09.08.2020 - 13:01 Uhr
NabburgOberpfalz

Sinkende Euphorie für Fun-Sport-Anlagen

Noch im Februar herrschte Begeisterung. Jetzt macht sich im Nabburger Stadtrat Ernüchterung breit. Ein Skater-Parcours ist momentan nicht finanzierbar, und ein Bike-Park nicht genehmigungsfähig.

An dieser Stelle zieht der Stadtrat einen Schlussstrich: Beim Skilift wird es keinen Bike-Park geben.
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Die beiden Anträge hatte Jugendbeauftragte Heidi Eckl (ÖDP) gestellt. Aufgrund der unklaren Haushaltslage war der Skater-Parcours zunächst zurückgestellt worden. Jetzt weiß man im Rathaus: Die gesamten Investitionskosten lägen bei etwa 100 000 Euro. Aufgrund der extrem angespannten finanziellen Lage der Stadt sah die Verwaltung keine Chance auf Verwirklichung. Stadträtin Eckl regte an noch zu prüfen, inwiefern die Anlage ähnlich wie in Neunburg vorm Wald bezuschusst werden könnte. Evi Thanheiser (SPD) sprach sich für eine Zurückstellung des Antrags aus, bis alle Fördermöglichkeiten abgeklopft sind. So sah es dann auch Bürgermeister Frank Zeitler (CSU). Der Antrag kam einstimmig in die Warteschleife.

Eine längere Diskussion entwickelte sich hingegen über den geplanten Bike-Park beim städtischen Skilift, der schon im Vorfeld Planungskosten in Höhe von etwa 50 000 Euro bei einem Landschaftsarchitekten auslösen würde. Da kam die Frage auf, ob die beiden jungen Interessenten diese Summe überhaupt aufbringen könnten. Außerdem stellte sich heraus, dass die Anlage gravierende Einflüsse auf das Naherholungsgebiet hätte und aus naturschutzfachlicher Sicht keine Zustimmung vom Landratsamt bekäme. Deshalb schlug die Verwaltung vor, einen Rückzieher zu machen und das im Februar bereits befürwortete Vorhaben abzulehnen.

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Nabburg

Es war zwar schön, was die potenzielle Bauherren vorgestellt hatten, aber es passt nicht in die Landschaft: Mit dieser Meinung waren sich Hans-Georg Dobler (CSU) und Helmut Ertl (ÜPW) einig. "Wir haben dort ein wunderbares Gebiet, das sollten wir nicht zerstören", äußerte sich Bürgermeister Frank Zeitler (CSU) ähnlich. ÖDP-Stadträtin Heidi Eckl verwies darauf, dass dort auch schon Veranstaltungen stattfinden durften, die der Natur schadeten. Ihr entgegnete Zeitler: "Sie sind bei der ÖDP und sollten ökologisch denken. Ich denke ökologisch und bin deshalb absolut dagegen", bekräftigte er seine Einstellung. Außerdem: Streetfighter-Treffen habe es jeweils an einem Wochenende gegeben, der Bike-Park wäre so gut wie tagtäglich in Betrieb. Rita Holzgartner (SPD) erinnerte an die Begeisterung in der Sitzung kurz vor der Wahl. Ihr antwortete Zeitler: "Ich war da im Stadtrat nicht dabei, ich hab's nur gelesen und war nicht begeistert." Der Stadtrat habe damals einen Prüfungsauftrag erteilt, wodurch Fakten bekannt wurden, die damals noch keiner kannte. "Wir sollten das sein lassen", meinte Helmut Ertl und plädierte dafür, sich auf den Skater-Parcours zu konzentrieren. Denn ein neues Angebot sei man den jungen Leuten in der Stadt schon schuldig. Sollte der Bike-Park dennoch gewollt werden, solle man einen neuen, besser geeigneten Standort suchen, fügte Ernestine Gietl (Nabburg-Land) an. Falls gewünscht, möchte der Bürgermeister mit den möglichen Betreibern reden. Letztlich wurde der Antrag bei einer Gegenstimme von Josef Weber (SPD) abgelehnt.

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