01.03.2020 - 13:45 Uhr
NabburgOberpfalz

Zeitler: "Wahlkampf für Ideen"

Die Kommunalpolitik steht laut Aussage des Ortsverbandsvorsitzenden am politischen Nach-Aschermittwoch der Nabburger CSU nicht im Vordergrund. Stattdessen wird darauf gesetzt, den Tourismus für die Stadt stärker zu etablieren.

CSU-Bürgermeisterkandidat Frank Zeitler (Zweiter von rechts) im Gespräch mit dem Referenten Kim Kappenberger (rechts), Geschäftsführer der „inMotion Park GmbH“.
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Etwas anders als vielleicht erwartet gestaltete sich der politische Nach-Aschermittwoch der CSU im Gasthaus Kräuterbeck. Statt verbaler Seitenhiebe gegen den Mitstreiter setzte Bürgermeisterkandidat Frank Zeitler auf einen informativen Abend mit dem externen Referenten Kim Kappenberger, Geschäftsführer der "inMotion Park GmbH", besser bekannt als Betreiber der "Holzkugel" am Steinberger See.

Zeitler verteidigt sich

Ganz unkommentiert stehen lassen wollten Ortsverbandsvorsitzender Tobias Knechtel und Zeitler die Spitzen von Bürgermeister Armin Schärtl aber nicht, die bei der Veranstaltung der SPD zwei Tage zuvor ausgesprochen worden waren. Etwa die Aussage Schärtls, dass Zeitler "zwei Mal aus dem Stadtrat davongelaufen" sei, dementierte der 51-Jährige. "Ich habe mit 29 Jahren die Chance erhalten, in Südafrika zu arbeiten." Für ihn als gebürtigen Nabburger sei es damals eine schwere Entscheidung gewesen, aus dem Stadtrat auszuscheiden, doch habe er es nicht verantworten können, so oft abwesend zu sein. Beim zweiten Mal seien es persönliche Gründe gewesen: "Ich wollte bestimmte Dinge nicht mehr dulden." Dass er damals gegen das Tonart-Festival gestimmt habe, bestätigte er. Die Stadt hätte 25 000 Euro da drauf gezahlt. Zeitler habe gewollt, dass das Festival so ausgearbeitet wird, dass es sich auch finanziell lohne. Auch zum Thema Bahnübergang hatte er eine klare Meinung: Ein erhöhtes Aufkommen von Güterzügen, das auf die Elektrifizierung der Bahnstrecke folgen würde, sei schädlich für den Tourismus. Dieser sei nach Zeitlers Meinung in Zukunft einer der wichtigsten Faktoren für Nabburg: "Wir müssen als Stadt wissen, wo wir hinwollen." Zusammen mit den umliegenden Städten und Gemeinden habe Nabburg ein enormes Potenzial.

So verlief der politische Aschermittwoch der Nabburger SPD

Nabburg

Tourismus wichtiger Faktor

Das betonte auch Kim Kappenberger in seinem Vortrag. Die Quintessenz lautete: Eine Region muss sich, vor allem beim Tourismus, als großes Ganzes sehen. Sich untereinander zu vernetzen, sei extrem wichtig. Er zeigte auf, dass Tagestouristen etwa zwei Stunden fahren, um sich die Erlebniskugel anzuschauen. Nach wenigen Stunden seien sie damit fertig, und dann sei es wichtig, ihnen weitere Freizeitangebote in der Nähe anbieten zu können. Hier müsse gut zusammengearbeitet werden, um das volle Potenzial ausschöpfen zu können. Eine Idee dazu schwirrt Frank Zeitler immer wieder durch den Kopf: Ein Café am Unteren Markt. Mit Glaskuppel für die Aussicht und flexibler Nutzung: am Tag Gastronomie, am Abend eine Bar. Wie genau das realisiert werden kann, sei erstmal nicht wichtig. Aber die Vision zu haben, schon.

Unter die etwa 70 Zuhörer beim Kräuterbeck mischte sich auch der amtierende SPD-Bürgermeister Armin Schärtl. "Verwundert war ich schon", sagte Zeitler nach der Veranstaltung. "Aber das hat mir nichts ausgemacht, dass er da war." Zeitler betonte, dass er keinen Wahlkampf gegen Menschen oder Parteien führe, sondern für gute Ideen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Videos aus der Region

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.