20.11.2019 - 18:01 Uhr
NabburgOberpfalz

Umstrittener Bau: Thema vertagt

So voll ist der Sitzungssaal selten. Rund 40 Zuhörer kommen zur Sitzung zum umstrittenen Wohnungsbau "An der Krankenhausstraße".Doch der Stadtrat vertagt das Thema um einige Wochen. Allerdings äußert sich Investor Georg Ehrenreich.

Gegen das Bauvorhaben „An der Krankenhausstraße“ formierte sich Widerstand der Bürger. Mit Transparenten wie diesem protestieren sie gegen das Projekt.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Die Stadträte waren sich am Dienstagabend einig: Ohne die nötigen Unterlagen macht es wenig Sinn, über den Wohnungsbau "An der Krankenhausstraße" zu beraten. Zumal das Projekt bei den Anwohnern auf große Gegenwehr stößt. Auf einem 5300 Quadratmeter großen Areal sind sechs Mehrfamilienhäuser mit 42 Wohnungen im Abstand von neun Metern geplant.

Wenige Stunden davor

Nach einer erneuten, zweiten Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung, sollte das Thema eigentlich in der Sitzung am Dienstag behandelt werden. Allerdings trafen die Abwägungsvorschläge vom Büro Preihsl und Schwan laut Armin Schärtl erst wenige Stunden vor der Sitzung ein. Der Bürgermeister erklärte, dass er es den Stadträten und seiner Verwaltung nicht zumuten könne, über das Thema zu beraten, ohne die Abwägungsvorschläge zuvor auf Logik und Plausibilität zu überprüfen. Dem Vorschlag, das Thema vier bis sechs Wochen zurückzustellen, folgte der Stadtrat einstimmig. Außerdem erklärte Schärtl: "Es gibt noch viel Gesprächsbedarf bis dahin: Mit den Nachbarn, den Anwälten und dem Landratsamt."

Zumal sich in den vergangenen Tagen einige neue Entwicklungen ergeben hätten. Investor Georg Ehrenreich war mit seinen Anwälten beim Bürgermeister. Gegner des geplanten Wohnbauprojekt haben bei Schärtl außerdem fast 700 Unterschriften abgegeben, mit denen sich die Unterzeichner gegen das Bauvorhaben stemmen. Das Stadtoberhaupt erklärte: "Wir konnten noch nicht alle prüfen, in jedem Fall sind es ein paar Hundert."

So viele Bürger waren zwar nicht zur Sitzung gekommen. Allerdings reichten die rund 40 Zuhörer aus, um die Kapazität des Sitzungssaals an die Grenzen zu bringen. Die Stühle reichten für die Besucher nicht mehr aus, einige verfolgten die Sitzung im Stehen. Bürgermeister Schärtl war immer wieder damit beschäftigt, zu betonen, dass die Zuhörer kein Rederecht hätten. Immer wieder kam es zu Zwischenrufen und -kommentaren. Vor allem, als Investor Georg Ehrenreich seine Sicht der Dinge schilderte. Ihm wird von den Anwohnern und einigen Stadträten vorgeworfen, eine Zusage nicht gehalten zu haben. Er solle versprochen haben, ein Lattengerüst aufzustellen, um das Ausmaß der Bauten zu visualisieren. Josef Pürner (CSU) erklärte am Dienstag: "Ihr Verhalten ist eine große Missachtung und Respektlosigkeit gegenüber dem Stadtrat." Ein physisches Lattengerüst wirke ganz anders als digitale Versionen, die auch vorliegen.

Nur Schnurgerüst zugesagt

Ehrenreich erklärte allerdings, dass er lediglich ein Schnurgerüst zugesagt und auch umgesetzt habe. Stadtrat Helmut Ertl sprang dem Investor bei - auch er könne sich an diese Version erinnern. Und das obwohl er "kein Fan vom Baugebiet" sei. Allerdings müsse man die Sache neutral und fair betrachten. Für Raunen bei den Zuschauern sorgte allerdings die Aussage von Bürgermeister Schärtl: "Wenn ich mir nicht vorstellen kann, wie hoch neun Meter sind, kann ich das mit einem Gerüst auch nicht." Die Firsthöhe der Gebäude soll neun Meter betragen.

Bernd Hofmann appellierte schließlich an Ehrenreich, das Gespräch mit den Anwohnern zu suchen. Der Bauunternehmer erklärte in der Sitzung: "Wir können gerne einen Termin ausmachen und uns darüber unterhalten. Wenn es der Sache dienlich ist, dann bin ich der letzte, der sich versperrt."

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