Eine große Trauergemeinde begleitete den Gottesdienst und die Urnenbeisetzung am Freitag. "Er war stets um Ausgleich bemüht", sagte Ruhestandsgeistlicher Gottfried Rottner, der das Requiem in der Stadtpfarrkirche zelebrierte. "Streit konnte Michel Graf nicht ausstehen." Der Geistliche erinnerte an den Lebensweg von Michael Graf, der in Nabburg mit seinen Geschwistern aufgewachsen ist und von der Lehre bis zur Rente 1995 als Zinngießer arbeitete. An seinem 30. Geburtstag 1965 gab ihm seine Ehefrau Rita das Jawort. Mit ihr trauern die Söhne Oliver und Michael, Schwiegertochter, Enkel und Geschwister des Verstorbenen. Michael Graf zog 1987 für die SPD in den Nabburger Stadtrat ein, als Nachrücker für den neugewählten Bürgermeister Rudi Scharf. Bis 1996 gehörte Graf dem Gremium an, hatte Sitz und Stimme im Zweckverband Brudersdorfer Gruppe und für das Freizeitzentrum Perschen.
"Er war ein Sozialdemokrat alter Prägung", sagte Bürgermeister Armin Schärtl und verwies ebenfalls darauf, dass bei allen Debatten um Ausgleich bemüht gewesen sei. "Ein Zug, der manchem heutigen Stadtrat auch gut anstehen würde," sagte Schärtl. Er nannte Graf einen "väterlichen Freund und Ratgeber". Er habe sein Leben gemeistert, wie auch den Tod. Wohl wissend um seine schwere Krankheit, hatte sich Michel Graf noch von Schärtl verabschiedet. "Das wird mir in Erinnerung bleiben", sagte Schärtl. Auch Grafs Idee zur Benennung der Xaver-Fuhr-Straße nach einem im Nazi-Reich verfemten Künstler bleibe in Erinnerung. Zweiter Bürgermeister Kurt Koppmann und der ehemalige Stadtrat Josef Götz legten eine Blumenschale in den Stadtfarben am Grab ab.
Grafs soziale Einstellung habe hervorragend zu den Zielen des Bürgervereins gepasst, sagte Vorsitzender Karl Beer in seiner Rede am offenen Grab am Waldfriedhof. Seit 1982 war Graf Mitglied, habe die Gesellschaft und gute Unterhaltung genossen. Michel Graf habe im Verein und in der Bürgerschaft hohes Ansehen genossen. Mit Michel Graf verliere die SPD ein sehr geschätztes Mitglied, sagte Ortsverbandsvorsitzender Max Fröhler. Graf charakterisierte er als ehrlich, geradlinig und überaus vertrauenswürdig.



















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