05.03.2020 - 15:30 Uhr
NabburgOberpfalz

Slalom für solide Wasserleitung

Ampel, Einbahnstraße und ein Umweg: Für die Baustelle an der Oberviechtacher/Neunburger Straße hat am Montag Phase zwei begonnen. Was hier verbuddelt wird, soll so schnell nicht porös werden – und auch für Autofahrer ist etwas dabei.

Ein Bagger bringt die schweren Stahlplatten für den Graben-Verbau in der Oberviechtacher Straße an Ort und Stelle. Die Kreuzung mit Hütgasse und Neunburger Straße ist nicht nur für den Verkehr ein schwieriger Bereich, hier treffen auch Wasserleitungen aufeinander, die dringend saniert werden müssen.
von Monika Bugl Kontakt Profil

Ganz Nabburg ohne Wasser: Im Januar ist dieser Alptraum wahr geworden. Nur weil der Wasserrohrbruch an der Hauptleitung um vier Uhr morgens passiert ist, haben die Bürger davon fast nichts mitbekommen. "Aber der Vorfall zeigt, dass die Sanierung der Wasserleitung kein Luxus ist", sagt Bauamtsleiter Thomas Prey angesichts der neuen Großbaustelle an einem besonderes neuralgischen Punkt in der Stadt: Dort, wo der Verkehr über die Oberviechtacher Straße Stadt und Autobahn verbindet, und außerdem die Neunburger Straße und Hütgasse kreuzen.

Bereits im vergangenen Jahr war die Oberviechtacher Straße Baustelle. Rund eine Million Euro wurde hier investiert, um die Wasserleitung für die Zukunft flott zu kriegen. Punktuell wurde der Kanal saniert, Stromleitungen konnten dabei auch gleich verlegt werden, und schließlich gab es zur Freude der Autofahrer wieder eine glatte Asphaltschicht über der unterirdischen Infrastruktur. Doch die Ruhe auf der Baustelle war nur von kurzer Dauer, die zuständige Firma Guggenberger aus Mintraching hat ihre Zelte am Stützpunkt vor dem ehemaligen Sparkassengebäude gar nicht erst komplett abgebrochen. Schwerpunkt der Bauarbeiten war in diesem Jahr ab 10. Februar zunächst die Neunburger Straße, wo die neuen blauen Wasserrohre mit etwa 20 Zentimeter Durchmesser inzwischen schon gut eingebettet sind. Ein Durchkommen ist hier aber derzeit noch nicht, die Autofahrer müssen auf dem Weg nach Diendorf oder zum Einkaufszentrum am Angerweiher einen Umweg über die Siemensstraße in Kauf nehmen.

Voraussichtlich bis Ende April gibt es nun auch für die Oberviechtacher Straße Behinderungen, wo stadteinwärts über die Hütgasse (derzeit Einbahnstraße) und die Perschener Straße umgeleitet wird. Stadtauswärts ist ein Schlenker auf die Gegenfahrbahn erforderlich, den eine Ampel regelt. "Das muss sich noch etwas einpendeln, läuft aber grundsätzlich ganz passabel", so erste Erfahrungswerte.

Vollausbau für Hütgasse

Wenn die neue Wasserleitung aus der Neunburger Straße am Naabweg an die alte Leitung andockt, ist als nächste Etappe die Sanierung der Rohre in der Hütgasse geplant. Neben Wasserleitung und punktueller Kanalsanierung wird dort auch die Gasleitung komplett erneuert. Erstmals soll es im Zuge dieser Baumaßnahme auch eine Straßenbeleuchtung und -entwässerung geben. "Hier ist man in der Vergangenheit nach einem Regenguss regelrecht durch einen See gefahren", schildert Prey die desolate Situation in der Hütgasse, die nun vor einem Vollausbau steht. Ohne große Straßenerneuerung geht es dagegen beim dann folgenden Wasserleitungsbau in Perschener Straße und Nikolaiweg ab. Nicht zuletzt soll heuer auch noch die Fahrbahnerneuerung zwischen Kreisel und Autobahnausfahrt zwischendrin "eingetaktet" werden, die fällt allerdings nicht ins Ressort der Stadt sondern des Staatlichen Bauamts.

Insgesamt rechnet der Bauamtsleiter, dass heuer eine weitere Million Euro im Untergrund verschwindet. "Die Leitungen sind jetzt 50 Jahre alt, da ist in den letzten Jahrzehnten nicht viel investiert worden", erklärt der Fachmann. Gerade der saure Boden habe dazu geführt, dass so manches Rohr von außen regelrecht von Rost zerfressen wurde. Ein "duktiles Gußrohr", das innen und außen mit einer Zement-Spezialschicht versehen ist, könnte eine längere Haltbarkeit garantieren. "Das wird man allerdings frühestens in 50 Jahren überprüfen können", schränkt Bauamtsleiter Prey ein. Anders als die zuletzt favorisierten Kunststoffleitungen soll sich das neue Produkt auch nicht verformen, was gerade beim Anschluss der Hausleitungen von Vorteil ist.

Rot auf Bedarf

Doch nicht nur die unterirdische Trinkwasser-Straße soll dank des Eingriffs sicherer werden, auch der Verkehr darüber könnte von der Operation profitieren. So gibt es in Oberviechtacher und Neunburger Straße im Zuge der Baumaßnahme künftig eine Vorsignal-Ampel, die Fahrzeuge schon vor dem eigentlichen Kreuzungsbereich stoppen kann. "Rechtsabbieger aus Richtung Diendorf haben schnell mal die Fußgängerampel übersehen und sind aus Versehen einfach bei Rot drüber gefahren", schildert Prey ein Problem, das man damit ebenfalls in den Griff bekommen will. Und dann ist da noch die Induktionsschleife in der Neunburger Straße: Sie soll einen längeren Stau bei den Linksabbiegern in die Oberviechtacher Straße verhindern, indem sie je nach Verkehrsaufkommen die Ampel entsprechend steuert. "Solche Systeme gibt es meistens für nicht so stark befahrene Seitenstraßen, die Ampel reagiert dann bedarfsabhängig", berichtet der Bauamts-Chef. "Ich kann mir vorstellen, dass diese Methode auch an diesem neuralgischen Punkt ganz gut funktioniert."

In der Neunburger Straße sind die neuen Rohre (links ein blaues Teilstück) schon unter der Erde. Bauamtsleiter Thomas Prey ist mit dem Fortschritt auf der Baustelle zufrieden.
Zwei Zementschichten und dazwischen Stahl: Die duktilen Gußrohre fürs Trinkwasser versprechen eine längere Lebensdauer als ihre Vorgänger.
Hier soll bald angedockt werden, dann ist die Erneuerung der Wasserleitung in der Oberviechtacher Straße auf dem etwa 50 Meter langen Teilstück vorerst beendet und trifft auf die bestehende Verbindung.
Die schwarzen Plastikrohre sind für Stromleitungen gedacht, die hier gleich mit verlegt werden.

Der Vorfall zeigt, dass die Sanierung der Wasserleitung kein Luxus ist.

Bauamtsleiter Thomas Prey über einen Rohrbruch bei der Hauptleitung im Januar.

Bauamtsleiter Thomas Prey über einen Rohrbruch bei der Hauptleitung im Januar.

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