27.08.2019 - 11:05 Uhr
NeualbenreuthOberpfalz

Ein echtes Generationenfest

Traditionell am letzten August-Sonntag steigt das Ringelfelsenfest, verbunden mit einem urigen Wettbewerb: Heuer fand die Wald-Olympiade bei Wernersreuth zum 89. Mal statt - und auch das Jubiläum 2020 haben die Veranstalter schon im Blick.

Unter den 77 Teilnehmern der Ringelfelsen-Spiele war der generationsübergreifende Zusammenhalt deutlich zu spüren.
von Redaktion ONETZProfil

Die Spiele, zu denen der Turnverein Waldsassen und die Naturfreunde Waldsassen Mitglieder und Interessierte einladen, werden auch liebevoll als „Stiftland Highland Games“ bezeichnet. In den drei Disziplinen Standweitsprung, Baumstamm-Weitwurf und Steinstoßen stellten Teilnehmer aller Altersklassen Kraft und Geschicklichkeit unter Beweis. Die Besucher kamen aus der ganzen Umgebung zu dem schattigen Plätzchen im Wald. Mit dabei war auch eine Gruppe des Schützenvereins „Ringelstein“ Ottengrün, dazu kamen noch Kinder aus Waldsassen und der Marktgemeinde Neualbenreuth im Rahmen des Ferienprogramms.

Nach der Begrüßung und der Vereidigung des Kampfgerichts durch Regina Gerl vom TVW begaben sich die insgesamt 77 Wettkämpfer auf ihre Positionen. Auch die kleinsten Teilnehmer stellten sich tapfer allen Disziplinen. Die beiden Jüngsten waren die Klara Führlich und Leo Fischer mit jeweils drei Jahren. Als ältester Teilnehmer war der 80-jährige Heinz Möhwald mit von der Partie. Er beteiligt sich schon seit gut 40 Jahren an den Wettkämpfen und ist als „Urgestein der Ringelfelsen-Spiele“ und früherer Organisator nicht wegzudenken.

Fest im Wandel

Im Laufe der Zeit habe sich vieles verändert, wie es hieß. Die Disziplinen seien jedoch traditionsgemäß schon immer die gleichen. Ursprünglich als Probe für „harte Kerle“, begann das Fest früher bereits am Samstagabend. Dann übernachteten die Teilnehmer am Ringelfelsen, über offenem Feuer wurden Würstchen gegrillt. Über die Jahre wurde es auch zur Tradition, dass Familien am Samstag bei Grillgut und Schwammerlsuppe zusammensaßen und die Jugendlichen in der Hütte, die direkt neben dem Felsen steht, übernachteten. Am Sonntag folgten dann, wie auch heute noch, die Spiele. So verbrachte man das ganze „olympische Wochenende“ im Wald.

Gut ein halbes Jahrhundert nach der „Premiere“ der Spiele verschwand der Brauch des Übernachtens, seitdem wandern die Sportler und Zuschauer erst am Sonntagvormittag zum Spielort. Eine weitere Tradition, die über die Jahre aus dem Programm verschwand, ist das sogenannte „Wutscherl-Prelln“. Dabei handelt es sich um ein Spiel, bei dem die Teilnehmer, in einem Kreis aufgestellt, mit Holzstöcken versuchen müssen, eine Holzscheibe aus der Mitte zu prellen. Überwacht wurde das Geschehen vom „Wutscherlwachter“. Eine ausführliche Anleitung zum „Wutscherl-Prelln“ ist auf der Homepage der Naturfreunde Waldsassen zu finden. Zur 90. Wald-Olympiade, die dann im nächsten Jahr stattfindet, hoffen die Veranstalter, dass sie einige Traditionen wieder aufleben lassen können. Genaueres müsse jedoch noch geplant werden.

Als erfreuliche Entwicklung, die er in letzter Zeit beobachte, nennt Heinz Möhwald einen stetigen Wiederanstieg der Teilnehmerzahlen nach einem leichten Tief vor ein paar Jahren. „Dass auch viele der Kleinsten aus der Umgebung mitmachen, freut uns besonders“, betont er. Auch seine eigenen Kinder und Enkel seien mittlerweile auf den Geschmack gekommen.

Eine Anleitung zum traditionellen Spiel "Wutscherl-Prelln" ist auf der Homepage der Naturfreunde Waldsassen zu finden.

