06.02.2019 - 16:27 Uhr
Bad NeualbenreuthOberpfalz

Blick zurück auf bewegte Zeiten

Ehrungen standen im Mittelpunkt der Jahresversammlung der Reservisten- und Soldatenkameradschaft Neualbenreuth. Ein Thema waren auch einige besondere Vorhaben.

Die Geehrten des Vereinsjahres 2018 mit Vorsitzendem Meinhard Köstler, Kreisvorsitzendem Ferdinand Lienerth (von links) und Bürgermeister Klaus Meyer (rechts).
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Kassier Willi Maier berichtete von soliden Vereinsfinanzen und betonte, dass zum Kassenstand noch wertvolle Traditionsstücke hinzu gerechnet werden müssten: „Schließlich haben wir vor einigen Jahren unsere beiden Gründungsfahnen von 1882/83 für fast 10 000 Euro renovieren lassen.“ Nach der einstimmig erfolgten Entlastung wurde für den verstorbenen Revisor Siegfried Smola Mitglied Franz Becker ohne Gegenstimme zum weiteren Kassenprüfer bestellt.

Vorsitzender Meinhard Köstler griff eine Reihe von Aktivitäten auf. Das mit den Freien Wählern organisierte Teichfest habe sich zu einem kleinen Bürgerfest gemausert. Von den Zumba-Kids bis zur Großeltern-Generation besuchten alle Altersgruppen dieses Fest sehr gerne. Die neu konstruierte Holzbühne sei für die Festplanung eine große Erleichterung und werde künftig von den Freien Wählern in Eigenregie betreut. Ihren Kostenanteil habe die RSK abgelöst.

Derzeit laufe die Renovierung alter Totenerinnerungsbänder, die Teil einer Ausstellung im Sengerhof werden sollen. Beabsichtigt ist die Darstellung der bewegten Jahrzehnte von 1845 bis 1925 mit den großen Kriegen von Königgrätz, dem 1870er-Krieg gegen Frankreich und dem Ersten Weltkrieg. Sie sollen interessante Bezüge zur Heimatgeschichte zwischen Eger, Neualbenreuth und Neumugl zum Thema haben. Auch die derzeit in Speinshart vom Adalbert-Stifter-Verein präsentierte Ausstellung „Musen an die Front – Künstler, Fotografen und Poeten im Dienste der Kriegspropaganda des 1. Weltkriegs“ werde, wenn sie für den Herbst zu haben ist, Teil der Veranstaltung sein.

932,10 Euro gesammelt

Die Kriegsgräbersammlung 2018 erbrachte 932,10 Euro. Bürgermeister Meyer und Ferdinand Lienerth, Kreisvorsitzender des Bayerischen Soldatenbundes (BSB), bedankten sich für das Engagement der Neualbenreuther Soldaten und die Spendenfreudigkeit der Bevölkerung. Sie baten auch für die Zukunft um tatkräftige Unterstützung von Gemeinde und Verband.

Harsche Kritik übte Meinhard Köstler an der Verteidigungsministerin. „Unserer Ministerin ist es nicht gelungen, die blamabel große Flotte nicht einsatzfähiger Schiffe, U-Boote, Hubschrauber, Flugzeuge und Panzer zu beseitigen oder spürbar zu verkleinern. Die meisten von uns haben während des Kalten Krieges in unserer 4. Jägerdivision am Eisernen Vorhang gedient, in einem der am besten ausgerüsteten, ausgebildeten und geführten Großverbände Europas.“ Heute hätten Kommandeure schon beim Planen einer Großübung höchste Not, weil sie mangels eigener Einsatzfähigkeit Waffen und Gerät von Nachbarverbänden mit hohen Steuermitteln quer durchs Land ausleihen müssten oder weil sie ihre intakte Ausrüstung an Einheiten im Auslandseinsatz abgeben hätten müssen. Explodiert seien auch die Kosten für die Restaurierung des ehemaligen Schulschiffs „Gorch Fock“. Der Bundesrechnungshof und der Wehrbeauftragte hätten das missliche Material-, Personal- und Finanzmanagement kritisiert, doch dies lasse die Ministerin offensichtlich unbeeindruckt. „Man darf sich nicht wundern, wenn zu wenige unserer jungen Bundesbürger in einer solchen Armee für ihre Zukunft einen beruflichen Anreiz sehen und die Abschaffung der Wehrpflicht ein Rohrkrepierer zu werden droht.“

Fahrt nach Augsburg

Reservistensprecher Artur Kursawe bedankte sich für den großen Zuspruch für die Fahrt ins deutsche Dampflokmuseum Meiningen und den Besuch der Kaiserstadt Bamberg. Voraussichtlich im Mai dieses Jahres wird eine Fahrt nach Augsburg durchgeführt – auch für Nichtmitglieder. Das traditionelle „Reservisten-Schröidl“ sei jedes Jahr für besondere Kameradschaftshilfe gedacht. Kursawe überbrachte das heurige Geräucherte dem Kameraden Rudi Sporrer, der sich als Begleitung für den neuen Kanonier Helmut Dimmling zur Verfügung stellt. Nicht zuletzt folgten Hinweise auf einige bereits fest stehende Termine. Am 22. und 23. Februar steht das Wanderpokalschießen gegen die SK Wernersreuth auf dem Plan, am 24. März ist ein Kameradschaftsessen mit Ehefrauen im Vereinslokal geplant. Das Teichfest steigt am 19. und 20. Juli.

Information:

Ehrungen

Besondere Ehrungen gab es bei der Versammlung für eine Reihe von Mitgliedern. Gregor Köstler erhielt für seine fünfjährige Sammlertätigkeit beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge von Bürgermeister Klaus Meyer das Verdienstabzeichen in Bronze. Der Kreisvorsitzende des Bayerischen Soldatenbundes (BSB), Ferdinand Lienerth, überreichte drei langjährigen Vorstandsmitgliedern – Fähnrich Franz Stoll, Kassier Willi Maier und Reservistensprecher Artur Kursawe – das Große Verdienstkreuz am Bande des Bayerischen Soldatenbundes. Treuenadeln für die Mitgliedschaft im BSB gingen an Karl Lippert (50 Jahre), Werner Altnöder sen., Helmut Dimmling, Rudolf Sporrer, Franz Stoll und Rudolf Walenta (45 Jahre), Josef Becker, Rudolf Gatter und Karl-Heinz Melzer (40 Jahre), Walter Brucker und Arthur Kursawe (35 Jahre), Werner Ackermann, Günter Plonner, Herbert Seidel und Alfred Ulrich (25 Jahre), Werner Plonner, Markus Sporrer und Gerhard Grillmeier (20 Jahre) sowie Gregor Köstler (10 Jahre).

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