18.05.2020 - 16:40 Uhr
NeukirchenOberpfalz

Neuer Bürgermeister als Spielführer

Die Gemeinderatssitzung in Neukirchen war eine Premiere in doppelter Hinsicht: Zum ersten Mal tagte das Gremium in der Turnhalle, und Peter Achatzi leitete erstmals als Bürgermeister die Sitzung.

Die Führungspitze des Gemeinderates: Christian Sperber, Peter Achatzi und Wolfgang Rattai.
von Wolfgang BerndtProfil

Bei den Wahlen zum 2. und 3. Bürgermeister setzen sich jeweils mit zehn Stimmen Christian Sperber (FW) und Wolfgang Rattai (CSU) gegen Christian Beyer durch, der fünf Stimmen erhielt. Mit fünf Frauen hat der Gemeinderat Neukirchen den zweithöchsten Frauenanteil im Landkreis, betonte Peter Achatzi, der im März zum Rathauschef gewählt worden war. Von einem Bürgermeister werde erwartet, dass er jederzeit ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte sowie Vorschläge der Menschen habe, sagte Achatzi. Andererseits wünsche er sich, dass sich die Bürger und die Gemeinderäte in die Diskussion zu aktuellen Themen einbrächten.

Es sei besser, Dinge zusammen zu besprechen, um Lösungen zu suchen und Kompromisse zu finden, führte der neue Bürgermeister von Neukirchen aus. Wie früher auf dem Fußballplatz sehe er sich nicht als Einzelkämpfer, sondern als Mannschaftsspieler, der die Spielführerbinde trage. Seine Devise laute: "Auf dem Erreichten aufbauen und durch neue Impulse die Gemeinde voran bringen." Als Schwerpunkte für die nächsten Jahre nannte er die weitere Unterstützung von Vereine, Kirchen und Hilfsorganisationen, ohne die eine Gemeinde nicht lebenswert existieren könne. Dringend erforderlich sei die Schaffung neuer Baugebiete. Die Schule müsse für die aktuellen pädagogischen Anforderungen fit gemacht werden.

Eine Herausforderung bedeute die Weiterführung des Neukirchener Hofs auf dem hohen Niveau unter der bisherigen Pächterfamilie Engelhardt, deren Pachtvertrag auslaufe. Die Dorferneuerung biete die Chance, das Ortsbild von Neukirchen unter Einbeziehung der Bevölkerung positiv zu gestalten. Ebenfalls sollte die Infrastruktur in allen Ortsteilen erhalten und beispielsweise durch den Ausbau des Mobilfunks verbessert werden. Nicht zuletzt müssten die Gewerbebetriebe bestmöglich unterstützt und Möglichkeiten der Expansion geschaffen werden.

Bei der Umsetzung stehe die Gemeinde vor vielen Fragen - auch wegen der Auswirkungen der Coronakrise auf die Einnahmen. Unklar sei, wie stark Gewerbesteuer und Einkommensteuer-Anteil einbrechen würden, wie es mit Finanzausgleich und staatlichen Fördermitteln aussehe. Vor diesem Hintergrund sollten alle Vorhaben betrachtet und Prioritäten gesetzt werden.

Keine leichte Aufgabe warten auf die neugewählten Gemeinderäte Silke Kunert, Heike Hartmann, Stefan Wonneberger, Maria Siegert und Martina Grünthaler (v. Links), die vom 1. Bürgermeister Peter Achatzi vereidigt wurden.
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