17.03.2019 - 14:42 Uhr
Neuhaus/WindischeschenbachOberpfalz

Wilde Männer spielen den Blues

Wenn das Publikum der Band schon beim Betreten der Bühne "Zugabe" entgegenruft, weiß man, dass etwas Besonderes kommt. Die "Wilden Bluesmänner" haben hier längst ihre Fangemeinde, die sie mit wildem Blues und hießen Rhythmen begeistern.

Steve Clayton, Uli Lehmann und Peter Schneider in Hochform
von Redaktion ONETZProfil
Eine Weltklasseband zum wiederholten Mal in Neuhaus. Vier Top-Musiker, jeder für sich ein Meister auf seinem Instrument.

"Wir spielen, bis das Bier alle ist." Dieses Versprechen von Pianist Steve "Big Man" Clayton war leichtsinnig. Denn wer den Schafferhof kennt, weiß: Das wird einfach wieder nachgefüllt. Dafür sorgen schon die Fans, die diese fantastische Band sicher nicht vorzeitig von der Bühne lassen.

Als Steve, der "Boogieman from Birmingham" auf seinem Piano loslegt, merkt man sofort den alten Hasen. Keine Anlaufzeit, kein Warmmachen, sondern volle Power vom Start weg. Dazu setzt er alle Regeln des Klavierspiels außer Kraft, nach denen man die Finger dazu braucht. Dieser Weltklassepianist spielt genauso gut mit der Faust, den Ellenbogen oder dem Unterarm. Quasi nebenher singt er herzzerreißenden Blues oder tobt sich mit temperamentvollen Boogie-Woogie aus. "I 'm gonna love you Babe" nimmt man ihm sofort ab.

Symbiotisch ergänzt wird er durch den großartigen Peter Schneider aus München mit seinen zwei Gitarren und einer erfolgreichen jahrzehntelangen Karriere sowie Bassisten Uli Lehmann. Neu im Team ist der Drummer. Denn nachdem Lokalmatador Oskar Pöhnl angeblich "in Rente" gegangen sei hat seinen Platz zum ersten Mal und bravourös Tomás "Bobek" Bobrovniczky aus Tschechien übernommen. Den hat Schneider bei einem tschechischen Bluesfestival kennengelernt, wo er unter anderem mit dem "Petra Börnerova Trio" auftrat, bestehend aus ihm, seiner Frau Petra und seinem achtjährigen Sohn.

Schneider ist im Schafferhof fast zuhause. Nicht nur als "Wild Bluesman", sondern auch, wie seine Fans wissen, als "Stimulator". Seine Vielseitigkeit hat schon viele Tourneen und CDs erzeugt. Die neueste von "The Wild Bluesmen", die CD "Two Nights", war auch Teil des Programms. Und kaum war als zweiter Hit "Boogie in the Barrelhouse" angestimmt, tanzten schon die Ersten auf der eigens frei gehaltenen Tanzfläche. Es war mitreißend zu beobachten, wie Steve seine Finger über die Tasten seines Pianos rasen ließ, wie er hämmerte und gleichzeitig mit rot besockten Füßen darunter den Takt stampfte. Schwitzend griff er nach dem Zoiglbier. "Hmmm, lecker", ließ er genießerisch verlauten und stimmte ein etwas langsameres Stück an. Die "Groovy little Mama" oder der "Cat outta the Bag-Blues" entführten das Publikum in den Blueshimmel, aus dem einen nur der "Big Man Boogie" als Solostück von "Mr. Brexit" Steve reißen konnte.

Die groovige Stimmung in der Schafferhof-Tenne sprang nicht nur auf die Fans über, sondern auch auf die Musiker. "Do that Thing" funky und mitreißend oder "Get down on your knees and pray" schwappte bis in die hinteren Stuhlreihen. Mit einem Gartenschlauch, ähnlich der "Talkbox" von Peter Frampton, mit der man den Klang eines elektronischen Signals mit Hilfe des Mundraumes verändert, gab Schneider seinen Gitarrensoli einen eigenen Touch. Ein Spezialeffekt, den er auch bei den "Stimulators" zeigt. "I wanna do that Thing" – zweifellos. Ein andermal streichelt er die Saiten der Gitarre als wäre sie eine Frau, um im nächsten Moment durchzudröhnen als würde er ein Motorrad starten. Kuschelblues gefällig? Kein Problem mit Mundharmonika und gefühlvoll geschlossenen Augen. Und dem anschließenden Statement: "Nicht nur dass das Bier sauguat schmeckt, es ist auch so richtig griabig hier." Das Publikum unterschrieb das vollkommen durch seinen Applaus.

Die Soli der vier Musiker waren ebenso mitreißend, etwa das des Kontrabassisten Uli Lehmann. Der Höhepunkt kam ganz zum Schluss des Programms "für den Soundman Clemens seine Lieblingsband Led Zeppelin". Es erklang "Whole lotta love" als Blues- und Boogie-Arrangement. Wahnsinnig und einmalig, was Steve und Peter dabei an Effekten aus ihren Instrumenten herausholten. Die begeisterten Fans erzwangen sich noch mehrere Zugaben, auch indem sie für frischen Zoigl-Nachschub für Steve sorgten. "Blueberry Hills" sang die gesamte Tenne mit. Das Publikum ging ebenso schweißgebadet nach Hause wie die noch immer zu Scherzen und Gesprächen aufgelegte Band.

The Wild Bluesmen begeistern im Schafferhof
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