10.03.2021 - 15:04 Uhr
NabburgOberpfalz

Verstärkte Förderung für die Bücherei

Die kirchliche Bücherei St. Johannes in Nabburg darf mit stärkerer finanzieller Unterstützung durch die Stadt rechnen. Der Stadtrat entscheidet sich zu einer deutlichen Anhebung der jährlichen Zuwendung.

Die Bücherei St. Johannes bekommt von der Stadt Nabburg mehr Geld für die Medienbeschaffung.
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Der Michaelsbund im Bistum Regensburg hatte einen Antrag auf Erhöhung des gemeindlichen Zuschusses für die Bücherei St. Johannes gestellt. Mit Schreiben vom 12. Februar bat er in Abstimmung mit dem Stadtpfarrer und der Büchereileiterin um Erhöhung des bisherigen jährlichen Förderbetrags von 750 auf 3500 Euro für die Medienbeschaffung. Die Bücherei in Nabburg gehört - wie 133 Büchereien in der Diözese Regensburg - zum Sankt Michaelsbund des Bistums. Auf 127 Quadratmetern bietet sie etwa 7500 Medien an und organisierte (vor Corona) rund 30 Veranstaltungen im Jahr. Im Jahr 2020 verzeichnete sie trotz aller Corona-Widrigkeiten rund 12 500 Entleihungen und knapp 4000 Besuche. Die größte Zielgruppe der Bücherei sind Kinder und Familien. Die Bücherei arbeitet eng mit der Grund- und Mittelschule sowie den örtlichen Kindergärten zusammen. Sie ist Treffpunkt und Kommunikationsort in der Gemeinde.

Eine regelmäßige Erneuerung der Medien ist die Grundlage jeder erfolgreichen öffentlichen Bücherei. Deshalb lautet die bibliothekarische Empfehlung, dass der Bestand mindestens alle zehn Jahre erneuert werden sollte, was wiederum eine jährliche Erneuerungsquote von fünf bis zehn Prozent bedeutet. Derzeit liegt der Durchschnittspreis für ein Buch bei 18 Euro. Für die Bücherei Nabburg bedeutet dies einen jährlichen Gesamt-Finanzierungsbedarf in Höhe von mindestens 6750 Euro. Bislang übernimmt die Pfarrei 1 300 Euro, der Zuschuss des Michaelsbund lag in den letzten Jahren bei 1000 Euro. Laut eingereichtem Schreiben wird die Bücherei Nabburg - als einzige im Bistum für eine Bücherei dieser Größenordnung - nahezu allein von der Pfarrei finanziert. Ohne weitere finanzielle Förderung mit der Stadt Nabburg als Kooperationspartner werde es auf Dauer Auswirkungen auf eine qualitätsvolle Büchereiarbeit geben. Der Bund verwies auch darauf, dass Büchereien zu den meistbesuchten kulturellen Einrichtungen in Bayern zählen, also "Frequenzbringer" und niederschwellig für alle Bevölkerungsschichten erreichbar sind. Mehr Leben in der Bücherei bedeute daher auch mehr Leben im Zentrum.

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Nabburg

Die Gemeindeordnung weist den Kommunen im Rahmen ihrer Leistungsfähigkeit als sogenannte Soll-Aufgabe die Schaffung und den Erhalt von öffentlichen Einrichtungen für das kulturelle Wohl und die Förderung des Gemeinschaftslebens ihrer Einwohner, insbesondere Einrichtungen der öffentlichen Wohlfahrtspflege, Erwachsenenbildung sowie der Kulturpflege, zu. Darauf machte die Verwaltung die Stadträte in ihrer Beschlussvorlage aufmerksam. Ohne Diskussion erfolgte sodann die Anhebung der Zuwendung auf 3500 Euro im Jahr.

Der Stadtrat billigte in dieser Sitzung einen weiteren Antrag. Die Jugendblaskapelle hatte um einen Investitionskostenzuschuss für Malerarbeiten in den Räumen des Musikerheimes St. Angelus gebeten. Corona-bedingt sind derzeit das Unterrichten und Proben im Musikerheim untersagt. Die Kapelle möchte deshalb die Zeit des Lockdowns nutzen und im Frühjahr die Wandanstriche in den Räumen erneuern. Die Kosten für den dringenden Sanierungsbedarf liegen voraussichtlich bei 2510,90 Euro. Der Stadtrat beschloss, davon zehn Prozent aus der Kasse der Kommune beizusteuern.

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