07.01.2021 - 20:59 Uhr
NabburgOberpfalz

Trotz Corona: Der Christbaum muss raus

Die Pandemie macht jetzt sogar den Christbäumen zu schaffen: Einige Vereine sagen ihre traditionellen Sammlungen ab, andere ziehen sie durch – mit Ausnahmegenehmigung.

Wohin mit dem alten Christbaum? Vereine und Organisationen dürfen ihre Aktionen nur mit Ausnahmegenehmigung durchziehen.
von Claudia Völkl Kontakt Profil

Weihnachten, Silvester und Neujahr sind überstanden. Der Christbaum-Schmuck wird wieder in den Verpackungen verstaut. Der Christbaum muss raus. Die meisten Bürger greifen dann auf einen beliebten Service zurück, den vorwiegend Vereine bieten: Die Christbäume können vors Haus gestellt oder an zentrale Sammelplätze gebracht werden. Fleißige Helfer sammeln die ausgedienten Bäume dann ein und übernehmen die Entsorgung.

Einsatzbereitschaft hat Priorität

In diesem Jahr ist alles anders. Dürfen diese Aktionen in Zeiten des Lockdowns und der Kontaktbeschränkungen überhaupt sein? In Nabburg hat die Christbaumaktion von Freien Wählern (früher ABU) und Technischem Hilfswerk Tradition. Doch diesmal ist man in einer verzwickten Lage. Die Freien Wähler hatten bei ihrer Anfrage ans THW schon etwas "Bauchgrummeln", sagt THW-Schirrmeister Michael Kleierl. Das THW ebenso: In der Nabburger Ortsgruppe werden alle Aktivitäten zurückgestellt, die nicht sein müssen. Dafür gibt es laut Kleierl eine bundeseinheitliche Vorgabe. An erster Stelle stehe, als Katastrophenschutzeinheit die Einsatzbereitschaft zu gewährleisten und auch durch Ansteckungen nicht zu gefährden. Derzeit unterstütze man Logistik- und Impfzentren beim Aufbau oder Lieferfahrten.

Das THW ist bei Corona-Einsätzen gefordert

Nabburg

Einvernehmlich beschlossen THW und Freie Wähler die Aktion abzusagen. Die Bäume wurden stets zur Feuerwehr Brudersdorf gebracht. Hier ist eine Direktanlieferung am Feuerwehrhaus in Diepoltshof ist am 16. Januar von 9 Uhr bis 14 Uhr möglich. Doch wie transportiert man das nadelige Ding nach Diepoltshof?

Stadt Nabburg springt ein

Am Donnerstag sprang nun die Stadt Nabburg kurzerhand ein. Bürgermeister Frank Zeitler hat den Bauhof beauftragt, die Abfuhr der ausgedienten Christbäume zu übernehmen, um den Bürgern die Möglichkeit einer ordnungsgemäßen Entsorgung kostenlos zu ermöglichen. Die Bäume sollen bis spätestens Montag, 11. Januar, an den gewohnten Anlieferstellen abgelegt werden.

Abfuhr- und Abgabe

Aussetzen wird wohl auch die JU Stulln ihre Aktion, die sie seit 2002 anbietet. Anders halten es die Jugendgruppen der Pfreimder Feuerwehr und Wasserwacht. Am Samstag, 9. Januar, hieven sie die vor dem Grundstück abgelegten und mit Wertmarken versehenen Bäume auf den Hänger. Gleiches praktizieren die Feuerwehren Altendorf und Oberköblitz.

Keinen Holdienst, aber eine Abgabemöglichkeit bietet auch der Markt Schwarzenfeld seinen Bürgern am Samstag, 9. Januar, von 9 bis 12 Uhr im Recyclinghof. Unter anderem initiiert auch der OGV Dürnsricht zwei kostenlose Abgabestellen, die Wolfringer Gartler holen die Bäume in Wolfring, Wolfringmühle und Freihöls ab.

Nur mit Ausnahmegenehmigung

Für Baumsammlungen brauchen die Vereine eine mit strengen Corona-Auflagen versehene Ausnahmegenehmigung. Neun lagen dem Landratsamt am Donnerstag vor. "Die für diesen Samstag genehmigten Aktionen können stattfinden, da die neuen Vorgaben voraussichtlich erst ab Montag in Kraft treten werden. Es steht ja auch noch die Zustimmung des Landtags aus", erläutert Pressesprecher Hans Prechtl mit Blick auf den Lockdown. "Wir gehen davon aus, dass auch die Aktionen am 16. Januar zulässig sein werden."

Es verstehe sich aber von selbst, dass bis dahin die Lage aufgrund der dann neuen Regelungen (Zwölfte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung) – die heute noch nicht vorliegen – neu zu bewerten sein werde. "Alle bislang erteilten Ausnahmegenehmigungen enthalten ausdrücklich diesen Vorbehalt, dass sie auf der Grundlage der momentanen Rechtslage erteilt sind, dass aber verbindlich ist, was am Tag der Sammlung gilt."

Hintergrund:

Garten oder Ofen

  • Wer einen Garten hat, kann den Baum auch hier zwischenlagern und ihn zu den gemeindlichen Grüngutsammelstellen bringen, sofern diese geöffnet sind oder wieder öffnen. Man kann auch einzelne Zweige zur Beetabdeckung im Winter benutzen, um Pflanzen vor Frost zu schützen. Wer sie übereinander schlichtet, kann daraus einen Unterschlupf für Tiere bauen.
  • Wenn jemand einen Ofen oder Kamin hat, kann der Baum auch verbrannt werden. Der Stamm sollte aber erst etwa ein Jahr gelagert werden, bis er richtig getrocknet ist. Ist das stark harzende Holz zu feucht, kann eine starke Rauchentwicklung entstehen oder der Schornstein beschädigt werden. Vorsicht: Das Holz sollte ohne Nadeln verbrannt werden, da diese explosionsartig Feuer fangen können.
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