16.01.2019 - 10:47 Uhr
NeualbenreuthOberpfalz

Sorge wegen Fehlalarme

Immer wieder muss die Feuerwehr Neualbenreuth zum Sibyllenbad ausrücken. Vor Ort stellt sich der Einsatz meist als Fehlalarm heraus. Kommandant Andreas Köhler sieht darin eine gefährliche Situation.

Die Feuerwehr Neualbenreuth musste 2018 fünfmal zum Sibyllenbad ausrücken. Die Brandmeldeanlage hatte ausgelöst. Es stelle sich glücklicherweise immer als Fehlalarm heraus. Allerdings befürchten Kommandant und Bürgermeister, dass bei einer gewissen Häufigkeit der Fehlalarme die Teilnehmerzahl bei solchen Einsätzen sinken könnte.
von Martin Maier Kontakt Profil

Alleine dreimal hatte die Brandmeldeanlage (BMA) im Sibyllenbad im vierten Quartal 2018 Fehlalarm ausgelöst. Dieses Problem sprach Köhler in der Jahreshauptversammlung der Wehr in der Gaststätte "Zum Tillenblick" an. Er verwies laut Protokoll darauf, dass die Brandschützer daher mit der Leitung des Bades Rücksprache gehalten haben.

Die Fehlalarmierungen müssten minimiert werden, "da sonst irgendwann die Gefahr besteht, dass die Teilnehmerzahlen bei solchen Einsätzen sinkt". Auch Bürgermeister Klaus Meyer sah dies so, denn sonst würden "die Einsätze nicht mehr ernst genommen".

455 Arbeitsstunden

In seinem Jahresbericht zählte der Kommandant insgesamt 17 Einsätze im abwehrenden Brandschutz auf, darunter waren 5 BMA-Fehlalarmierungen im Sibyllenbad. Dazu kamen 7 Einsätze im Bereich technische Hilfeleistung und 2 Einsätze mit stiller Alarmierung im Bereich THL. Neben einer Sicherheitswache unterstützte die Wehr bei 7 sonstigen freiwilligen Tätigkeiten (unter anderem Martinszug, Trachtenwallfahrt und Kartoffelfest) eine Vielzahl von Veranstaltungen im Gemeindebereich.

Insgesamt waren 41 ehrenamtliche Feuerwehrdienstleistende bei den Einsätzen dabei, welche - ohne die freiwilligen Tätigkeiten - 455 Arbeitsstunden ableisteten. Die meisten Einsätze verbuchten Thomas Keil und Andreas Köhler (jeweils 17), Andreas Frank (15), Thomas Dybicki (13) und Christoph Schwartling (12). Sie erhielten jeweils einen Gutschein. Außerdem verwies Köhler auf den Erste-Hilfe-Kurs. Da dieser so gut angenommen wurde, will der Kommandant diesen künftig in regelmäßigen Abständen wiederholen. Weiter nahm die Wehr an 7 Atemschutzübungen teil und 14 Neualbenreuther legten das Leistungsabzeichen THL ab. Die Zwischenprüfung zur Modularen Truppausbildung (MTA) absolvierten 6 Feuerwehranwärter.

Mit Blick auf die 11 Übungen erwähnte Köhler, dass dort "durchaus mehr erfahrene Feuerwehrmänner" anwesend sein könnten. Bei 2 Terminen sei er als noch relativ junger Kommandant, ältester Teilnehmer gewesen. Fleißigste waren Jonas Peterhans, Christoph Schwartling, Thomas Keil, Thomas Dybicki und Julius Wilholm, welche jeweils neunmal dabei waren. Als Dank erhielten sie Sibyllenbad-Gutscheine. Vorsitzender Stefan Keil war siebenmal am Start und Johannes Schwartling sechsmal.

Zudem übergab der Kommandant die Urkunde zum Fahrsicherheitstraining an Felix Grillmeier. Neue Atemschutzträger sind Christoph Schwartling und Michael Frank. 2019 gibt es einen Motorsägenkurs. Interessierte können sich bei Köhler melden. Die Abnahme für das Leistungsabzeichen Wasser ist am 30. März. Neu im Programm ist eine Übung für alle Aktiven und deren Familien am Sonntag, 21. Juli. Die ausgedienten Feuerlöscher der Gemeinde werden an diesem Tag benutzt. Die Idee dahinter: "Weniger mit dem Feuerlöscher vertraute Personen können vorbeikommen und den Ernstfall erproben."

