugebiet Hirtenleite III" bestehe Rechtskraft. Für letzteres beginne demnächst die Erschließung, 44 Parzellen stünden damit zum Verkauf. "Ich bin zuversichtlich, dass wir für alle Käufer finden werden", so Schärtl angesichts der deutlich höheren Zahl an Interessenten.
Dass Nabburg als Wohnstadt gefragt ist, machte der Bürgermeister auch an der Zahl der Bauanträge und Bauvoranfragen fest: 50 solcher Anträge gab es im Zeitraum von November 2017 bis Oktober 2018. Er verwies auf ein Projekt der Firma Ehrenreich, das allein 44 Wohnungen beinhaltet. Schärtl ging dabei aber auch auf die Leerstands-Problematik ein. "Wir versuchen, in Sanierungsgebieten Gebäude zu bekommen, aber nicht um jeden Preis", stellte er klar und fügte hinzu: "Wir suchen keine Käufer, sondern Investoren, die viel Geld in die Hand nehmen, damit wir noch mehr Kleinode haben." Bei der Bürgerversammlung präsentierte er eine Liste von Objekten, die inzwischen veräußert wurden. Vergabekriterien sind demnach eine dankmalkonforme, altstadtsatzungsgemäße und zeitnahe Sanierung. "Wir betreiben Leerstandsbeseitigung und Altstadtbelebung, nicht primär Maklertätigkeit", umriss der Rathauschef die städtischen Bemühungen.
Die Zeichen für einen Aufschwung stehen jedenfalls gut: "Es brummt nach wie vor", so der Bürgermeister angesichts von 500 neu entstandenen Arbeitsplätzen in den vergangenen zehn Jahren. Die Steuerkraft sei "historisch hoch". "Das heißt aber nicht, dass das so bleibt", warnte Schärtl. Außerdem stünden für 2019 jede Menge Aufgaben an, darunter die auf rund 5,2 Millionen Euro veranschlagte Sanierung der Mittelschule. Ähnlich aufwendig wie die Regensburger Straße/Georgenstraße werde sich die Baustelle für Wasser, Kanal und Gehsteig in der Oberviechtacher Straße gestalten.
Zwingerweg West, Krughaus (eventuell Archiv), Feuerwehrhaus-Anbau in Diendorf, ein neues Feuerwehrfahrzeug für Neusath, die Freiflächengestaltung an der Marienkirche, Altstadt-Parkplätze, die Sanierung des Mähntors und zusätzliche Kapazitäten für Kindergarten und -krippe sowie die Erschließung des Industriegebiets "Baderfeld" stehen ebenfalls auf der To-do-Liste für 2019. Und nicht zuletzt muss die an vier Stellen bereits begonnene Sanierung der Stadtmauer fortgeführt werden. "Der komplette Stadtmauerring wird uns noch über viele Jahre beschäftigen", prophezeit der Bürgermeister.
Wir suchen keine Käufer, sondern Investoren, die viel Geld in die Hand nehmen, damit wir noch mehr Kleinode haben.













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