"Es ist und bleibt eine Daueraufgabe, auf die Gräuel des Krieges hinzuweisen", sagte Franz Schindler, der Hauptinitiator des Antikriegstags, der alljährlich am 1. September auf dem Gelände des KZ-Friedhofs auf dem Plattenberg in Neunburg vorm Wald begangen wird. Erinnert wird an die 615 unbekannten Opfer des Todesmarsches Flossenbürg-Dachau im April 1945. Schindler nahm Bezug zu den Kriegen in der Ukraine und im Nahen Osten, wo unberechenbare Machthaber "mit dem Weltfrieden zocken". Man habe "jahrzehntelang von der Friedensdividende profitiert und ist nun eines Besseren belehrt worden".
Schindlers Dank richtete sich an die Stiftung Gedenkstätten sowie an die vielen Teilnehmenden des Antikriegstags. Namentlich begrüßte er Altlandrat Volker Liedtke, den stellvertretenden Landrat Peter Wein, den stellvertretenden Bürgermeister von Schwandorf, Matthis Kuhn, Wolfgang Kurzendorfer vom DGB Kreisverband Schwandorf. Neunburgs Bürgermeister Martin Birner spürt seinen Worten nach bei jedem Besuch des Plattenbergs die Stille, eine Stille, die von vielen erschreckenden Bildern, der Unmenschlichkeit und dem Leid erzähle. Frieden sei etwas, "das wir jeden Tag neu entscheiden müssen", angesichts von Machthabern, Fanatikern und Hetzern. "Zeigen wir Respekt, Zivilcourage und Menschlichkeit."
"Der 1. September erinnert an den Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939, einem Vernichtungskrieg, der von deutschem Boden ausging und unermeßliches Leid über die Welt brachte", sagte Uschi Maxim, Sprecherin des Bündnisses gegen Rechtsextremismus. Mit einem "klaren Blick auf die Gegenwart" ging sie auf die steigenden Rüstungsausgaben, das Erstarken rechtsextremistischer Tendenzen und die Ausweitung der Konflikte ein. "Wer Demokratie aushöhlt und Menschenwürde mit Füßen tritt, legt den Grundstein für künftige Konflikte", so ihr Statement.
DGB-Regionssekretärin Katja Ertl begann mit einem geschichtlichen Rückblick und bekräftigte: "Nie wieder darf von deutschem Boden Hass und Vernichtung ausgehen." Die hohe Zahl an antisemitischen Vorfällen zeige, dass dies jedoch nicht selbstverständlich sei. Mit Liedern zum Frieden setzten Anna und Hans Deml einen musikalischen Akzent. Nach dem Niederlegen von Sonnenblumen auf den Gedenksteinen schloss Willi Rester von der Deutschen Friedensgesellschaft die Veranstaltung mit kritischen Worten ab.














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