Jugendwart Julius Wilholm hatte für den Nachwuchs 13 Übungen beziehungsweise Schulungen angesetzt, welche er zum Teil auch mit den anderen Gemeindewehren durchgeführte. Das Jugendzeltlager bezeichnete er als "vollen Erfolg". Neben einigen Übungen zimmerten sich die Teilnehmer auch einen Pool aus Paletten zusammen. Drei Jugendliche legten mit Erfolg den Wissenstest in Waldsassen ab. Zudem verkaufte der Nachwuchs beim Weihnachtsmarkt wieder Currywürste, Löschzwerge und alkoholfreie Getränke. Der Absatz an der neuen Lokalität "war allerdings nur mäßig".

Lob für Donnerstagsrunde

Wilholm dankte Christoph Schwartling, der ihm einiges an Arbeit abgenommen habe. Abschließend merkte er an, dass er sich freuen würde, wenn wieder einige junge Leute zur Wehr stoßen würden. Momentan zählen vier Leute zu seiner Truppe

Bürgermeister Klaus Meyer lobte die "Donnerstagsrunde", welche ihre "Freizeit opfert, um die Fahrzeuge und Geräte zu warten und das Gerätehaus in Schuss zu halten". Der Rathauschef bescheinigte einen sehr hohen Ausbildungsstand. Außerdem bezeichnete er die Neueinstellung des zweiten Vorsitzenden Michael Jaworeck beim Bauhof als Gewinn für die Gemeinde und die Brandschützer. Dadurch sei ein weiterer Mann bei Einsätzen an Wochentagen sicher vor Ort.

Der Bürgermeister sprach auch die Begehung des Feuerwehrhauses an. Handlungsbedarf gebe es vor allem bei den Toiletten. Zudem wies Meyer darauf hin, dass der Hochbehälter in Altmugl künftig einmal jährlich zu prüfen und gegebenenfalls zu befüllen ist, um eine ausreichende Wasserversorgung im Brandfall zu gewährleisten.

Zum Ende der Sitzung fragte Josef Rosner, ob noch Kontakt zur Feuerwehr Silberbach bestehe. Schließlich sei diese das Patenkind der Neualbenreuther. Dies verneinte Vorsitzender Stefan Keil. Er kündigte aber an, dass sich der Vorstand mit dem Thema zeitnah befassen werde. Zweiter Kommandant Christian Löw dankte noch den Landwirten für die Bereitstellung von Güllefässern mit Wasser während der Hitzeperiode im vergangenen Sommer.

Hintergrund:

Events statt Kirchenzug

Nicht zufrieden zeigte sich Vorsitzender Stefan Keil mit der Beteiligung bei einigen Terminen. Bei sogenannten „Events“ wie beispielsweise der "Kaltwasser-Grill-Challenge" seien immer viele Leute gekommen, ganz anderes hätte dies aber bei anderen Veranstaltungen wie der Teilnahme an Kirchen- oder Festzügen ausgesehen. Neben den jährlichen Terminen stand ein Ehrenabend im Kalender. Zudem beteiligten sich die Brandschützer beim Nordgautag mit einem Festwagen, der ein großes Modell der Pfarrkirche St. Laurentius zeigte.

Im Dezember übernahm die Wehr beim Weihnachtsmarkt die Bratwurstbude. Dabei vermeldete sie zweimal ausverkauft. Zudem war die Wehr bei neun Festen vertreten und stand bei drei Hochzeiten Spalier.

Die von den Neualbenreuthern zur "Kaltwasser-Grill-Challenge" nominierte Feuerwehr Waldsassen hatte im Anschluss an eine gemeinsame Übung einige Kästen Getränke überreicht. Zudem profitierte das Kinderhaus: Es erhielt im Dezember die gesammelten Feuerwehr-Spielsachen und eine Geldspende von 150 Euro. Keil machte zudem auf einige Termine aufmerksam. Der Skihaserlball ist am Samstag, 19. Januar, im Tillensaal. Ende April stellt der Verein den Maibaum auf.

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