(ptr) Blitz und Donner gehören zum Sommer wie Mücken und Hitze. In der gefühlten Wahrnehmung ist die Zahl der Gewitter und schweren Unwetter jedoch gestiegen, auch wenn sich deren Zahl laut Meteorologen nicht wesentlich erhöht hat. Noch gut in Erinnerung ist das Unwetter mit Sturm und Hagel, das am 26. Juli 2016 für große Verwüstungen in den Fluren verantwortlich war.
Noch ärger war es vor 30 Jahren: Am 5. Juli 1988 sorgte ein Starkregen mit riesigen Hagelkörnern für vollgelaufene Keller. Christa Zapf hat im Stadtarchiv geblättert und Berichte über das verheerende Unwetter im Bereich Nabburg/Oberviechtach gefunden. Redakteur Fred Hutzler titelte damals am Tag darauf in der "Grenz-Warte": "Katastrophale Schäden nach schrecklichen Minuten - Riesige Hagelkörner - Orkanartiger Sturm!" Das Unwetter begann kurz vor 17.15 Uhr und dauerte nur wenige Minuten. Es schien, als wollte Hagelschlag und sintflutartiger Regen alles dem Erdboden gleichmachen: "Die Bilanz des Unwetters, das sich mit seiner ganzen Kraft über der Stadt und den nahen Dörfern ausgetobt hatte, war auch so schlimm genug, wie sich bald darauf zeigen sollte, als die Sonne wieder vom strahlendblauen Himmel die immensen Schäden beschien."
Verdächtig schnell hatte sich über Stadt und Land ein Gewitter zusammengebraut, dessen gelblich-graue Wolken bereits das Unheil andeuteten. Dann ging alles Schlag auf Schlag. Mit den Wassermassen hämmerten teils taubeneigroße Hagelkörner hernieder - ein Stakkato, das frösteln ließ. Blitze zuckten, Donner grollten, beides erträglich, nur nicht die riesigen weißen Körner, die alles übersät hatten. Hutzler schreibt weiter: "Schlagartig Stille, lediglich die Regengüsse rauschten und überfluteten Straßen und Plätze, aber auch viele ungünstig gelegene Felder." Wie im Winter waren Gärten und Felder mit einer dicken weißen Schicht überzogen. Vielen Bürgern war da einfach nur zum Heulen zumute.
Bäume wurden bis zur Hälfte entlaubt, knickten wie Streichhölzer um. Viele wurden entwurzelt und lagen auf den Straßen. Überall lagen abgebrochene Äste und Zweige am Boden. Das Getreide wurde stark in Mitleidenschaft gezogen und in manchen Maisfeldern waren nur noch Stengel zu sehen. In den Gärten war die Blütenpracht dahin, die Gemüsebeete waren meist zerstört und auch an den Obstbäumen wurde großer Schaden festgestellt. "Gebietsweise ein Bild des Jammers!", stand in der Tageszeitung, die auch betonte, dass die Stadt diesmal offensichtlich ein Zentrum der Naturgewalten war, die sich hier austobten, wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Auf der Bundesstraße 22 hatten entwurzelte Bäume - insbesondere im Abschnitt Teunz-Zeinried - die Fahrbahn blockiert. In der Stadt standen Keller unter Wasser und in der Eisenbarth-Straße hatte der Sturm eine Schaufensterscheibe eingedrückt. Glasschäden gab es an allen Ecken und Enden.
In der Bundeswehrsiedlung war ein Baum über einen abgestellten Pkw gestürzt und in Niesaß fiel unter der Wucht der Böen eine große Scheune wie ein Kartenhaus zusammen. Etwas abgeschwächt wütete der Sturm in Nabburg. Trotzdem fegte er das Gerüst an der Außenfassade des Polizeigebäudes einfach weg und in der Regensburger Straße fiel eine geknickte Tanne auf ein Hausdach. Bei THW, Feuerwehren und Polizeiinspektionen liefen die Telefone heiß, während die Bürger die ersten Reparaturen in Angriff nahmen,
Oberviechtach
04.07.2018 - 17:02 Uhr
Sommersturm mit Hagelschlag nichts Neues
von Gertraud Portner
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