23.06.2019 - 15:50 Uhr
NeualbenreuthOberpfalz

Neualbenreuther Blickpunkte

Großartige Aussichten Richtung Neualbenreuth, Tschechien und zum Tillenberg: dies bieten die fünf Neualbenreuther Blickpunkte. Wanderer und Autofahrer können hier Rast machen. Dazu bekommen sie geschichtliche und geologische Informationen.

von Martin Maier Kontakt Profil

Die Standorte sind in der ganzen Gemeinde verteilt. Seit kurzem sind sie fertiggestellt. Die Blickpunkte sind ein Teil des grenzüberschreitenden EU-Projekts "Die Naturgeschichte des Grenzgebirges zwischen Heiligenberg und Tillenberg". Weitere Teile sind der Lehrpfad Heiligenberg (Svetecký vrch) in Tachov und ein Führer zu erdgeschichtlich bedeutenden Orten im Gebiet zwischen Heiligenberg und Tillenberg (Hintergrund).

Die Förderung läuft über das Programm "Ziel ETZ". Das Projekt haben der Geopark Bayern-Böhmen, die Marktgemeinde Neualbenreuth, die Stadt Tachov und das Regionale Bildungs- und Informationszentrum Tachov (Revis) gemeinsam beantragt. Die Initiative ging laut Bürgermeister Klaus Meyer von tschechischer Seite aus.

Die fünf Blickpunkte bieten einen großartigen Panoramablick in die Landschaft. Die Auswahl haben die Gemeinde und der Geopark übernommen. "Neben einer top Aussicht haben wir Wert darauf gelegt, dass es öffentliche Plätze sind", so der Rathauschef. Die Blickpunkte liegen bei der Kleinen Kappl, auf dem ehemaligen Hochbehälter bei Ottengrün, auf der Höhe zwischen Motzersreuth und Poxdorf, auf einer Streuobstwiese in der Nähe des Grenzlandturms (Oberer Brand) sowie beim Wanderparkplatz unterhalb der "Altmugler Sonne".

Jeweils ein Tisch und zwei Bänke aus Granit und Eichenholz laden zum Verweilen ein. "Das ist alles sehr hochwertig. Dieser Art der Möblierung wollen wir in der ganzen Gemeinde weiterführen", sagt Meyer. Alle fünf Plätze sind barrierefrei. "Das war meine Idee. Vielleicht kann man die Orte mit einer Bimmelbahn anfahren", verweist der Bürgermeister auf weiterführende Projekte.

Ein weiterer Ansatz: Gäste können sich an die fünf Blickpunkte oder andere markante Punkte in der Gemeinde einen Picknickkorb liefern lassen. "Den müsste man vorher bestellen und er würde dann an den Wunschort geliefert. Momentan bin ich noch auf der Suche, wer diesen Service anbieten könnte."

An den fünf Standorten gibt es große Panoramatafeln mit Erklärungen. Diese hat Andreas Peterek vom Geopark Bayern-Böhmen konzipiert. "Die Idee war, die Umgebung von Neualbenreuth vorzustellen und den Panoramablick zu erläutern", so Peterek. Die Blickpunkte informieren über die Geologie (lokal und Grenzgebirge), den jungen Vulkanismus, Tektonik sowie die Besiedlungsgeschichte.

"Leider ist der Platz auf den Tafeln beschränkt", verweist der Geschäftsführer des Geoparks auf eine App. Diese wird über einen QR-Code erreichbar sein. Die Freischaltung soll im September erfolgen. Die App enthält auch Audiodateien in drei Sprachen (Deutsch, Tschechisch, Englisch). Peterek gibt zu, dass er gerne noch mehr zur Geologie geschrieben hätte. Daher überlege er, ob er noch weitere Blickpunkte errichte. "Aber natürlich nicht mehr mit dieser großen Ausstattung." Mögliche Standorte seien die Zeche Güldenstern und Kalmreuth. "Bei diesen beiden Punkte würden sich aber eher Einblicke in den Untergrund anbieten."

Eine Neualbenreuther Delegation hat vor einigen Wochen den Lehrpfad Heiligenberg in Tachov schon besichtigt. Der Gegenbesuch in der Marktgemeinde ist für 25. September terminiert. "Möglicherweise ist an diesem Tag auch die Einweihung der fünf Blickpunkte", schaut Meyer voraus.

Hintergrund:

Zwei weitere Teilprojekte

Die Kosten für das Gesamtprojekt „Die Naturgeschichte des Grenzgebirges zwischen Heiligenberg und Tillenberg“ werden mit über 160.000 Euro beziffert. Die Förderung liegt bei 85 Prozent. Die Projektbeschreibung nennt als Ziel, „auf der Grundlage des beiderseits der Grenze vorhandenen geologischen Naturerbes und des Montanerbes, die Entwicklung der Region nachhaltig zu fördern“. Dabei sollen die Einheimischen und Gäste für das Natur- und Kulturerbe sensibilisiert werden, um es kennenzulernen, zu besuchen und damit die Region zu bewerben. Es sollen neue (geotouristische) Ziele geschaffen beziehungsweise bekannt gemacht werden.

Neben den Neualbenreuther Blickpunkten gibt es zwei weitere Teilprojekte:

Lehrpfad Heiligenberg (Svetecký vrch) in Tachov: Entlang eines Seitenastes des Tschechischen (Böhmischen) Quarzpfahls wurde ein familienfreundlicher Erlebnisweg zur Erdgeschichte Westböhmens und des Pfahls eingerichtet. Besondere Stationen sind ein Aufenthaltspavillon, ein im Quarzpfahl geschaffener Aufschluss und ein Klettergerüst für Kinder, das dem Kopf eines Dinosauriers nachgeahmt ist. Der Rundweg ist rund vier Kilometer lang.

Führer zu erdgeschichtlich bedeutenden Orten im Gebiet zwischen Heiligenberg und Tillenberg: Je 12 Lokalitäten werden beiderseits der bayerisch-tschechischen Grenze hinsichtlich ihrer Geologie und Kulturgeschichte beschrieben. Sie stehen stellvertretend für die geologische Entwicklung des Grenzgebirges zwischen den Projektorten Tachov und Neualbenreuth. "Das wird eine kleine Broschüre, in der wir die Besonderheiten beschreiben", erklärt Andreas Peterek vom Geopark Bayern-Böhmen. Sie soll noch in diesem Jahr fertiggestellt werden. Zusätzlich entsteht ein umfangreiches Informationsangebot im Internet.

Vorstellung des Projekts "Die Naturgeschichte des Grenzgebirges zwischen Heiligenberg und Tillenberg"

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