07.11.2018 - 18:38 Uhr
NabburgOberpfalz

Mit Zugpferd "flutscht es"

Rewe ist am Start und zieht Fachmärkte nach. Bei der Stadtratssitzung wird das "Sondergebiet" nun endlich in trockene Tücher gepackt. Die Verkaufsflächen können vergrößert werden, und es gibt mehr Interessenten als Platz.

Rewe will sich in Nabburg mit einem großzügigen Markt an der Regensburger Straße neu aufstellen. In einem weiteren Baukörper rechts daneben sind Fachmärkte und Dienstleister angedacht.
von Gertraud PortnerProfil

Die Planungen für einen Einkaufsmarkt im Südwesten der Stadt - zwischen der Regensburger Straße und dem Gesundheitszentrum im ehemaligen Krankenhauspark - laufen schon länger. Ursprünglich war Wunschkandidat Edeka angedacht. Nach dessen Absage (wir berichteten) fiel der Fokus auf Rewe. Der Vollsortimenter möchte zusätzlich zum Laden im Gewerbegebiet Am Angerweiher einen zweiten Markt der neuen Generation in Nabburg errichten. "Die Gerüchte um den Rewe-Rücktritt sind ein Schmarrn", sagte Bürgermeister Armin Schärtl zu Beginn der Stadtratssitzung am Dienstagabend. Und Karl-Heinz Mayerhöfer von der Ratisbona-Projektentwicklung KG aus Ponholz, ergänzte: "Wir haben sogar noch mehr Flächen bekommen."

Stadt sucht Mieter aus

Er berichtete von einem Gespräch bei der Regierung der Oberpfalz, welches sehr positiv verlaufen sei. Ziel sei es gewesen, das Sortiment für das "Sondergebiet Handel" an der Regensburger Straße abzustecken (siehe Kasten), um keine Städtebaufördermittel zu gefährden. "Rewe bleibt als Zugpferd am Objekt und stellt sich mit 2800 Quadratmetern neu auf", informierte Mayerhöfer und ergänzte: "Jetzt flutscht es. Es wollen viele her." Er habe zwei Textiler, die Interesse bekunden und es sprudle noch einiges rein. Neben dem zweitgrößten Lebensmitteleinzelhändler Deutschlands seien in einem weiteren Baukörper Apotheke, Friseur, Drogist und eventuell ein Schuh- und Spielwarenladen angedacht. "Sie bekommen Top-Mieter", versprach Karl-Heinz Mayerhöfer. Die Liste mit den Interessenten werde in einer nichtöffentlichen Sitzung vorgestellt. "Die Stadt hat ein Mitspracherecht, welche Fachmärkte kommen", stellte der Bürgermeister fest. Und es gebe mehr Interessenten als Platz.

Neuer Beschluss

Doch zunächst musste der Stadtrat die Bauleitplanung auf "Null" stellen. Der Beschluss für die Änderung des Flächennutzungsplanes sowie Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebaungsplans "Sondergebiet Handel" auf den Grundstücken 1626/11 und 1626 (Teilfläche) vom 10. Oktober 2017 wurde einstimmig aufgehoben. Ebenfalls ohne Gegenstimme wurde ein neuer Aufstellungsbeschluss für einen qualifizierten Bebauungsplan "Sondergebiet Regensburger Straße" gefasst.

Julia Forster vom Ingenieurbüro Preihsl & Schwan aus Burglengenfeld stellte die nächsten Schritte vor. Nach diesem neuen Beschluss kann das Planungsverfahren starten und die Träger öffentlicher Belange angeschrieben werden. Nach der Bearbeitung der Stellungnahmen im nächsten Jahr gehe es dann Richtung Baurecht. Die Zufahrt zum neuen Einkaufszentrum erfolge über die Regensburger Straße beim jetzigen Eisentor. Die Wandhöhe der Märkte sei auf maximal elf Meter festgelegt.

Bei der Diskussion fragte Stadtrat Bernd Hoffmann nach dem Zeitfenster. Ziel sei es, so der Projektentwickler, mit den Erdbewegungen im Herbst 2019 zu starten. Im Mietvertrag mit Rewe sei ein Eröffnungstermin frühestens ab September 2020 angegeben. Schallschutz-Maßnahmen mit einer Lärmschutzwand seien eingeplant. Nun könne man auch die Gespräche mit den Nachbarn führen. Diese hätte vor der Abstimmung mit der Regierung der Oberpfalz zu den Ausmaßen des neuen Marktes, keinen Sinn gemacht. "Wir suchen noch einen Namen", fügte Armin Schärtl an. Ideen könnten im Rathaus gemeldet werden.

Auf dieser Fläche, zwischen der Regensburger Straße und dem Gesundheitszentrum (ehemaliges Krankenhaus) im Hintergrund, sollen die Bürger ab 2020/21 wohnortnah einkaufen können.

Die Zufahrt zum geplanten Einkaufszentrum ist bei diesem Eisentor oberhalb der zwei Wohnblöcke vorgesehen und damit nicht weit vom früheren Diska-Markt entfernt.

Sortimente:

Verkaufsflächen

Nach Angabe der Ratisbona-Projektentwicklung hat die Regierung der Oberpfalz für das "Sondergebiet Handel" folgende Sortimentsgruppen mit einer maximal zulässigen Verkaufsfläche festgelegt: Drogerie (bis 830 qm); Textil (1000); Hartwaren (400); Tiernahrung (450); Spielwaren (300); Bürobedarf (270). Der Lebensmitteleinzelhändler Rewe benötigt eine 2800 qm große Verkaufshalle.

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