17.10.2019 - 11:48 Uhr
NabburgOberpfalz

Segen für die Rettungswache

Die neue Rettungswache des Roten Kreuzes in Nabburg - eine von acht BRK-Rettungswachen im Landkreis Schwandorf – hat den kirchlichen Segen erhalten. Bei dem kleinen Festakt weist Bürgermeister Armin Schärtl auch auf ein Problem hin.

Der katholische Pfarrvikar Klaus Oskar Lettner (weißer Habit) und die evangelische Pfarrerin Irene Friedrich (daneben) segneten die neue Rettungswache im Beisein von BRK-Kreisgeschäftsführer Otto Josef Langenhan (ganz links) und zahlreichen Rotkreuz-Funktionären und Ehrengästen.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Schärtl lobte im Beisein von zahlreichen Gästen aus der Spitze des BRK-Kreisverbands, von THW, Polizei, Bergwacht und anderen "die nochmalige Aufwertung des früheren Krankenhauses". Es beherbergt jetzt als Gesundheits- und Betreuungszentrum (GBZ) des Rotkreuz-Kreisverbands Schwandorf zahlreiche Einrichtungen und Praxen "und die Stadt ist froh, dass wir jetzt auch die Rettungswache hier haben". Einen Wermutstropfen gibt es trotzdem - die häufig geschlossene Schranke beim Bahnübergang. "Die kostet wichtige Zeit", bedauerte der Bürgermeister.

Für den BRK-Kreisgeschäftsführer Otto Josef Langenhan war klar, dass die Integration der Rettungswache "ein Meilenstein in der Entwicklung des ehemaligen Krankenhauses" sei. In der neuen Wache tun fünf hauptberufliche Frauen und 18 Männer ihren Dienst. Landrat Thomas Ebeling wies in seiner Eigenschaft als Kreisvorsitzender des Roten Kreuzes drauf hin, dass der Einzug in die früheren Krankenhausräume samt Garagenanbau die vergleichsweise günstigere Alternative gewesen sei: "Die Rettungswache hat jetzt 325 000 Euro gekostet, ein Neubau wäre doppelt so teuer gekommen." Trotzdem sei die Immobilie "nicht ganz ohne" gewesen, sagte Ebeling, "aber es kam alles zum guten Abschluss".

"Wirtschaftliche Lösung"

In einer Stellungnahme wies der verantwortliche Architekt Rodrigo Abarzúa (Schwandorf) darauf hin, dass die "erste Priorität" eine sinnvolle und nachhaltige Nutzung des vorhandenen Leerstands im Gebäude war. "Die Besonderheit dieser Baumaßnahme bestand darin, zusammen mit den Genehmigungsbehörden und den beteiligten Unternehmen eine umsetzbare und wirtschaftliche Lösung im Bestandsgebäude des ehemaligen Krankenhauses Nabburg zu erreichen."

Den kirchlichen Segen spendeten der katholische Pfarrvikar, Monsignore Klaus Oskar Lettner, und die evangelische Pfarrerin Irene Friedrich. "Wir wissen alle, wie wichtig die Rettungswache ist", versicherte Lettner. Friedrich, die von einem "wunderbaren Gesundheitszentrum" sprach, nahm das Evangelium des barmherzigen Samariters als Grundlage ihrer kurzen Ansprache. Mit Blick auf die Sanitäter betonte sie: "Ich bewundere diesen Dienst sehr." Sie selbst sei als Notfallseelsorgerin auch oft vor Ort, "aber nicht in der ersten Reihe, und darüber bin ich froh".

Problem Bahnübergang

"Mit dem neuen Standort hat sich für Nabburg nichts Wesentliches verändert", erklärt Joachim Seeliger, stellvertretender Kreisgeschäftsführer des BRK, dieser Tage auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. Der neue Standort sei bereits 2016 ausgiebig geprüft worden. Das Problem liege woanders: "Der Bahnübergang gehört sich weg", betont Seeliger. Hoffnung legen er und die Einsatzkräfte in die geplante Ortsumgehung. "Der Standort ist ja nicht auf die nächsten fünf Jahre ausgerichtet. Wir wollen hier schon länger bleiben", so der zweite Kreisgeschäftsführer. Zudem biete die neue Wache den Rettungskräften viele Vorteile und erleichtere das Arbeiten.

"Es ist schöner, moderner. Wir haben mehr Platz und der ein oder andere Handgriff ist leichter", erzählt Roland Lebrecht, der seit 1. Januar neuer Wachleiter ist. Der Einsatzablauf sei gleich geblieben. Die Vorteile überwiegen ganz klar. "Auch das Hochwasser ist kein Problem mehr...und das Dach ist dicht", ergänzt Lebrecht schmunzelnd.

Ein Neubau wäre doppelt so teuer gekommen

Landrat und Rotkreuz-Vorsitzender Thomas Ebeling

Landrat und Rotkreuz-Vorsitzender Thomas Ebeling

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