18.01.2019 - 16:32 Uhr
NabburgOberpfalz

Waldfriedhof vergrößert

Der Waldfriedhof ist seit Jahresbeginn erweitert, vor allem um Urnengräber. Im Stadtfriedhof finden definitiv keine Beerdigungen mehr statt. Er ist seit Silvester entwidmet.

Sarg- und Urnenbestattungen sind auf diesem neuen Friedhofsteil möglich. Um jeden Baum (im Hintergrund) werden Urnenröhrengräber angelegt. Links im Bild die Urnenwände, die nahezu vollständig belegt sind.
von Irma Held Kontakt Profil

Noch zum Ende des alten Jahres, am späten Vormittag des 31. Dezember, haben sich der katholische Stadtpfarrer Hannes Lorenz und die evangelische Pfarrerin Irene Friedrich mit Bürgermeister Armin Schärtl und Vertretern des Stadtrates sowie der Verwaltung zunächst auf dem Stadtfriedhof getroffen. Er ist jetzt entwidmet. "Es war sehr feierlich", sagt im Nachhinein Reinhard Schlosser. Nach der letzten Beerdigung im vergangenen Dezember darf hier nicht mehr bestattet werden. (Ausführlicher Bericht zum Stadtfriedhof folgt.)

Diesem etwa halbstündigen festlichen Akt folgte eine Segnung auf dem Waldfriedhof. Den Worten von Reinhard Schlosser, Ansprechpartner bei der Stadt in Friedhofsangelegenheiten, zufolge wurde dieser erweitert. Eine erste Beerdigung hat dort bereits stattgefunden. Wie Schlosser auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien erklärt, sind dort Sarg- und Urnenbestattungen möglich. Es gibt 35 neue Sarggräber (einzeln oder doppelt), 69 Urnenerd- sowie 63 Urnenröhrengräber für bis zu drei Urnen. Dem bereits bestehenden Teil schließen sich als Erstes die Sarggrabstellen an.

Der Unterschied zwischen Urnenerdgräbern und -röhrengräbern besteht darin, dass Letztere überhaupt keine Pflege brauchen. Eine kleine rechteckige Grabplatte darf nur mit Namen und Geburts- wie Sterbedaten versehen werden. Dies alles muss eingraviert werden, denn die Platte muss mit der Rasenfläche höhengleich sein, um das Grün problemlos mähen zu können. Anonyme Beerdigungen sind auf dem Waldfriedhof jedoch nicht möglich.

Zusätzlich wurden am Ende der Erweiterungsfläche zum Wald hin fünf Bäume gepflanzt. "Um jeden Baum sind ebenfalls acht Urnenröhrengräber vorgesehen", sagt Schlosser. Die bestehenden Urnenwände seien nahezu belegt. Vor allem in Zeiten, in denen Familien weit verstreut seien und keine Angehörigen vor Ort lebten, seien Bestattungsmöglichkeiten ohne Grabpflege stark nachgefragt. Schlosser erzählt von einem aktuellen Fall, der jedoch den alten Stadtfriedhof betrifft. Weil die 15-jährige Frist abgelaufen war, versuchte er einen Angehörigen in Nordrhein-Westfalen zwecks Auflassung ausfindig zu machen. Schlosser musste erfahren, dass dieser bereits vor fünf Jahren verstorben ist. Blickt Reinhard Schlosser auf die vergangenen zehn Jahre zurück, so schätzt er, dass die Zahl der Urnenbestattungen inzwischen bei 60 Prozent liegt.

Pfarrerin Irene Friedrich und Stadtpfarrer Hannes Lorenz segnen die Erweiterungsfläche auf dem Waldfriedhof im Beisein von Bürgermeister Armin Schärtl, Stadträten und Mitarbeitern der Verwaltung.
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