Der Ortsverband der Freien Wähler, erst kürzlich als Nachfolgegruppierung der „Aktiven Bürger-Union“ gegründet, tritt mit 20 Kandidaten zu den Kommunalwahlen an. Beim Wahlkampfauftakt am Donnerstag im Gasthaus „Kräuterbeck“ formulierten die Bewerber ihre Anliegen: Trinkwasserversorgung, Bahnübergang, Kinderbetreuung, Bildung und Nahversorgung.
Von der ehemaligen ABU ist nur noch Irene Ehemann übrig geblieben. Die 62-jährige Industriekauffrau gehört seit 18 Jahren dem Stadtrat an und geht nun als Spitzenkandidatin für die Freien Wähler ins Rennen. „Wir stellen keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten und geben diesbezüglich auch keine Wahlempfehlung ab“, betonte Irene Ehemann bei der Auftaktversammlung. Sie verspricht eine „sachbezogene, unabhängige und bürgernahe Politik zum Wohle der Stadt Nabburg“.
Die „Sicherung der Trinkwasserversorgung" steht auf der Agenda der „Freien Wähler“ ganz oben. „Unsere Brunnen sind nach den trockenen Sommern am Limit“, stellte Irene Ehemann fest. Sie vermisst bis heute einen Wasserrechtsbescheid. Beim „Bahnübergang“ drängt die Gruppierung auf „ein Planfeststellungsverfahren, damit wir Baurecht schaffen können“. Den Lärmschutz habe Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer inzwischen zugesagt.
Irene Ehemann weist den Vorwurf zurück, die Stadt habe den Wählerauftrag zum Bau eines Handelszentrums im Osten „sterben lassen“. Sie nimmt vielmehr Bezug auf ein Gutachten, wonach die Maßnahme „nicht genehmigungsfähig“ gewesen sei. Im „Westen“ dagegen würden die Bürger auf das Einkaufszentrum warten. Die Stadträtin widerspricht dem Gerücht in den sozialen Medien, "dass nach der Fertigstellung des Handelszentrums im Westen der ,Rewe‘ im Osten zumacht". Das entspreche nicht der Wahrheit.
Die hohe Verschuldung der Stadt erklärt die FW-Spitzenkandidatin mit den Investitionen der letzten Jahre in notwendige Infrastrukturmaßnahmen. Irene Ehemann ist überzeugt: „Die Stadt wird auch in den nächsten Jahren keine Schulden tilgen können“. Denn: „Der Neubau des Kindergartens und die Sanierung der Mittelschule werden weitere Millionenbeträge verschlingen“.
Neben Irene Ehemann sitzt auch Josef Fischer für die ABU im Stadtrat. Der 77-jährige Altbürgermeister, der aus Altersgründen nicht mehr antritt, zeigte sich beeindruckt vom "Engagement der Kandidaten", die sich einzeln vorstellten und ihre Ziele formulierten. Fischer fragte sich angesichts fehlender Rücklagen, wie die Stadt die geplanten Vorhaben in den nächsten Jahren finanzieren wolle. Der frühere Stadtrat Dionys Ringlstetter (69) will mit einer Rückkehr ins Stadtparlament dazu beitragen, „dass dort wieder Ruhe und Frieden einkehrt“.
Die Bewerber der Freien Wähler sind sich einig, dass sich die Stadt nicht „bis ins Unendliche“ verschulden dürfe. An der Sicherung der Trinkwasserversorgung sowie an den Investitionen in die Bildung und die Daseinsvorsorge führe aber kein Weg vorbei. Bis zur Wahl am 15. März planen die Freien Wähler noch folgende Termine: am 13. Februar um 19.30 Uhr Versammlung im Gasthof Schatz in Brudersdorf; am 16. Februar um 14.30 Uhr Info-Cafe im Sportheim des SV Diendorf; am 1, März um 10 Uhr Frühschoppen in der Schloss-Schänke Neusath und am 8. März um 19 Uhr Abschlussveranstaltung im Gasthaus Sauerer.












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