"Ein psychologischer Trick: Was man fürchtet, macht man kleiner", schreibt Heimatforscher Harald Fähnrich zum Teufelsstein bei Napfberg. Hier sei es der christliche Inbegriff alles Bösen: Belesene Einheimische würden die Sage vom dummen Teufel bei Napfberg kennen. Jeder könne eine Sage anders fabulieren - wenn der Kern auch gleich bleibe. Fähnrich teilt eine moderne Version:
"Es war die Zeit, als einfache Menschen zu Fuß unterwegs waren. Ihr kostbares Paar Lederschuh mussten sie so lange tragen, bis man auf die löchrigen Sohlen keine Schuhsohle mehr aufdoppeln konnte. Eine alte Botengängerin hatte Napfberg im Steinwald gerade verlassen. Sie traf am Dorfrand einen wild aussehenden Mann. Der schleppte schnaufend einen größeren Stein auf der Schulter. Kein normaler Mann macht das händisch! Sie - über Geister wohl erfahren - ahnte Böses: Sein grüner Hut, sein stechender Blick. Als der Fremde sie dazu noch brummelig fragte, wann er wohl endlich zur neuen Wallfahrtskirche Fuchsmühl komme, wo er hin müsse! Da meinte die schlaue Alte: Ich geh auch dorthin. Ach weit, weit ist’s dorthin! So weit! Schauen's, hab' den einen Schuh schon durchgelaufen! Der unheimliche Fremde, leid aller Mühe, verlor die Beherrschung. Er warf den Stein weit von sich, der im Flug immer größer wurde. Als Monsterfels landete er unterhalb von Napfberg am Acker der großen 'Ausnahmswiesen' von Haus Nr 2. Unter Donner und Blitz löste er, der 'Grünhütl', sich auf. Er hinterließ einen schillernden Haufen, der fürchterlich nach Schwefel und Knoblauch stank, das 'Asantum' (Teufelsdreck)."
In solch einer Sage spiele die logische Stimmigkeit kaum eine Rolle, meint Fähnrich. Nach einem langen Weg könne das Ziel doch schon „um die nächste Ecke“ sein. "Wichtig ist: Das kleine Menschlein hatte den mächtigen Teufel ausgetrickst, der die Wallfahrtskirche mit seinem Felsgeschoss zertrümmern wollte." Stiftländische „Teufelssteine“ liegen laut Fähnrich in der Teufelsküche, bei Schönthan, bei Schönkirch, auf der Burg Liebenstein, bei Bodenreuth, im Bürgerwald bei Naab, am Glasberg bei Waldsassen, im Waldrevier Reuth (an der Waldnaab), nahe der Neumühle bei Mähring – und gleich zwei am Dorfrand von Beidl. "Meistens sind es Granitfelsen. Manche Besucher sehen eine heile Welt in der angeblichen vorchristlichen Vergangenheit dieser Felsen – und opfern Florales an ihren 'Göttersteinen'“.















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