Die Geschichte von Hermine Hausners Engagement geht auf die Gründung des TSV Neudorf zurück. Die Neudorf Burschen kämpften bis dahin beim SC Luhe-Wildenau oder beim FC Schöninger Luhe um Ball und Tore. Der KLJB Kreisverband veranstaltet eine Fußballturnier, die KLJB Neudorf wurde Kreismeister. Die Begeisterung über diese Riesenüberraschung war gewaltig im Dorf nicht nur bei den jungen Burschen. Getrieben von dieser Euphorie wurde der bereits lang gehegte Wunsch nach einem eigenen Sportverein immer intensiver. Der Gründung eines Sportvereines stand nichts mehr im Wege, der TSV Neudorf wurde aus der Taufe gehoben.
Einer der Antreiber war Arnold Hausner. "Kannst Du nicht die Trikots waschen", bat er Ehefrau Hermine, als die Fußballer den Spielbetrieb 1974 aufnahmen. Aus dieser Bitte wurden 47 Jahre. War es zu Beginn nur die Sportkleidung der Herrenmannschaft, so kamen im Laufe der Jahre weitere Teams hinzu.
"Am Anfang waren die Trikots noch aus Baumwolle", erinnert sich Hermine Hausner. "Dieser Stoff brauchte länger zum Trocknen und musste zusätzlich noch gebügelt werden." Pro Mannschaft waren drei Waschgänge von Nöten.
Im Laufe der Jahre wurde die Arbeit durch modernere Materialien etwas leichter. Das Trocknen ging schneller und das Bügeln entfiel. "Gott sei Dank haben wir einen großen Dachboden." Ehemann Arnold spannte unzählige Wäscheleinen, auf denen die Leiberl trocknen konnten. Anschließend legte sie die Wäscheteile fein säuberlich zusammen und verstaute sie in die großen Sporttaschen. Feinsäuberlich nach Rückennummern sortiert waren sie abholbereit. "Wenn wir mal nicht zu Hause waren, wussten die Betreuer wo der Schlüssel zum Kellerraum lag." Wie viele Stunden sie in all den Jahren mit dem Trikotwaschen verbracht hat, hat Hausner nicht gezählt.
Hermine Hausner hat in den Anfangsjahren des TSV auch die Umkleide- und Duschräume im ehemaligen Schulhaus geputzt, später auch für einige Zeit im neuen Sportheim. 47 Jahren lang hat der TSV Neudorf ihren Lebensablauf bestimmt. Sie hat alle Vorsitzenden erlebt sowie unzählige Betreuer.
"Vor Jahren wollte ich schon aufhören, aber immer wieder habe ich nachgegeben und weitergemacht. Doch einmal muss Schluss sein. Jetzt kümmern sich die Mitarbeiter der Wäscherei des HPZ in Irchenrieth darum, dass die Neudorfer Fußballer fleckenfrei zu den Spielen auflaufen.
TSV-Vorsitzender Richard Zeiler und Stellvertreter Andreas Schärtl blieb nur übrig, Hermine Hausner nach diesen vielen Jahren Danke zu sagen. Mit Geschenkekorb und Blumenstrauß kamen die beiden ins Haus mit dem großen Trockenboden. "So etwas wie Dich wird der TSV nicht mehr erleben", sagte Zeiler. "Wir haben viele in unseren Reihen, die sehr viel für den TSV geleistet haben und dies auch noch tun. Aber ununterbrochen 47 Jahre, das wird es voraussichtlich nicht mehr geben."
Ein Hintertürchen bot die emsige Wäscherin ihrem TSV an: "Sollte einmal Not am Mann sein, schmeiß ich die Waschmaschine für den TSV wieder an – aber nur in Notfällen."
"Sollte einmal Not am Mann sein, schmeiß ich die Waschmaschine für den TSV wieder an – aber nur in Notfällen."





















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