23.08.2021 - 11:38 Uhr
NabburgOberpfalz

THW Nabburg hilft beim Aufräumen im Katastrophengebiet

Die Folgen der Flutkatastrophe im Gebiet Bad Neuenahr-Ahrweiler sind längst nicht beseitigt. Schäden in Milliardenhöhe lassen das Ausmaß erahnen. Das Technische Hilfswerk Nabburg hilft beim Aufräumen kräftig mit.

Mit dem Schaufellader befreien die Helfer des THW eine Tiefgarage in Ahrweiler von den Schlammschichten.
von Michael SchützProfil

Nie dagewesene Bilder einer Flutkatastrophe dominierten in den vergangenen Wochen die Medien. Längst wird breit darüber diskutiert, wie das passieren konnte. War das bereits ein Vorbote des Klimawandels? Hätte Schlimmeres durch bessere Katastrophenvorsorge verhindert werden können? Und wer war schuld? Fernab dieser Debatten verrichten berufliche und freiwillige Helfer aus dem ganzen Land äußerst aufwändige Aufräumarbeiten. Unter ihnen auch Mitglieder des THW-Ortsverbandes Nabburg, die zum Teil nun bereits zum zweiten Mal mit gemischten Gefühlen das Katastrophengebiet rund um den Ort Bad Neuenahr-Ahrweiler verlassen und in die Heimat zurückkehren.

Seit wenigen Tagen ist der Aufenthalt der zweiten Einsatzgruppe des Ortsverbandes beendet. Der einwöchige Einsatz hatte es in sich. "Es gibt Arbeit ohne Ende", betonte Friedrich Kristel vom Technischen Hilfswerk (THW) Nabburg nach der Rückkehr im Gespräch mit Oberpfalz-Medien.

Autos aus Tiefgaragen geborgen

Zusammen mit Einsatzgruppen aus Mühlhof, Kassel und Lauf bargen die freiwilligen Helfer zahlreiche schrottreife Autos aus drei Tiefgaragen. Die stark beschädigten Fahrzeuge zogen die Helfer mit der Seilwinde des THW-Lasters aus den Trümmern, um sie danach zu entsorgen.

Zudem wurden die Überreste der Parkanlage mit Hilfe eines ausgeliehenen Radladers von den bis zu 30 Zentimeter dicken Schlammschichten befreit und diese anschließend abtransportiert. Der verbliebene Morast musste danach zunächst mit Wasser verflüssigt werden, um ihn dann abpumpen zu können. "Der Dreck und Gestank, vor allem an Stellen, an denen noch niemand zuvor schon mit dem Aufräumen begonnen hat – das waren neue Dimensionen", berichtete Kristel. "Das war richtig harte Knochenarbeit".

Enormes Arbeitspensum

Täglich wurde von früh bis spät aufgeräumt, abgepumpt und abtransportiert. Elf Stunden Arbeit am Tag waren die Regel, ehe man sich dann endlich aus der verdreckten Arbeitskleidung befreien konnte. Im Bereitstellungsraum im nahe gelegenen Leimersdorf standen sanitäre Anlagen für die freiwilligen Helfer zur Verfügung. Trotz des enormen Arbeitspensums blieb nach dem gemeinsamen Abendessen noch Zeit, die Erlebnisse und Gedanken mit anderen Hilfskräften aus unterschiedlichen Bundesländern zu teilen.

Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz. Als die Helfer des THW nach sieben Stunden Fahrt wieder an ihrem Standort in Nabburg ankamen, stand noch eine grobe Reinigung der Fahrzeuge auf dem Programm. Am folgenden Tag wurde die Einsatzbereitschaft wieder komplett hergestellt.

Bei diesen zwei Einsätzen wird es aller Voraussicht nach jedoch nicht bleiben, denn neben den noch anstehenden Aufräumarbeiten denkt Kristel bereits einen Schritt weiter: "Danach stehen die Instandsetzungsarbeiten an". Bis die zerstörte Infrastruktur im gesamten Gebiet wieder funktionsfähig ist, dauert es noch. Er rechnet fest mit einem dritten Aufenthalt im Katastrophengebiet im September.

Nabburger THW im Katastrophengebiet im Einsatz

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