Zoigl ist immaterielles Kulturerbe

Der Zoigl ist nun offiziell immaterielles Kulturerbe. Beim Festakt stellte sich der Windischeschenbacher Kabarettist und Musiker Norbert Neugirg von der Altneihauser Feierwehrkapelln gegen alle anderen Ausgezeichneten. Aus gutem Grund.

Archivfoto: Das Zoiglfest in Mitterteich.
von Uwe Ibl Kontakt Profil

(ui) Die Oberpfälzer Zoiglkultur wurde bei einem Festakt im Neuen Schloss Oberschleißheim offiziell in das Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. "Damit würdigen wir lebendige kulturelle Traditionen, die unser Bayern unverwechselbar machen", sagte Kunstministerin Marion Kiechle. "Mit dem Festakt unterstreichen wir die Bedeutung dieser Traditionen und Bräuche." Kiechle sprach von besonderer Wertschätzung für die vielen Menschen, die sich in der Heimat verwurzelt fühlten. "Indem sie unser immaterielles Kulturerbe mit Leben erfüllen, ist auch die Weitergabe an künftige Generationen gesichert."

Insgesamt wurde die 2015 eingerichtete Liste des immateriellen Kulturerbes des Freistaates um 12 Feste, Traditionen und Handwerke auf nun 37 Einträge erweitert. "Sie alle stehen für Bayern und machen erklärbar, was unser Land im Inneren zusammenhält." Sie zeigen aber auch die vielfältigen Verbindungen zu den Nachbarn - regional und innerhalb Europas. Kiechle sah die Vorstellung der einzelnen Projekte auch als eine Ermutigung an andere: "Gehen Sie den Weg mit und beteiligen Sie sich im nächsten Jahr."

Die Vertreter der Michaeliskirchweih in Fürth, des Augsburger Friedensfestes und der Agnes-Bernauer-Festspiele in Straubing sowie einige andere forderten die Gäste des Festaktes auf, ihre Attraktionen zu besuchen. "Wir laden sie ausdrücklich nicht ein", nahm der Windischeschenbacher Norbert Neugirg diese Vorlage auf der Bühne genussvoll satirisch auf. "Sonst trinken sie uns alles weg." Schließlich schmecke der Zoigl stets und überall ein wenig anders, berichteten die Neuhauser Otto Punzmann und Reinhard Fütterer. "Genieße Bier aus dem Kommunbrauhaus, dann siehst Du gut aus und hast nicht so einen Zinken, wie wenn Du Schnaps aus Hutzlbirnen musst trinken", verwendete Neugirg Infos über die zuvor ausgezeichnete Dörrobstherstellung in Fatschenbrunn im Steigerwald für einen seiner markanten Zoigl-Werbe-Verse.

Landrat Andreas Meier hofft, dass die Aufnahme in die Kulturerbeliste für den echten Zoigl ein weiterer Schritt ist, einen höheren Schutzstatus zu erreichen. "Wir müssen uns dringend abgrenzen, damit die Zoiglkultur nicht durch Sixpacks und Tragerl fürs Wohnzimmer verwässert wird." Der Regensburger Professor Daniel Drascek, Vorsitzender des Expertengremiums für das immaterielle Kulturerbe, sprach beim Zoigl von einer von sozialen Ritualen begleiteten, egalitär ausgerichteten Verzehrsituation, die in der lokalen Bevölkerung sowie bei Besuchern sehr geschätzt werde. "Zur Zoiglkultur gehört der von intensiver Kommunikation begleitete Konsum des Zoigl-Biers bei Laien-Wirten."


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