11.04.2021 - 17:41 Uhr
NabburgOberpfalz

Testpflicht an Schulen: "Es muss ja weitergehen"

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Ab Montag gilt in allen bayerischen Schulen die Corona-Testpflicht. Es kehren sowohl die Abschluss- als auch die vierten Klassen in den Unterricht zurück. Wir haben im Landkreis Schwandorf nachgefragt, wie gut die Schulen gewappnet sind.

Auch am Oberviechtacher Ortenburg-Gymnasium kehren einige Schüler wieder zurück in den Unterricht.
von Vanessa Lutz Kontakt Profil

Auf die Stäbchen, fertig, Unterricht: Ab heute gilt die Testpflicht für bayerische Schüler. Im Landkreis Schwandorf werden aufgrund der Sieben-Tage-Inzidenz nur die Viertklässler und die Elftklässler im Wechselunterricht, die Abschlussklassen im Präsenzunterricht unterrichtet. Für sie heißt es: Stäbchen in die Nase, bohren, rein ins Fläschchen. Doch wo soll das Röhrchen abgestellt werden? Hier kommt beispielsweise der Duplo-Stein ins Spiel. Die Löcher auf der Rückseite passen perfekt.

So gesichert, kann man das Nasensekret in die Trägerflüssigkeit eintauchen und das Wattestäbchen noch einmal richtig auspressen. Das Behältnis wird dann mit einem anderen Deckel verschlossen und etwas von der Flüssigkeit auf das Testplättchen getropft. Nach etwa 15 Minuten steht das Ergebnis fest. Positiv oder negativ. Diese Prozedur soll jeder Schüler in Bayern zweimal pro Woche eigenständig handhaben. Nur dann darf er am Unterricht im Klassenzimmer teilnehmen. Und: Die Corona-Selbsttests sind ausschließlich in der Schule, nicht daheim erlaubt. So sieht es die Regel des bayerischen Kultusministeriums vor.

Schüler rechtzeitig informiert

Die jeweiligen Lehrkräfte, die morgens ihre Klasse unterrichten, sollen die Testungen beaufsichtigen. Wie gut sind da die Schulen im Landkreis vorbereitet? Das Telefon von Johann Hilburger, Leiter des Schwandorfer Schulamtes, klingelt momentan nicht öfter als sonst, wie er sagt. Und das obwohl ab heute mit den verpflichtenden Schnelltests wieder neue Regeln an den bayerischen Schulen herrschen. Keine besorgten Eltern? Keine Lehrer mit Fragen? Hilburger verneint. "Bereits vor den Osterferien ist schon klar gewesen, dass die verpflichtenden Schnelltests kommen." Die neue Regelung kommt für die Schulen somit also nicht aus heiterem Himmel. Das bestätigen auch die befragten Rektoren aus dem Landkreis.

"Wir wurden von dem Beschluss nicht überrascht", sagt Christian Schwab, der Leiter des Johann-Andreas-Schmeller-Gymnasiums in Nabburg. Schon vor den Ferien seien genügend Tests angeliefert worden. Es bestand Zeit, das Lehrerkollegium, die Schüler und Eltern vorzubereiten.

"Unsere Schüler, die es betrifft, wurden bereits vorab vom Schulmanager informiert", sagt der Rektor des Ortenburg-Gymnasiums in Oberviechtach, Ludwig Pfeiffer. Sie wurden auf Videobeiträge aufmerksam gemacht, die zeigen, wie die Schnelltests angewandt werden. Probleme sieht Pfeiffer nicht wirklich. "Ich denke, die neuen Regelungen sind absolut umsetzbar und zu handhaben."

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Bayern

Den Eltern Ängste nehmen

Auch an der Landgraf-Ulrich-Schule in Pfreimd setzte man bereits vor den Ferien, als der Beschluss klar war, auf umfangreiche Aufklärung. Wichtig sei das insbesondere deshalb, weil an Silke Schmids Schule nun auch wieder die Viertklässler am Unterricht vor Ort teilnehmen. "Wir haben den Eltern viele Infos zukommen lassen, Erklärvideos, damit sie mit ihren Kindern sprechen und vielleicht schon üben können."

Wichtig sei das, um auch den Eltern Ängste zu nehmen. "Viele dachten ja, dass bei den Schnelltests an den Schulen das Stäbchen bis ins Hirn in die Nase eingeführt werden muss", sagt die Rektorin. Für viele eine Horrorvorstellung. Besorgt hätten sich da einige Eltern gezeigt. Das sei aber unbegründet. "Wir haben hier ganz normale Schnelltests, die im vorderen Nasenbereich angewendet werden."

Es gehe darum, schnellstmöglich wieder zu einem normalen Unterrichtsbetrieb zurückzukehren und einen sicheren Betrieb zu gewährleisten. "Sowohl die Lehrer als auch die Schüler freuen sich auch sehr, wieder gemeinsam Unterricht haben zu können", sagt Schmid.

Extra geschult

Sie hat gemeinsam mit ihren Kollegen ein umfangreiches Hygienekonzept erarbeitet. Die Lehrer seien zudem für die Testungen extra vom BRK geschult worden. Sollte ein Schüler positiv getestet werden, muss er unverzüglich den Unterricht verlassen, so die Vorgabe des Ministeriums. Ob die Schüler dann sofort von den Eltern abgeholt oder mit Maske in den nächsten Bus gesetzt werden? Zu dieser konkreten Frage kann allerdings niemand so recht Antwort geben.

Doch zurück zum Schnelltest-Prozedere: "Ich erwarte, dass die Schüler das hinbekommen und traue ihnen das auch zu", sagt der Oberviechtacher Rektor Pfeiffer. Auch die anderen Rektoren setzen Vertrauen in ihre Schüler, dass sie die Lage ernst nehmen. "Es ist gut", sagt Pfeiffer, "dass die Schnelltests nun verpflichtend eingeführt werden - so kann man ein Stück weit zur Normalität zurückkehren."

Die Weidener Schulen hadern mit der Testpflicht

Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:

Schnelltests an Schulen

  • Bereits vor Unterrichtsbeginn sollen alle Schüler unter Aufsicht einer geschulten Lehrkraft die Schnelltests durchführen.
  • Bei den Schnelltests handelt es sich um Nasentests, die nur wenige Zentimeter in den vorderen Nasenbereich eingeführt werden.
  • Sobald ein Schüler positiv auf Corona getestet worden ist, soll dieser den Unterricht unverzüglich verlassen.
  • Bei einer 7-Tage-Inzidenz von über 100 müssen die Schnelltests mindestens zweimal wöchentlich durchgeführt werden. (vlu)
Ab Montag werden in den Klassenzimmern Schnelltests verteilt. Unterricht ist nur mit negativem Ergebnis möglich. Die Schüler testen sich selbst.

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