Georgenberg: Naturbadeweiher öffnet, Pools Privatsache

Auf den Service von Poolbefüllungen müssen Besitzer ab sofort verzichten. Gegen die ab und zu durch die Feuerwehren angebotene Leistung wehren sich alle Gemeinderäte vehement.

Inklusive der Möglichkeit zum Umkleiden und zu Toilettengängen öffnet die Gemeinde Georgenberg ihren idyllisch gelegenen Naturbadeweiher in Neukirchen zu St. Christoph.
von Josef ForsterProfil

In der Vergangenheit führten einzelne Ortswehren diese Dienstleistung aus, bestätigte Bürgermeisterin Marina Hirnet am Donnerstagabend in der Gemeinderatssitzung. Aus Corona-Gründen tagte das Gremium erstmals im Pfarrsaal bei der Christophoruskirche. Die Bürgermeisterin sprach von wenigen Fällen und als Ausnahmen im Rahmen von Übungen. Nachdem ein aktueller Verzicht auf Urlaubsfahrten der Bürger denkbar wäre, könnten dadurch vermehrt Anschaffungen von Wasserbecken für das eigene Grundstück geschehen. Bei etwaigen Anfragen wolle die Bürgermeisterin eine einheitliche Vorgehensweise in Absprache mit dem Gemeinderat handhaben. Hirnet bat deshalb um Stellungnahmen aus dem Gremium und gab gleich mit auf den Weg: „Freilich ist das nicht primär ein Aufgabenbereich der Feuerwehren.“

Zwei kurze Aussagen genügten, die zu einer generellen und allgemeinen Ablehnung durch die Gemeinderäte führten: „Da geht es um Tausende Liter Wasser. Das gehört grundsätzlich unterbunden“, forderte Achim Helgert (Bürgerliste) und Oswald Hamann (CSU) bekräftigte: „Das würde ich rigoros so handhaben.“

Da passte die Besprechung zur Eröffnung des Waldfreibads in Neukirchen zu St. Christoph hinsichtlich der Corona-Krise gut dazu. Auch wenn die Bürgermeisterin von schwierigen Unterfangen berichtete, um konkrete rechtliche Aussagen zu erhalten. Weil aber die Anlage als Naturbadeweiher ausgewiesen sei, könne die Kommune davon ausgehen, für die Liegewiese und den Wasserbereich nicht unter die Vorgaben für Freibäder zu fallen. Gemeinsam solle jedoch entschieden werden, ob Umkleide und Toiletten geöffnet würden. Gleiches gelte für das Sprungbrett als Sportgerät und das Anbringen von Absperrbändern.

Vor der Freigabe der Debatte ergänzte die Rathauschefin mit dem Hinweis auf umliegende Gemeinden, welche für ihre Badeweiher keine besonderen Vorgaben getroffen hätten. Für ein zusätzliches Schild mit der Bitte zu einem vernünftigen Umgang beim Nutzen des Sprungbretts sprach sich Bernhard Götz (Bürgerliste) aus. Bedenken gegen eine grundsätzliche Öffnung gab es keine. Stark machten sich die Gemeinderäte jedoch geschlossen für das Anbringen von Schildern mit Abstandshinweisen. Nachdem die Anlage am vergangenen Samstag bereits genutzt worden sei, wollte Jürgen Schiller (FW) wissen, bis wann diese angebracht würden. Bürgermeisterin Hirnet sicherte ihm eine Umsetzung im Laufe der nächsten Woche zu, woraufhin das Gremium sich gemeinsam für eine Öffnung inklusive Umkleiden, Toiletten und Sprungbrett aussprach.

Freibad Pleystein öffnet am Samstag

Pleystein

Mit der Suche nach weiteren Feldgeschworenen beschäftigte sich der Gemeinderat im Anschluss. Aktuell stünden zwölf Personen zur Verfügung, informierte Bürgermeisterin Hirnet, von denen die Hälfte aktiv eingeteilt werde. Weil dies aber beispielsweise bei Vermessungen mit körperlichen Anstrengungen einhergehen könne, machte die Bürgermeisterin den Vorschlag die Gesamtzahl auf zehn Personen zurückzufahren. Pro Gemarkung seien bislang zwei vorgesehen.

Um weitere Details zur aktuellen Besetzung bat Andreas Götz. Ein derzeitiges Fehlen jeweils eines Feldgeschworenen für die Gemarkungen Brünst und Neuenhammer/Dimpfl bestätigte ihm daraufhin die Bürgermeisterin. Für Georgenberg würden sogar beide Posten vakant sein. Die Gemeinde wolle deshalb eine Bekanntmachung hinausgeben und darin zur Bewerbung auffordern. Eine Bestellung erfolge auf Lebenszeit, was allerdings nur für deutsche Staatsbürger möglich sei. Die Bürgermeisterin sprach sich darüber hinaus für eine Abstimmung des weiteren Vorgehens im Gemeinderat nach dem Eingang der Bewerbungen aus. Gegenstimmen bei der Beschlussfassung gab es zwar keine, jedoch rechnete zweiter Bürgermeister Rudi Völkl nicht mit vielen Bewerbungen. Andreas Götz und Wolfgang Bock (CSU) rieten deshalb, Personen, die in Frage kämen, direkt anzusprechen.

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