Erfreulich viele der 1487 Mitglieder des Vereins Oberpfälzisches Bauernmuseum Neusath-Perschen konnten dessen Vorsitzender Bürgermeister Armin Schärtl und seine Geschäftsführerin Kerstin Ehemann zur Jahreshauptversammlung im Brotzeitstüberl begrüßen. Ihr Gedenken galt zunächst den Verstorbenen, darunter Alois Gillitzer (Kreismusikpfleger) und Leo Berberich (Kreisheimatpfleger).
Den Tätigkeitsbericht prägten jedoch positivere Aspekte (Initiative zur Bewirtschaftung des Brotzeitstüberls), Traditionelles (Veröffentlichung der Jahresschrift, "Kirwa"-Gottesdienst mit Chorgesang) aber auch arbeitsintensive Punkte: Die durch den "Leader"-Fond finanziell geförderte "Wiederbelebung der historischen Zillen-Fahrten zwischen Haindorf und Perschen" nahm in der Umsetzung, so Schärtl, "schon fast teils kabarettistische Züge an". Ungeahnt, welchem Wust an Bürokratie, Gesetzesvorschriften oder notwendigen Zertifikaten inklusive "Fluß-Personenbeförderungsführerschein" sich Kerstin Ehemann da plötzlich konfrontiert sah. Dank ihres Engagements gelang es, die neuen vereinseigenen Zillen mit je zehn Plätzen zu taufen, das Führungskonzept auszuarbeiten und bereits zahlreiche Anfragen zu registrieren. Letzte Details sind noch zu klären, dann könnte es im Frühjahr heißen: "Leinen los".
Pegelstände dürften auch Birgit Angerer geläufig sein. Bevor die gebürtige Hamburgerin in ihrem Referat auf mehr als nur 18 Jahre in Neusath-Perschen zurückblickte, dankte sie dem Verein für seine vielfältigen Beiträge, häufig als willkommener Zuschuss zum Haushalt des Bezirks. So verhalf eine dieser Finanzspritzen zu Gunsten des Gartenprojektes von Bettina Kraus dem Museum zur bislang einmaligen Auszeichnung "Umweltstation". Angesichts dieses Lobes blieb auch "ein noch offen gebliebener Wunsch" Angerers nicht unerfüllt: Einen Zeichentrickfilm zur "Ökologie des Waldes" wird man mit 3000 Euro fördern. Als "Abschiedsgeschenk" wollte Angerer dies aber nicht verstanden wissen, schließlich bleibe sie als Kreisheimatpflegerin in Kontakt zur Region.
Aufgewachsen in einem Dorf im "Sachsenwald" studierte sie Volkskunde und klassische Archäologie. Nach der Promotion und einigen Stationen führte ihr Weg familiär bedingt nach Regensburg, verbunden mit freiberuflicher Tätigkeit und nebenbei als ehrenamtliche Gästeführerin. Gerne erinnere sie sich an erste Kontakte (ab 2001) zum Bezirk, dann konkret zum Freilandmuseum Neusath-Perschen, die spätere gute Kooperation mit Ralf Heimrath, dessen Nachfolge sie 2007 antrat, aber auch so manche Anekdote mit Bauhofleiter Konrad Uschold. "Für ihn muss ich als Nordlicht - nicht Preußin! - in dem ein oder anderen Fall eine echte Herausforderung gewesen sein".
Mit großer Zuversicht und Sympathie stellte sie anschließend ihren Nachfolger vor: Tobias Hammerl, zuletzt Museumsleiter in Abensberg. Dieser umriss kurz seine künftigen, beruflichen Ambitionen: "Wir müssen das Museum konsequent und bewusst aus Sicht der Besucher denken, für die es ja da ist", zugleich aber auch "die Entwicklung der letzten Jahrzehnte im ländlichen Raum verdeutlichen - mit all ihren Konsequenzen". Dazu freue er sich auf regen Austausch und ebenso herzliches Miteinander. Denn: "Ein Foto aus dem Jahr 1979 zeigt mich als kleinen Jungen zusammen mit meinem Vater, Ortsheimatpfleger von Laaber, vor dem Tor des Edelmannshofes. Also für mich ist es jetzt und hier ein bisschen wie heimkommen."













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