Zwei sogenannte Starkregen-Ereignisse während des Sommers 2019 führten in Diendorf zu sintflutartigen Überschwemmungen. Das Erdreich von Äckern in Hanglage neben dem Baugebiet "Hirtenleite III" wurde weg gespült, und die Kanalisation konnte das Wasser bei weitem nicht fassen. "Eine sehr schlimme Situation", brachte es Diplom-Ingenieur Erwin Schall auf den Punkt, als er in der Stadtratssitzung zu Gast war. Der Mitarbeiter des Amberger Büros Renner+Hartmann Consult hatte eine Vorentwurfsplanung für ein rund zwölf Hektar großes Gebiet dabei, die aufzeigen sollte, was unternommen werden muss, damit sich die für etliche Anlieger verheerende Lage nicht mehr wiederholen kann.
Schall stellte fest: Der Regenwasserkanal in der Waldstraße, der Wasser aus dem Baugebiet aufnehmen sollte, befindet sich in desolatem Zustand und ist unterdimensioniert. "Er war eigentlich schon vor Entstehen des Baugebietes überlastet", meinte er. Nun habe er ein System entwickelt, um die Kalamitäten für die Zukunft abzustellen. Der Regenrückhalt könne mittels hintereinander geschalteter Teiche und Ableitung in Richtung Diendorfer Graben erfolgen. Wobei Schall zu bedenken gab: Die betreffenden Grundstücksverhältnisse sind noch nicht geklärt.
Für die Vorflut gebe es drei Varianten: den Kanal in der Waldstraße erweitern oder den daneben verlaufenden Graben teilweise oder ganz verlegen und in der Dimension vergrößern. Je nachdem, ob man den Ausbau auf ein 100- oder 20-jähriges Hochwasser auslegt: Das Projekt koste 1,54 oder 1,34 Millionen Euro, wobei zu berücksichtigen sei: Der Staat fördert nur die große Lösung.
Schall rechnete vor: Bis die Abstimmungen mit dem Wasserwirtschaftsamt erfolgt, die Grundsatzbeschlüsse gefasst und alle Genehmigungsverfahren abgewickelt sind, werde es mindestens drei Jahre dauern, bis mit dem Bau begonnen werden kann.
"Das Hochwasserproblem war doch schon vor der Aufstellung des Bebauungsplanes bekannt", kritisierte es CSU-Sprecher Hans-Georg Dobler, dass seitens des Ingenieur-Büros nichts dagegen gemacht worden sei. "Angesichts der genannten Summen wird einem da schon mulmig", meinte er und verlangte von Renner+Hartmann Consult eine Stellungnahme bezüglich der Vorhersehbarkeit von solchen Überschwemmungen. Ingenieur Schall bekundete, im Verfahren sei alles abgewogen worden. Und dann seien offensichtlich mehrere "unglückliche Umstände" zusammengekommen.
Er blendete zurück: Der Stadt Nabburg sei das Hochwasserschutzkonzept des Wasserwirtschaftsamtes seit 2005 bekannt. Die in Diendorf eingetretene Situation habe nichts mit dem neuen Baugebiet "Hirtenleite III" zu tun, das Problem habe tatsächlich schon davor bestanden. Darauf sei die Stadt von der Wasserwirtschaftsbehörde auch aufmerksam gemacht worden. Er wisse nun nicht, was er anderes in eine Stellungnahme hineinschreiben sollte.
Stadträtin Heidi Eckl (ÖDP) fragte danach, ob in der Zwischenzeit bis zum eigentlich Maßnahmenbeginn etwas zur Entschärfung getan werden kann. Zwei kleinere Rückhalte sind laut Schall mittlerweile angelegt. Heuer habe man Glück gehabt, dass nichts mehr passiert sei. Weitere Schritte müsse man mit dem Wasserwirtschaftsamt als Zuschussgeber abstimmen. Technisch vorstellbar wären Zwischenlösungen schon, meinte er. Bürgermeister Frank Zeitler fasste zusammen: Er werde kurzfristig das Gespräch mit dem Wasserwirtschaftsamt suchen und den Stadtrat dann wieder informieren.















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