Ganze Familien vertreten

Bei den drei Disziplinen treten die Sportler zwar als Einzelkämpfer an, doch die Olympiade zeichnet sich durch den Zusammenhalt und das gute Miteinander der Ringelfelsen-Athleten aus. Alt und Jung jubeln sich gegenseitig zu, Kinder feuern ihre Eltern und Großeltern an und umgekehrt. „Das Schöne an der Veranstaltung ist einfach, dass es ein echtes Generationenfest ist“, sagt Claudia Friedrich vom Turnverein Waldsassen. So ist es nicht ungewöhnlich, dass ganze Familien vertreten sind, verteilt auf die zehn Altersklassen der Mädchen und Frauen sowie die neun Altersklassen der Jungen und Männer. Das machte sich auch bei der diesjährigen Siegerehrung bemerkbar, bei der sich Kinder, Eltern und Großeltern gegenseitig ihre Urkunden, Medaillen und Pokale präsentierten. Die Tagessiegerin bei den Frauen war mit 1340 Punkten Hannah Ziegert, bei den Herren war Robert Malzer mit 1745 Punkten wieder einmal der Tagesbeste.

Frauen und Männer, jung und alt: Alle Teilnehmer versuchten sich im schwierigen Baumstamm-Werfen.
Die Sieger der 89. Wald-Olympiade:

Die Sieger der Wald-Olympiade

Mädchen bis 6 Jahre: 1. Anna Zant (700 Punkte), 2. Leonie Prüfer (610 Punkte), 3. Isabella Grüner, (370 Punkte); Mädchen 7 bis 9 Jahre: 1. Marie Schwientek (1220 Punkte); Mädchen 10 bis 13 Jahre: 1. Laura Dierl (1190 Punkte), 2. Sarah Helm (1020 Punkte), 3. Paula Zant (1015 Punkte); Jugend weiblich 14 bis 17 Jahre: 1. Hannah Ziegert (1340 Punkte), 2. Anna Bernreuther (1200 Punkte); Damen 18 bis 29 Jahre: 1. Monika Birner (1240 Punkte), 2. Theresa Möhwald (1230 Punkte), 3. Oriane Grandjeau (1050 Punkte); Damen 30 bis 34 Jahre: 1. Katrin Stark (1280 Punkte), 2. Johanna Neumann (1240 Punkte), 3. Sabine Führlich (1150 Punkte); Damen 40 bis 45 Jahre: 1. Anja Fischer (1170 Punkte), 2. Christine Bernreuther (990 Punkte); Damen 45 bis 49 Jahre: 1. Stefanie Bernreuther (1170 Punkte), 2. Iris Heinrich (1150 Punkte), 3. Claudia Forster (1140 Punkte); Damen 50 bis 54 Jahre: 1. Claudia Friedrich (1280 Punkte), 2. Marianne Grüner (1260 Punkte), 3. Susanne Ziegert (1240 Punkte); Damen 55 bis 59 Jahre: 1. Silvia Stark (1075 Punkte), 2. Beate Christ (980 Punkte).

Knaben bis 6 Jahre: 1. Elias Schwientek (1015 Punkte), 2. Leon Stark (800 Punkte), 3. Jan Führlich (550 Punkte); Knaben 7 bis 9 Jahre: 1. Philipp Bernreuther (1200 Punkte), 2. Simon Helm (1190 Punkte), 3. Eric Handke (795 Punkte); Knaben 10 bis 13 Jahre: 1. Johannes Schwientek (1415 Punkte), 2. Thomas Stier (1345 Punkte), 3. Jonathan Rückl (1265 Punkte); Herren 18 bis 29 Jahre: 1. Josef Altnöder (1455 Punkte), 2. Florian Berling (1405 Punkte), 3. Tobias Altnöder (1390 Punkte); Herren 30 bis 39 Jahre: 1. Kevin Führlich (1570 Punkte), 2. Joschi Liebscher (1490 Punkte), 3. Benny Fischer (1425 Punkte); Herren 40 bis 49 Jahre: 1. Robert Malzer (1745 Punkte), 2. Stefan Forster (1560 Punkte), 3. Stefan Zant (1485 Punkte); Herren 50 bis 59 Jahre: 1. Christian Gleißner (1520 Punkte), 2. Oswald Weig (1375 Punkte), 3. Stefan Rosner (1330 Punkte); Herren 60 bis 69 Jahre: 1. Klaus Riederer (1480 Punkte); Herren 80 bis 100 Jahre: 1. Heinz Möhwald (950 Punkte).

Beim Weitsprung aus dem Stand ist viel Kraft und Konzentration gefragt.
Mit 80 Jahren war Heinz Möhwald der älteste Teilnehmer. Er ist bereits seit Jahrzehnten mit von der Partie.
An dieser Station konnten die Teilnehmer ihr Können im Standweitsprung unter Beweis stellen.
Auf den richtigen Winkel kommt es beim Werfen der Baumstämme an.
Für die Bewirtung der Sportler und Zuschauer sorgten wie gewohnt die Naturfreunde Waldsassen.
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