16.09.2018 - 16:02 Uhr
Neudorf/Luhe-WildenauOberpfalz

Oldtimer-Himmel beim "Rockabilly Fire"

Bereits zum fünften Mal entzündete Organisator Michael Hartinger das "Rockabilly Fire" im Tanzcafe Silvia in Neudorf bei Luhe. Sein Wunsch nach schönem Wetter hatte sich erfüllt, und so wurde Schärtls Obstwiese zur Oldtimer-Ausstellung.

von Autor gagProfil

Er hatte geläutet und sie waren gekommen: Ein alter Opel Rekord, ein Oldsmobile Ninety-Eight Regency, ein Chevrolet 3100 Pickup in schwarz: Die gepflegten US-Cars strahlten nebeneinander blank poliert um die Wette. Daneben grinste frech ein rostiger VW Käfer mit Reisegepäck auf dem Dach hervor. Doch besonders die Chevrolet Bel Air-Zwillinge in rot und türkis zogen alle Blicke auf sich. Die Oldtimerfans bekamen feuchte Augen.

Bereits zum fünften Mal lockte Micha Hartinger nicht nur die Fans alter Autoraritäten, sonders besonders die Fans von Rockabilly und Boogie Woogie an. Sein 48er Hot Rod mit einem Sound wie Kanonendonner begrüßte die Gäste vor der Eingangstür.

Wie immer dabei waren die beiden Friseurstudios, die den Rockabellas und Rockabillys frisurtechnisch den letzten Schliff gaben: Klausi's Barbershop aus Amberg und "Ninas Hairlounge" aus Sulzbach-Rosenberg rasierten, toupierten, schnippelten und steckten um die Wette. Auch die Deko stimmte. Ein Popcornautomat und ein alter Kickertisch, der noch mit D-Mark läuft, waren vor allem von Kindern umlagert. Am Verkaufsstand im Schankraum konnte man Kleider, Shirts und Accessoires ergattern. Wer wollte konnte sich ein Erinnerungsfoto mit nach Hause nehmen. Dazu verhalf das mobile Fotostudio mit Fotobox und Leinwand. Wie in den Jahren vorher hatten sie sich wieder im "Alten Kuhstall" aufgebaut, wo auch die Bar und die reizenden Bardamen zu finden waren.

Doch das Wichtigste: Die Bands. Hartinger hatte eine tolle Band in Pullman City aufgetan: "Susan Brown and the Ballin' Keen" aus der Mainzer Gegend. Die fünf haben sich mit Herz und Seele der Musik der fünfziger Jahre verschrieben, was auch ihr Outfit und ihre originalgetreuen Frisuren widerspiegelte (Fotos der Band findet man auf Facebook). Mit ungewöhnlich toller Stimme, sie klang ein bisschen wie die von Wanda Jackson oder Conny Francis, hatte Susan ihre 4 Männer im Griff (Max - Gitarre und Gesang, Iggy - Bass, Alex - Rhythmusgitarre, Matthias - Schlagzeug). Das Publikum war vom ersten Ton an begeistert und stürmte zur Tanzfläche. Schwungvoll tanzten Kathrin und Christian vom Regensburger Swing-Club, beide im Original 50-er Outfit mit Kleid, Blume im Haar und Workerjeans, und lobten die tolle Veranstaltung.

Doch auch sonst waren auf der Tanzfläche kaum Tanzpaare, die nicht mit tollen Kostümen glänzten. Da raschelten Petticoats unter weiten Röcken, schicke Damen mit elegant gestylten Frisuren und leuchtend roten Lippenstiftmündern unterhielten sich mit den nicht minder feschen Herren in Bundfaltenhose, Hosenträgern und farblich passenden Schuhen. "Drugstore Rock 'n' Roll", "Tweedle dee", "Honey Bop" und viele weitere Titel von Elvis Presley über Johnny Cash bis zur "Fujiyama Mama" von Wanda Jackson ließen die Tanzschuhe glühen. Und durch das Gedränge schoben sich zwei Bedienungen auf Rollschuhen, mit Eierlikör und Schokowaffelbechern.

Die Band begeisterte das Publikum so sehr, dass nach mehreren Zugaben die zweite Band, die bekannten "The Outsiders" aus Amberg, erst mit Verspätung anfangen konnten. Doch auch sie legten sofort los. Thomas (Schlagzeug), Sebastian (Bass, Gesang) und Andreas (Rhythmusgitarre, Gesang) spielten puren und begeisternden Rockabilly. Ihr "Twenty Flight Rock", der "Washmachine Boogie" oder die "Hot Rockin' Mama' ließen die fehlende Klimaanlage im "Silvia" sehr vermissen. Bis in die Morgenstunden wurde getanzt und gefeiert, so dass "Fire Nummer 6" im nächsten Jahr bereits als gesetzt gilt.

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