13.11.2019 - 22:36 Uhr
NeualbenreuthOberpfalz

„Wir sind Heilbad“

Sogar die Kirchenglocken läuten: Neualbenreuth darf sich künftig Bad Neualbenreuth nennen. Die Freude im Rathaus ist riesig.

Im Rathaus gibt es am Mittwoch nur strahlende Gesichter. Neualbenreuth wird zu Bad Neualbenreuth. Darauf stoßen unter andererm an (vorne, von links) Altbürgermeister Albert Köstler, Gästeinfo-Chefin Uschi Stingl, Bürgermeister Klaus Meyer und Zweiter Bürgermeister Christian Hebert.
von Martin Maier Kontakt Profil

Bürgermeister Klaus Meyer strahlt über beide Ohren. Jeden, der ihm über den Weg läuft, umarmt er. "Wir sind Heilbad", jubelt der Gemeindechef am späten Mittwochnachmittag immer wieder. Um kurz nach 16 Uhr hat er aus München die Nachricht erhalten: Neualbenreuth bekommt das Prädikat "Heilbad". Die frohe Kunde überbringt Stefan Gruber vom Bayerischen Innenministerium per Telefon.

"Da bin ich schon ausgeflippt. Das Schönste waren seine Aussagen zu unserer Präsentation", zeigt sich Meyer mächtig stolz. Gruber bescheinigt der Gemeinde ein geschlossenes und hervorragendes Auftreten. Beim Besuch der Experten-Kommission im Juni haben der Ort mit seinen Bürgern und das Sibyllenbad komplett überzeugt. "Wir haben mit unserem Konzept als naturnahes Heilbad gepunktet", ist sich der Bürgermeister sicher, der immer wieder von einem historischen Moment für die Gemeinde spricht. Im Rathaus haben sich mittlerweile einige Mitarbeiter eingefunden, darunter auch Gästeinfo-Chefin Uschi Stingl, die sich seit Jahren mit dem Heilbad-Antrag beschäftigt hat. Es wird mit Sekt angestoßen.

Kirchenglocken läuten

Im Hintergrund sind die Kirchenglocken zu hören. Der ehemalige Kirchenpfleger Josef Rosner lässt sie nach einem kurzen Telefonat mit dem Bürgermeister zur Feier des Tages für drei Minuten läuten.

Auch Altbürgermeister Albert Köstler zeigt sich bewegt: "Das ist für die ganze Gemeinde ein Feiertag. Vor allem wenn man weiß, welche Anstrengungen dahinter stecken. Das ist der verdiente Lohn." Der ganze Erfolg sei langsam von innen gewachsen. "Die Einheimischen sind Unternehmer geworden", erinnert er an die Anfänge des Tourismus in Neualbenreuth.

Bei Köstler werden sofort auch Erinnerungen wach. Als in den 1980er Jahren der Startschuss für den Probebetrieb des Badehauses Maiersreuth fiel, hätten Unbekannte die Ortsschilder mit der Aufschrift "Bad" beklebt.

Das wiederholt sich nun, nur in etwas abgewandelter Form. Für ein Pressefoto stellt sich Bürgermeister Meyer mit dem "Bad"-Zettel vor ein Ortsschild von Neualbenreuth. Immer wieder ploppen neue Nachrichten auf seinem Handy auf. Auch Sibyllenbad-Werkleiter Gerhard Geiger ruft an. Gratuliert dem Rathauschef. "Wir wurden in den höchsten Tönen gelobt. Das war eine Gemeinschaftsleistung", dankt Meyer Geiger.

Der Bürgermeister kommt immer wieder ins Schwärmen. Alle hätten an einem Strang gezogen, egal ob Zweckverband, Sibyllenbad-und Gemeinde-Mitarbeiter oder die Bürger. "Das ist ein Erfolg für die ganze Region", erhofft er sich auch einen touristischen Schub.

"Wollen nicht abheben"

Wann offiziell die Umbenennung zu Bad Neualbenreuth erfolgt, steht am Mittwoch noch nicht fest. "Das kann ich wirklich nicht sagen. Das Prozedere ist schließlich nicht alltäglich", muss Meyer erst einmal den entsprechenden Bescheid abwarten. Möglicherweise aber noch heuer.

Für die Zukunft hofft Bürgermeister Meyer, dass alle weiterhin den eingeschlagenen Weg mitgehen. Es gelte, die neue Marke "Bad Neualbenreuth", zu der die gesamte Gemeinde gehöre, zu bewerben. "Das müssen wir jetzt alles in die richtige Richtung lenken. Aber wir wollen nicht abheben. Das naturnahe Heilbad ist unser Markenkern", blickt der Rathauschef voraus. Dann läutet schon wieder sein Telefon. Die Glückwünsche reißen einfach nicht ab.

Der Weg zum Prädikat "Heilbad"

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