13.11.2019 - 17:33 Uhr
NeualbenreuthOberpfalz

Neualbenreuth wird zu Bad Neualbenreuth

Als zweiter Ort in der Oberpfalz darf Neualbenreuth den Titel „Bad“ im Namen führen. Damit endet ein steiniger Weg, der schon in den 1960er Jahren begonnen hat.

Die Ortsschilder von Neualbenreuth müssen ausgetauscht werden. Der Gemeinde heißt künftig Bad Neualbenreuth. Bürgermeister Klaus Meyer erfuhr die frohe Kunde am späten Mittwochnachmittag.
von Martin Maier Kontakt Profil

„Wir sind Heilbad“, jubelt Bürgermeister Klaus Meyer am Mittwochnachmittag um 16.20 Uhr. Kurz vorher hat er die frohe Kunde aus dem Bayerischen Innenministerium erhalten. Auf diesen Tag hatten Neualbenreuth (Kreis Tirschenreuth) und das Sibyllenbad hingefiebert. Schon Anfang Juni hatte eine Kommission des Fachausschusses für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen die Gemeinde und das Kurmittelhaus unter die Lupe genommen. Am Mittwoch tagte nun der Ausschuss und gab grünes Licht: Neualbenreuth erhält das Prädikat „Heilbad“.

Bisher darf in der Oberpfalz nur ein Ort diesen Namen führen: Bad Kötzting ist seit 2005 staatlich anerkanntes Kneipp-Heilbad. In Bayern sind 20 Heilbäder, 5 Kneipp-Heilbäder, 3 Kneipp-Kurorte, ein Schroth-Heilbad, 13 heilklimatische Kurorte, 81 Luftkurorte und 235 Erholungsorte registriert.

„Das ist ein historischer Tag für uns. Das ist der pure Wahnsinn“, strahlt Bürgermeister Meyer im Rathaus. Im Hintergrund sind sogar die Kirchenglocken zu hören, die extra für diesen Anlass drei Minuten läuten.

Stefan Gruber vom Innenministerium teilte Meyer mit, dass er selten eine Gemeinde erlebt habe, die sich mit Blick auf den Kommissionsbesuch so geschlossen und hervorragend dargestellt habe. Alles werde mit Herzblut betrieben. „Wir konnten vor allem mit unserem Konzept des naturnahen Heilbads punkten“, ist sich der Rathauschef sicher.

Der Weg zum Heilbad war aber steinig. Die ersten Pläne für das Sibyllenbad gab es schon in den 1960er Jahren. Eine Gruppe heimatvertriebener Egerländer wollte ein „Weltbad“ errichten, angelehnt an das berühmte und nicht weit entfernte westböhmische Bäderdreieck Karlsbad, Franzensbad und Marienbad. Doch die Verantwortlichen übernahmen sich. Die Eigenmittel waren bald erschöpft. Zurück blieb nach einem spektakulären Baustopp 1972 eine Ruinenlandschaft, die von der Natur inzwischen zugewuchert ist.

Jubel im Neualbenreuther Rathaus.

Neualbenreuth

Der Zweckverband Sibyllenbad, an ihm sind der Bezirk Oberpfalz, der Landkreis Tirschenreuth, die Städte Waldsassen, Mitterteich und Tirschenreuth sowie Neualbenreuth beteiligt, griff die Pläne in den 1980er Jahren wieder auf. Er startete 1989 einen Probebetrieb in einem ersten Badehaus im Nachbarort Maiersreuth. 1994 erfolgte die Grundsteinlegung für das jetzige Kurmittelhaus Sibyllenbad. Im Mittelpunkt standen schon immer die Heilmittel Kohlensäure und Radon.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat dann die Gemeinde an der Grenze zu Tschechien mit ihren rund 1350 Einwohnern ihre Bemühungen um das Prädikat „Heilbad“ verstärkt. Neualbenreuth ist seit Ende 1997 staatlich anerkannter Erholungsort. Zur gleichen Zeit erhielt das Kurmittelhaus Sibyllenbad das Prädikat „anerkannter Heilquellenkurbetrieb“. Und in dieses Jahr fiel auch die Einweihung des Badetempels. Immer wieder gab es danach Gespräche und Versuche, Heilbad zu werden. Die nicht realisierbare Reha-Klinik verhinderte dies aber. Erst als 2017 dieser Passus aus der Anerkennungsverordnung gestrichen wurde, war der Weg frei.

„Heute ist eine neue Marke geboren worden: Bad Neualbenreuth“, stellt Meyer fest. Diese gelte es nun zu vermarkten. Und dabei werden das Sibyllenbad und die Naturnähe im Mittelpunkt stehen. Touristisch sei diese Auszeichnung nicht nur für die Gemeinde, sondern für die ganze Region Gold wert.

Das Sibyllenbad und der Kurpark sind die Herzkammer des künftigen Bad Neualbenreuth.

Hier geht es zum Bericht über die Bewerbung.

Neualbenreuth

Eine Experten-Kommission schaute sich im Juni in der Gemeinde Neualbenreuth um.

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