07.12.2018 - 09:58 Uhr
Neuhaus/WindischeschenbachOberpfalz

Zugeparkte Hofeinfahrten erzürnen Neuhauser

An jedem Zoigl-Wochenende das gleiche Bild. Zugeparkte Hofeinfahrten verärgern die Neuhauser. Zoiglwirt Reinhard Fütterer hat eine unkonventionelle Idee, dem Parkplatzproblem Herr zu werden.

Volles Haus bei der Bürgerversammlung in Neuhaus. Großes Thema ist das Parkplatzproblem rund um die Zoigstuben.
von Roland WellenhöferProfil

Vor allem während der Schankzeiten der Zoiglstuben seien die Straßen oft hoffnungslos zugeparkt, klagten die Abwohner in der Bürgerversammlung am Dienstagabend. Rücksichtslose Zoiglbesucher schreckten nicht davor zurück, Haus- und Hofeinfahrten zuzustellen. Den Anwohnern reicht es jetzt: Rufe nach mehr Polizeikontrollen werden laut. Ein Bürger bat darum, dass der örtliche Kontaktbeamte sich der Sache annehme. Dieser brauche sich nur mal an einem Freitag- oder Samstagabend die Situation vor Ort anschauen. Wenn man in Neustadt bei der Polizei anrufe, höre man nur: „Da können wir nichts machen“ oder „die Streife ist bereits bei einem anderen Einsatz gebunden“.

Reinhard Fütterer, Wirt des Schafferhofs, hatte gleich zwei Vorschläge wie man die Parkplatzsituation in der Zoiglhochburg entschärfen könnte. Zum einen schlug er vor, im Zuge des geplanten Ausbaus der Wurzer Straße, dort weitere Parkplätze anzulegen. Seines Wissens hätten sich die betroffenen Grundstückseigentümer bereits unter Bürgermeister Meier bereit erklärt, entsprechende Flächen kostenlos abzugeben. Hier könnten locker 30 bis 40 neue Parkplätze geschaffen werden, so Fütterer. Eine Entlastung verspreche sich Fütterer auch durch eine bessere Beschilderung der Parkplätze. Der Schafferhof-Parkplatz, immerhin mehr als 5000 Quadratmeter, stehe kostenlos zur Verfügung, auch bei anderen Veranstaltungen, so das Angebot des Zoiglwirts. Ein weiterer Redner wünsche sich den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs oder die Einführung eines Zoiglbusses. Bürgermeister Karlheiz Budnik nahm die Vorschläge zur Kenntnis.

In einem ausführlichen Bericht erläutere Bürgermeister Karlheinz Budnik die Schwerpunktthemen im Stadtgeschehen des zu Ende gehenden Jahres. Das Jahr 2018 war gekennzeichnet von einem bereits seit Jahren andauernden wirtschaftlichen Aufschwung. In der Stadt herrsche nahezu Vollbeschäftigung, die Firmen haben volle Auftragsbücher und auch die Steuereinnahmen sprudeln. Ein Indikator für die gute wirtschaftliche Lage der Stadt seien die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse. Deren Zahl lag im Jahr 2013 bei 1233 und stieg in den folgenden Jahren kontinuierlich an und erreichte mit einem aktuellen Stand von 1572 den bisherigen Höchststand. Dafür sind wir unseren Betrieben und Firmeninhabern dankbar, so Budnik.

Die allermeisten Anfragen aus der Versammlung konnte Budnik gleich klären. Mehrere Anfragen bezogen sich auf die Beschilderung der neu ausgebauten Burgstraße. Der Bürgermeister stellte klar, dass sich die rechtliche Situation dort grundsätzlich nicht geändert habe. Erlaubt sei lediglich Lieferverkehr. Bürgermeister Budnik konkretisiert es: "einfahren, abliefern, ausfahren." Er stellte süffisant klar, dass man nur Gegenstände abliefern könne und „keine Schwiegermütter“. Und schon gar nicht erlaubt sei es, zwischen dem Ein- und Ausfahren die Zoiglstube zu besuchen.

Jeder, der aus anderen Gründen diese Straße befahren muss, benötige eine Ausnahmegenehmigung. Das Parken am sogenannten Burgweiher sei aus Sicherheitsgründen nicht gestattet. Sehr kompliziert stelle sich die Situation auf dem Gelände der ehemaligen Annahütte dar. Dieses Grundstück sei herrenlos. Das Eigentum an dem Grundstück wurde aufgegeben. Die Stadt könnte zwar jederzeit das Eigentum übernehmen, wäre dann aber auch für die Entsorgung der Altlasten zuständig, so der Bürgermeister. Er riet deshalb dazu, die Finger von diesem Grundstück zu lassen.

Zoiglwirt Thomas Witt bemängelte den schlechten Zustand der Wintereinhausung des Kriegerdenkmals, um im gleichen Atemzug auch eine Lösung für das Problem zu nennen. In einer gemütlichen Zoiglrunde habe sich spontan eine Interessengemeinschaft gefunden, die sich bereit erklärt habe, den unansehnlich gewordenen Bretterverschlag zu erneuern. Bürgermeister Budnik nahm diese Wortmeldung natürlich sehr wohlwollend zur Kenntnis.

Parkplätze gibt es unterhalb der Burg. Aber viele Zoiglgäste parken wohl lieber in unmittelbarer Nähe der Stuben und verstopfen damit den Ortsteil.
Bürgermeister Karlheinz Budnik spricht über die aktuellen Entwicklungen der Stadt.
Parkplätze gibt es unterhalb der Burg. Aber viele Zoiglgäste parken wohl lieber in unmittelbarer Nähe der Stuben und verstopfen damit den Ortsteil.

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