Nabburg
16.12.2020 - 15:50 Uhr

Weihnachten und Corona: Was wird aus der Christmette?

Wenige Tage vor Heiligabend ist völlig unklar, ob die Christmetten wie ursprünglich geplant, stattfinden werden. Oberpfalz-Medien hat mit den Seelsorgern im Landkreis Schwandorf gesprochen.

Anmeldung und vorgezogene Gottesdienste. Heiligabend wird heuer ganz anders als sonst. Bild: Philipp Schulze
Anmeldung und vorgezogene Gottesdienste. Heiligabend wird heuer ganz anders als sonst.

Auf viele Menschen wirken die Coronaregeln zu Weihnachten verwirrend. Ministerpräsident Markus Söder hat in einem Interview gesagt: "Wenn die Zahlen bis Weihnachten deutlich runtergehen, darf man über alles diskutieren." Für die gläubigen Menschen stellen sich dennoch entscheidende Fragen: Findet meine Christmette statt? Wenn ja, kann ich mich darauf verlassen, dass sie auch dann läuft, wenn ich, wie es im Pfarrbrief steht, zu dem Zeitpunkt in die Kirche komme? Um den Nebel um diese Fragen zumindest ein bisschen zu heben, hat Oberpfalz-Medien mit Seelsorgern in der Region gesprochen.

Pfarrbrief reicht wohl nicht

Der Nabburger Dekan Michael Hoch (Fensterbach) sagt, dass es derzeit noch keine Lösung für die kommenden Umstände gibt. Hoch: "Das ist alles sehr aktuell, wir wissen ja noch nicht, was passiert." Sollte es so kommen, wie bislang geplant, dass am Heiligabend ab 21 Uhr wirklich eine allgemeingültige Ausgangssperre herrscht: "Dann schauen wir natürlich, dass wir die Gottesdienste vorverlegen, um den Regeln zu entsprechen." Hinzukommt, dass das wohl bislang fruchtbarste Mittel, um auch ältere Gemeindemitglieder zu erreichen, gerade jetzt an seine Grenzen stößt: der Pfarrbrief. Hoch: "Der Pfarrbrief ist momentan nicht verlässlich, weil die Informationen, die darin stehen, schnell überholt sind." Das Coronavirus hält sich nicht an feste Zeiten, die Ankündigungen von heute können morgen schon nicht mehr den tagesaktuell gegebenen Anforderungen entsprechen. Die Frage, die sich stellt, ist natürlich, wie alle Gläubigen rasch auf den neuesten Stand gebracht werden können.

Inoffizielle Netzwerke greifen

Die Sorge bei Hoch ist natürlich groß, dass die Gemeindemitglieder nicht wissen, was am Heiligabend Stand der Dinge ist, zumal er es selbst bislang nicht weiß. Gerade da zeigt er sich überzeugt, dass die Kirchengemeinde im wahrsten Sinne des Wortes wie eine Gemeinde funktioniert. Hoch: "Auf unserer Homepage halten wir die Mitglieder auf dem Laufenden. Gerade weil er weiß, dass einige seiner Mitglieder nicht internet-affin sind, setzt er auf inoffizielle Netzwerke: "Ich bin dankbar, dass wir viele inoffizielle Telefonketten haben, bei denen der eine dem anderen mitteilt, wie gerade der Stand der Dinge ist."

Pfarrer Alfons Kaufmann ist zuständig für das Dekanat Neunburg-Oberviechtach. "Der Aufwand dafür, die Messen zu verschieben, ist eigentlich keiner." zeigt er sich gelassen. An Heiligabend waren ursprünglich Messen um 19 Uhr, um 21 Uhr und um 23 Uhr geplant. Stand der Dinge gerade ist, sie auf 14 Uhr, 18 Uhr und 19.30 Uhr vorzuverlegen. Zusätzlich soll es eine Familienandacht um 16 Uhr geben.

Gentzwein bittet um Decken

In der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Nabburg-Pfreimd und in Schwarzenfeld ist eine mögliche Vorverlegung der Gottesdienste kein Thema. Pfarrerin Heidi Gentzwein sagt: " Gottesdienste gab es bei uns eh nie so spät." Trotzdem wird das Fest anders als bisher ablaufen. Gentzwein: "Wir weichen auf die Halle der Zimmerei Mauderer in Schwarzenfeld aus. Da ist es zwar kalt, aber wir haben ein Dach über dem Kopf." Dort werden Bierbänke aufgestellt, die Halle wird geschmückt, auch mit einem Christbaum. "Die Leute sollen sich auf jeden Fall eine Decke mitbringen", sagt Gentzwein.

Für den Familiengottesdienst haben die Kinder bereits von daheim aus ein Video von sich gemacht, das dann zu einem Film zusammengeschnitten werden soll. Im Pfreimd gibt es um 16 Uhr einen Gottesdienst im Freien, bei dem bis zu 200 Menschen teilnehmen dürfen. In Schwarzenfeld findet um 15.30 Uhr der Familiengottesdienst statt, um 17 Uhr folgt dort die Christvesper. Gentzwein bittet dringend darum, dass sich alle, die teilnehmen wollen, vorher dazu anmelden. "Die Leute können gerne bei uns im Pfarramt anrufen und sich dafür anmelden", sagt sie.

Amberg14.12.2020

"Die Leute sollen sich auf jeden Fall eine Decke mitbringen"

Pfarrerin Heidi Gentzwein

Pfarrerin Heidi Gentzwein

 
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