06.06.2019 - 15:26 Uhr
Bad NeualbenreuthOberpfalz

Sibyllenbad und Neualbenreuth unter der Heilbäder-Lupe

Bekommen Neualbenreuth und das Sibyllenbad den Heilbäder-Status? Darüber entscheidet auch eine Experten-Kommission. Diese nahm nun den Ort und das Kurmittelhaus genau unter die Lupe. Dabei gab es schon zu Beginn eine Überraschung.

Die Kommission schaute auch im Sibyllenbad vorbei.
von Martin Maier Kontakt Profil

Die Kommission des Fachausschusses für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen reiste am Mittwoch in die Tillenberg-Gemeinde. Eigentlich sollten die acht Experten um 11 Uhr beim Rathaus sein, aber sie kamen schon 45 Minuten früher an. "Sie haben wohl damit gerechnet, dass es schwieriger ist, nach Neualbenreuth zu kommen", scherzt Bürgermeister Klaus Meyer am Tag danach. Wobei er zugibt, "dass ich da schon ein wenig ins Rotieren gekommen bin".

Drei Präsentationen

Der Gemeindechef setzte sich mit den Gästen spontan vor das Rathaus und überbrückte die Zeit zum Programmstart um 11 Uhr. Mit dem Bus ging es zum Schlosshotel Ernestgrün. Dort erfuhr die Kommission in drei Vorträgen alles rund um den Ort und das Sibyllenbad. Meyer erläuterte alle bedeutenden Investitionen seit dem Heilbäder-Antrag 2011. Beeindruckt hätten sich die Experten gezeigt, dass die Gemeinde in den vergangenen fünf Jahren 5,05 Millionen Euro für Straßenprojekte ausgegeben hat und für die nächsten drei Jahre noch einmal 6,2 Millionen Euro eingeplant sind.

Sibyllenbad-Werkleiter Gerhard Geiger stellte das Kurmittelhaus mit den Heilmitteln Kohlensäure und Radon vor. Außerdem überraschte er mit der Ankündigung, dass noch heuer im Kurpark ein Motorikpark entstehen soll. Dort gebe es dann Geräte zum Trainieren der Feinmotorik und zum Balancieren. Und im dritten Vortrag griff Uschi Stingl, Leiterin der Gästeinformation, die Themen Gastronomie und Vermieter auf. Zudem berichtete sie von dem Modellprojekt Waldbaden.

"Wir wollen das etwas andere Heilbad sein und die Bäder-Welt richtet sich gerade neu aus. Das haben wir versucht aufzugreifen", erklärt der Rathauschef. Wichtig sei gewesen, auch die Bedeutung der Nachbarstädte mit ihren Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten herauszuheben. "Schließlich sind wir das Kurbad des Stiftlands." Meyer habe sich daher umso mehr gefreut, dass Landrat Wolfgang Lippert, die Bürgermeister Franz Stahl (Tirschenreuth) und Roland Grillmeier (Mitterteich) sowie Zweiter Bürgermeister Karl-Heinz Hoyer (Waldsassen) am Mittwoch die Kommission begleitet hatten. "Das war ein starkes Zeichen. Sie haben geholfen, die gesamte Region positiv darzustellen."

Auf dem Weg zum Heilbad: Welche Hürden müssen gemeistert werden?

Bad Neualbenreuth

Entscheidung Ende 2019

Die Experten hätten bei den Vorträgen wenig Nachfragen gehabt. Meyer schließt daraus: "Wir haben uns von der besten Seite gezeigt. Es war eine gelungene Präsentation." Die Kommission sei beeindruckt gewesen. Am Nachmittag ging es mit dem Bus durch die komplette Gemeinde. Alle Gemeindemitarbeiter und Bürger hätten für diesen "besonderen Tag" die Kommune herausgeputzt. Einen längeren Stopp gab es beim Sibyllenbad und im Kurpark. Endpunkt war die Gästeinformation. Danach verabschiedete sich die Kommission.

Äußerungen zu den Chancen auf den Heilbäder-Status hätten sich die Mitglieder nicht entlocken lassen. "Sie halten sich natürlich sehr bedeckt", zeigt der Bürgermeister Verständnis. Er selber sprüht aber vor Optimismus: "So wie wir uns präsentiert haben, gibt es für mich nichts anderes als den Bäder-Titel." Wobei er einschränkt, dass die Kommission noch Nachjustierungen einfordern könne. Dies würde aber kein Problem darstellen. Die Entscheidung, ob Neualbenreuth ein Bad vor den Namen bekommt, werde im November fallen.

Hintergrund:

Als geschütztes Prädikat dürfen in Deutschland nur staatlich anerkannte Heilbäder den Beinamen Bad erhalten. Maßgeblich ist das Votum des Fachausschusses für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen. In dem Gremium sind unabhängige Fachleute. Die Entscheidung des Fachausschusses stützt sich unter anderem auf das Ergebnis einer Ortsbesichtigung durch eine Kommission des Fachausschusses. Diese war am Mittwoch in Neualbenreuth.

Dabei waren die Leiterin des Fachausschusses, Judith Laeverenz (Innenministerium), Johannes Kiesel (Gesundheitsministerium), Daniel Etzel (Wirtschaftsministerium), Dieter Frisch (Ludwig-Maximilians-Universität), Thomas Baumann (TU München), Veronika Perschl, stellvertretende Geschäftsführerin des Tourismusverbands Ostbayern, Alina Freiberg (Bayern Tourismus Marketing GmbH) und Stefan Gruber (Innenministerium). Laut Bürgermeister Klaus Meyer ist es jederzeit möglich, dass sich weitere Kommissionsmitglieder in den nächsten Wochen und Monaten in Neualbenreuth umschauen. (rti)

Viel Lob gab es laut Bürgermeister Klaus Meyer (Sechster von links) von der Kommission für den gepflegten Kurpark. Die Delegation führte die Leiterin des Fachausschusses für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen, Judith Laeverenz (Sechste von rechts), an.
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