25.07.2019 - 09:39 Uhr
NeualbenreuthOberpfalz

Traumjob unter freiem Himmel

Er arbeitet, wo andere ihre Freizeit verbringen: Thomas Keil ist Greenkeeper beim Golfclub Stiftland. Der Umgang mit dem Rasen ist indes eine Wissenschaft für sich.

„Head-Greenkeeper“ Thomas Keil bei der Arbeit.
von Konrad RosnerProfil

Eigentlich hat der 35-jährige Thomas Keil aus Neualbenreuth Landmaschinenmechaniker gelernt, doch seit rund drei Jahren ist er Greenkeeper beim Golfclub Stiftland. In mehreren Kursen, auf zwei Jahre verteilt, wurde er zum Fachagrarwirt für Golfplatzpflege ausgebildet. Er ist zugleich der „Chef“ der Greenkeeper beim Golfclub Stiftland, der sogenannte „Head-Greenkeeper“.

Schmuckkästchen

Mit ihm im Team ist zum einen Hubert Böhm aus Altmugl, der seit rund 25 Jahren beim Golfclub Stiftland arbeitet. „Er ist mein absolut wichtigster Mann, er kennt sich überall aus“, schwärmt Keil.

Weitere Greenkeeper sind zum anderen Markus Wölfl aus Wondreb, Gerald Fröhlich aus Hardeck und Sebastian Schnurrer aus Rothmühle. Sie alle betreuen den Golfplatz, der die respektable Fläche von rund 80 Hektar aufweist. Der Golfplatz des Golfclubs Stiftland gilt nicht umsonst als eine der schönsten und gepflegtesten Anlagen in der Region – ein absolutes Schmuckkästchen.

Natürlich liegt das Hauptaugenmerk des Teams auf dem Rasenmähen, doch selbst hier gibt es Feinheiten. Beim Abschlag, rund um das sogenannte „Tee“, wird wöchentlich zwei bis vier Mal gemäht. Das Fairway – der Bereich zwischen Abschlag und Grün – muss ein- bis dreimal die Woche unters Messer. Die Schnitthöhe des Grases beträgt rund 15 bis 30 Millimeter.

Auch die Sand-Hindernisse wollten gepflegt sein.

Wie ein Teppich

Das Grün (englisch „Green“), den Zielbereich beim Golf, mähen Thomas Keil und sein Team praktisch täglich, dieser Teil des Rasens, der wie ein Teppich wirkt, ist nur drei bis sechs Millimeter hoch. Zu diesem Zweck gibt es eigens einen speziellen Green-Mäher. Das abgemähte Gras bleibt indes liegen, es wird in den Rasen „gebügelt“, also gewalzt, und dient so auch als Pflanzenschutz und Dünger, weiß der Golfplatzexperte.

Zu den weiteren Aufgaben von Thomas Keil und seinem Team gehört auch die Gehölzpflege. „Die Bäume müssen immer wieder mal ausgeschnitten werden,“ weiß der Fachmann.

Zudem erforderlich ist die Biotop-Pflege: Im Außenbereich oder auch in gewissen Streifen sind wunderschöne Blüh- und Ausgleichsflächen angelegt, in der sich die Insekten nur so tummeln. Pflanzenschutzmittel sind beim Golfclub Stiftland absolut tabu – auch darauf legt der Greenkeeper großen Wert.

Zur regelmäßigen Pflege des Golfplatzes gehört überdies das Striegeln gegen Unkraut, das Vertikutieren, das Aerifizieren (Tiefenlockerung) und das Sanden. „Pro Jahr brauchen wir rund 100 Tonnen Sand nur für die Grüns“, berichtet Keil in diesem Zusammenhang. Das Sanden wirke einer Verfilzung entgegen und verhindere so eine zu hohe Elastizität der Oberfläche.

Auch die Pflege und Wartung der teuren Mähgeräte und der weiteren Maschinen und Geräte, die für die Golfplatzpflege unabdingbar sind, übernimmt das Team.

Abschlag mit dem Markt Neualbenreuth im Hintergrund, ein wunderschöner Panoramablick.

Arbeiten draußen

Die Greenkeeper arbeiten 40 Stunden pro Woche, müssen aber auch immer wieder mal am Wochenende mit ran. „Die Arbeit bereitet mir, aber auch allen in unserem Team, großen Spaß. Denn sie ist abwechslungsreich und vielfältig“, betont Thomas Keil. Nicht zu vergessen: Man ist in der freien Natur.

Die Blühwiesen des Golfplatzes locken viele Insekten an.
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