01.12.2019 - 15:35 Uhr
NabburgOberpfalz

SPD setzt weiter auf Armin Schärtl

Armin Schärtl tritt noch einmal als Bürgermeister-Kandidat an. In der nächsten Legislaturperiode möchte er bei anstehenden Jahrhundertentscheidungen mitwirken. Auf der Stadtratsliste der SPD finden sich diesmal zehn Frauen und zehn Männer.

Armin Schärtl (erste Reihe, Zweiter von links) ist seit 2008 Bürgermeister in Nabburg. Der 61-Jährige kandidiert erneut für das Amt. Als Ersatzkandidatin steht Evi Thanheiser (erste Reihe, links) bereit. Die 20-köpfige Stadtratsliste setzt sich aus zehn Frauen und zehn Männern zusammen.
von Benjamin Tietz Kontakt Profil

(doz) Es war wenig überraschend, dass die SPD-Mitglieder am Freitagabend wieder Armin Schärtl zum Bürgermeister-Kandidaten kürten. "Er hat unser Vertrauen", erklärte das älteste SPD-Mitglied Ludwig Birkel, der Schärtl auch als Kandidat vorschlug. Mit ihm habe man im Wahlkampf die besten Chancen. Dass Schärtl auch wieder antritt, war keine Selbstverständlichkeit. SPD-Vorsitzende Elisabeth Wilhelm erklärte: "Im Stadtrat müssen auch unbequeme und unpopuläre Entscheidungen getroffen werden." Es entstünden oft emotionale Diskussionen und man sei nicht "Everybody's Darling".

Schärtl bestätigte das und zitierte unter anderem einen Satz des ehemaligen Amberger Oberbürgermeisters Wolfgang Dandorfer: "Des Bürgermeisters Amtskleidung ist ein breites Kreuz und ein dickes Fell." Das scheint sich der Amtsinhaber auch selbst zuzuschreiben. Denn wie er bei der Zusammenkunft im Gasthaus Kräuterbeck erklärte, habe er zwar lange mit sich gerungen, dabei viel mit seiner Frau und seinen Kindern gesprochen, aber sich letztlich dennoch bereiterklärt, erneut als Bürgermeisterkandidat anzutreten. Er habe sich sogar untersuchen lassen. Die Ärzte hätten ihm attestiert, dass er gesund sei.

"Auf Klimaneutralität hinarbeiten"

Der vorrangigste Grund, warum der 61-jährige Schärtl eine weitere Periode im Amt bleiben will: "In Nabburg stehen Jahrhundertentscheidungen an." Etwa in der Altstadt. Der Amtsinhaber erklärte: "Wir müssen die Stadtmauer in einen Zustand versetzen, dass sie noch einmal 500 Jahre hält." Die Unterstadt müsse städtebaulich neu entwickelt werden, dazu zähle etwa eine Innerortsumgehung. Ein Erschütterungs- und ein Lärmschutz an der Bahn müssten genauso her wie ein Hochwasserschutz. Nach wie vor werde Wohnraum in Nabburg benötigt.

Zudem sei die Wasserversorgung ein großes Thema. "Es ist nicht einfach als Vorsitzender der Brudersdorfer Gruppe", erklärte Schärtl. Der vieldiskutierte Klimaschutz muss laut Schärtl vor Ort beginnen. Mit einem Blockheizkraftwerk im Bad und der Umrüstung auf LED-Lampen sei schon einiges passiert, aber es gelte: "Wir müssen langfristig auf Klimaneutralität hinarbeiten."

Als weitere Gründe führte Schärtl an, dass sich eine tolle, mit zehn Frauen und zehn Männern erstmals paritätisch besetzte Stadtratsliste gefunden habe. Zudem freute sich der 61-Jährige, dass alle derzeit sieben amtierenden Stadträte sich wieder zur Wahl stellen. "Unsere geliebte Heimatstadt ist es wert, sich für sie zu engagieren, auch wenn es nicht immer vergnügungssteuerpflichtig ist", erklärte Schärtl und spielte dabei vor allem auf die oft hitzigen Diskussionen im Stadtrat und die "70- bis 80-Stunden-Wochen" an. Als Ersatzkandidatin für Schärtl hoben die SPD-Mitglieder Evi Thanheiser auf das Schild.

"Zeigen, dass SPD noch wer ist"

Nicht nur die Wahl zum Bürgermeisterkandidaten und seiner Ersatzkandidatin fielen einstimmig aus, auch die Stadtratsliste der SPD erhielt 21 von 21 Stimmen. Darauf sind dieses Mal fünf Parteilose zu finden. Das Alter der Kandidaten reicht von 27 bis 67 und ist mit ebenso vielen Frauen wie Männern besetzt.

Der Landrats-Kandidat Peter Wein sagte bei der Nominierungsversammlung, dass es am 15. März, dem Tag der Kommunalwahl, auf die SPD ankomme. "In letzter Zeit haben wir nicht unbedingt Erfolge gefeiert. Wir können aber zeigen, dass die SPD noch wer ist."

In Nabburg stehen Jahrhundertentscheidungen an.

Bürgermeister Armin Schärtl

Stadtratsliste der SPD:

Platz 1: Armin Schärtl (61)

Platz 2: Evi Thanheiser (51)

Platz 3: Josef Weber (60)

Platz 4:Elisabeth Wilhelm (56)

Platz 5: Peter Haas (63)

Platz 6: Rita Holzgartner (54)

Platz 7: Matthias Krogner (27, parteilos)

Platz 8: Kristina Riß (27)

Platz 9: Bernd Eckl (44, parteilos)

Platz 10: Marion Schärtl (37)

Platz 11: Karl Sebald (50)

Platz 12: Katrin Holzgartner (27, parteilos)

Platz 13: Christoph Schärtl (33)

Platz 14: Elisabeth Troidl (53, parteilos)

Platz 15: Markus Wolf (55)

Platz 16: Anett Grohnert (35)

Platz 17: Walter Bauer (67)

Platz 18: Maria Blome (56, parteilos)

Platz 19: Cosima Wittenzellner (60)

Platz 20: Josef Hösl (55)

Ersatzdeligierter: Michael Riß (60)

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