21.10.2021 - 17:38 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Anja Killermanns Chansons für Feinschmecker

Auf diesen Abend ist lange gewartet worden: Mit ihrem Programm "Chansons für Feinschmecker" servieren Anja Killermann und Toby Magerl in der Schwarzachtalhalle einen Leckerbissen.

Anja Killermann und Toby Magerl bereiteten den Gästen einen Chansonabend ganz nach Geschmack des Publikums.
von Externer BeitragProfil

Das musikalisch-kulinarische Event "Chansons für Feinschmecker" mit Anja Killermann und Toby Mayerl stand schon auf dem Programm des Neunburger Kunstherbstes 2020 und sollte Mitte April nachgeholt werden. Nun war es endlich so weit.

Ein in mildes Kerzenlicht getauchter großer Saal bot das passende Ambiente, ganz nach den Intentionen des gastgebenden Kunstvereins Unverdorben. Dieser hatte nach 2016 ("Adventkabarett" mit Martin Kubetz) und 2018 ("Heurigenabend" mit Trio Wien) ein drittes Mal Ton- und Kochkünstler zusammengeführt. Und damit, wie Vorsitzender Peter Wunder ausführte, einen weiteren Akzent im ohnehin facettenreichen Neunburger Kunstherbst-Programm gesetzt. Als Protagonisten des musikalischen Parts stellte er den Gästen die in Regensburg lebende und wirkende Chansonette Anja Killermann vor. Bei der aus Altendorf stammenden 51-jährigen Künstlerin könne man sogar von einem "Heimspiel" sprechen. Mit dem Amberger Pianisten Toby Mayerl brachte sie einen kongenialen Begleiter in die Schwarzachtalhalle mit.

Anja Killermann - ihre ersten Bühnenerfahrungen sammelte sie im Oberviechtacher Schultheater - hat sich schon seit langem als Liebhaberin des deutschsprachigen Chansons und Filmschlagers geoutet. Dabei zeigte sie auch eine Affinität zur österreichischen Spielart des Schwarzen Humors. Als Einstieg wählte sie ganz bewusst den ersten Teil einer frivol-satirischen "Trilogie" mit dem Titel "Der Nowak lässt mich nicht verkommen". Dann kam Georg Kreisler ins Spiel, der Mitte der 1950er Jahre im deutschen Sprachraum durch Lieder wie "Der Tod, das muss ein Wiener sein" populär wurde. Mit seinem schwarzen, tiefsinnigen Humor und Sprachwitz hat Kreisler das musikalische deutschsprachige Kabarett seiner Zeit beeinflusst. Für die Killermann eine Steilvorlage, sich mehrmals am "Kreisler-Buffet" zu bedienen und dabei durfte "Gemma Tauben vergiften" natürlich nicht fehlen.

Den so genannten Deutschen Schlager möchte die Sängerin nicht despektierlich behandelt sehen. Namentlich die Filmmusik der 20er- und 30er Jahren, geprägt von Songschreibern wie Friedrich Hollaender, Theo Mackeben, Walter Kollo und Michael Jary, gilt heutzutage als Fabrik für Evergreens. Anja Killermann wandelte so in den Spuren von Marlene Dietrich und Zarah Leander. Dazu passten weitere Highlights aus der Goldenen Ära Berliner Revue- und Tanzmusik wie "Solang die Hose nicht am Kronleuchter hängt".

Die persönliche Favoritin der Chansonette Killermann ist und bleibt Hildegard Knef. Mit dem Knef-Titel "In dieser Stadt, da kenn' ich mich aus" schloss sich der Kreis an diesem rundum gelungenen Gourmet-Abend. Als Altendorferin kennt Anja Killermann die Pfalzgrafenstadt Neunburg vorm Wald schließlich in- und auswendig.

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Neunburg vorm Wald
Info:

Das Menü

  • Aus der Restaurantküche "Esszimmer" wurde den Feinschmeckern serviert:
  • Sellerie-Schaum-Süppchen
  • Tranchen vom Oberpfälzer Jungschwein mit Kürbis-Risotto
  • Ricotta-Gnocchi mit gegrillter Paprika, Rispentomaten und Rucola
  • Créme brulée von der Orange mit Macadamia-Eiscreme.
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