21.01.2020 - 15:20 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Ein Abend voller Schenkelklopfer

Harry G ist ein Senkrechtstarter im Comedy-Himmel. Er sorgt weit über die Grenzen Bayerns hinaus für Furore - sowohl in den sozialen Medien als auch auf der Bühne. Das beweist er wieder in der Schwarzachtalhalle.

Zum dritten Mal riss Harry G mit Charme und Witz seine Fans in der Schwarzachtalhalle mit und gönnte ihnen keine Verschnaufpause.
von Udo WeißProfil

Mit seinem neuen Programm "Hoamboy" gastierte der Comedian nach "Leben mit dem Isarpreiß" und "Harry die Ehre" bereits zum dritten Mal in der Schwarzachtalhalle, wo er 800 Gäste in Dauerlachen versetzte. Erfrischend bissig brachte er als scharfer Beobachter Themen des täglichen Lebens auf seine ganz spezielle Art und Weise auf den Punkt.

Ob Junggesellenabschied ("Der dauert oft länger als die ganze Ehe") oder Wellness in Mallorca ("Beim Flug für 30 Euro wird geknausert, damit man sich das Tomate-Mozzarella-Baguette am Flughafen für 16 Euro leisten kann"): Der Comedian kennt die Trends und setzt sich mit ihnen zynisch, süffisant, grantig oder einfach still betrachtend auseinander. Apropos Wellness: "Jedes Hotel, das eine Pfütze vorweisen kann, hat mittlerweile ein Spa", donnerte der gebürtige Regensburger und Wahl-Münchener Markus Stoll, alias Harry G, los. Dabei sei für ihn ein Wellness-Wochenende so anstrengend wie ein Besuch bei Ikea. Wenn er einen Saunabesuch will, müsse er nur im Sommer mit der U-Bahn fahren.

Starke Lachmuskeln brauchte das Publikum, als er den härtesten Job der Welt vorstellte: Muttersein. Er tat dies anhand einer Mutter mit einem Kind, die in München-Bogenhausen lebt und deren Kindermädchen mehr Gehalt bekommt als eine Grundschullehrerin. Zum Schießen, wenn Harry G in verschiedene Rollen schlüpft. Auch die "Birte", Öko-Freak und Sozialpädagogin mit alternativem Erziehungskonzept, stellte er grandios dar. Sie sehe aus wie die "Blonde von den Grünen", der Anton Hofreiter. Harry G's "alternatives Erziehungskonzept" für seinen Sohn laute dagegen: "Max, du kannst alles machen, Hauptsache, es sieht dich keiner."

Beim Kontakt mit dem Publikum, bei dem der "Ingo aus Cham" in der ersten Reihe ständig mit einbezogen wurde, entdeckte Harry G auch eine Fränkin. "Fränkisch klingt wie bayrisch in dumm", lautete sein Kommentar. Fränkisch sei keine "erodische Sprache", auch das RDL-Syndrom herrsche vor: "Rollendes R, weiches D".

Immer wieder schlüpfte Harry G in Rollen, als er seinen Kumpel Alfred, einen starken Raucher, einband, oder Karim mit schwäbischem Dialekt, der eigentlich aus Ägypten stamme. Allerdings sei bayrisch der arabischen Sprache nicht unähnlich. "Wennst mit am Schal um den Kopf sagst ,I mechad oane racha' steht das SEK vor der Tür".

Tränen trieb es dem Publikum in die Augen, als der Comedian eine Bestellung beim Asiaten darstellte. "Walte 45 Minuta", hörte er am Telefon sowie das Bellen eines Hundes und einen Schuss. Fazit: Harry G kann es - ein Abend voller Energie, Lachen und Schenkelklopfer.

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