Ältere Menschen in schwierigen Lebenslagen traf die Corona-Pandemie mit voller Härte. Hilfe für die besonders Benachteiligten in der Gesellschaft war deshalb unerlässlich. Welche Maßnahmen Akteure aus der Oberpfalz während dieser schwierigen Zeit entwickelten und in die Praxis umsetzten, war Thema des Treffens der Aktionsgruppe „Gesundes Altern in der Oberpfalz“.
Die Mitglieder der Aktionsgruppe trafen sich bereits das vierte Mal – nur dieses Mal nicht persönlich, sondern online. Die Akteure aus dem Gesundheitsbereich kennen sich mittlerweile gut, und einige besprechen sich auch zwischen den halbjährlich stattfindenden Treffen, um von den Erfahrungen der anderen zu profitieren. Manche entwickeln zusammen Maßnahmen, die ältere Menschen in schwierigen Lebenslagen in ihrer Gesundheit unterstützen sollen.
Schutz vor Ansteckung
Sie initiierten Telefonhotlines, um unsichere Bürger zu informieren, heißt es in einer Pressemitteilung. Sie entwickelten unter anderem Informationsseiten auf Homepages mit regionalen Anlaufstellen und Unterstützungsmöglichkeiten. Jüngere Personen unterstützten zeitweise Nachbarschaftshilfen und Einkaufsdienste, um ältere Personen vor unnötigen Kontakten und somit vor Ansteckung zu schützen.
Auch regionale Bewegungsangebote wurden im Internet bereitgestellt, um die negativen Begleiterscheinungen der Ausgangsbeschränkungen und der fehlenden Angebote in gewissem Maße zu kompensieren.
Die größte Hürde lag jedoch – wie auch bereits vor der Corona-Zeit – darin, diejenigen zu erreichen, welche die Hilfe am Nötigsten haben. Doch auch dieses Problem lösten die Mitglieder der Aktionsgruppe: Sie nutzten beispielsweise das Verteilen der Masken an alle Älteren in den Ortschaften dazu, um auf die Bedürftigen zu zugehen und ihnen Hilfe im Bedarfsfall anzubieten.
Per Fahrrad an die Haustür
Bewegungsangebote wurden per Fahrrad direkt an die Haustür gebracht – ein Abstands-Ratsch war damit unerlässlich und gab Aufschluss über die aktuelle Lage bei den Bürgern. Günter Makolla, Generationenbeirat in Bodenwöhr, betont: „Helfen und auch Helfen lassen muss gelernt werden!“ Dabei werde die Hemmung, um Hilfe zu bitten, kleiner, wenn bereits ein Gesicht der Helferin oder des Helfers bekannt ist.
In einem Punkt waren sich alle Teilnehmer des Treffens einig: Digitale Kompetenz fördert nachhaltig die Gesundheitskompetenz und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. „Ich habe einem 92-jährigen Mann vor der Corona-Krise eine Smartphone-Schulung gegeben. Seine Familie lebt in Stuttgart und er konnte so zumindest über Videochat mit seinen Liebsten reden und war dadurch nicht ganz so einsam. Das hat mich sehr gefreut“, berichtet Sieglinde Harres, Seniorenbeirätin aus Neumarkt in der Oberpfalz.
Schulungen für Senioren
Doch viele ältere Personen hatten nicht das Glück, eine Laptop- oder Smartphoneschulung bekommen zu haben. Gerade allein lebende Ältere waren in der Zeit besonders isoliert und litten an Einsamkeit. Hinnehmen möchten die Mitglieder der Aktionsgruppe diesen Zustand nicht. Laptop- und Handyschulungen für Senioren, oder Apps, die bedienerfreundlich sind und einfach Kontakte zwischen Personen herstellen, können unterstützend wirken.
Damit die Aktionsgruppe intensiv an diesem und weiteren brennenden Gesundheitsthemen arbeiten kann, möchten die Mitglieder Themenschwerpunkte beim nächsten Treffen setzen und „Unter-Aktionsgruppen“ bilden. Wer Lust hat, sich aktiv für die Gesundheitsförderung und Prävention älterer Menschen in schwierigen Lebenslagen in der Oberpfalz einzusetzen, kann sich bei Kathrin Steinbeißer unter der E-Mail-Adresse steinbeisser[at]lzg-bayern[dot]de melden.















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